Verband Deutscher Grundstücksnutzer

21.03.2018

Berlins größtes Wohnungsbauprojekt nicht auf Kosten angestammter Siedler

Blankenburger Süden: VDGN fordert vom Senat Sicherheit für Eigenheimbesitzer und Kleingärtner / Protestveranstaltung am 27. März

Mit Plakaten protestieren Anwohner im Blankenburger Süden gegen drohende Vertreibung. Foto: Peter Ohm

Der Sturm der Entrüstung der unmittelbar Betroffenen und auch der Aufruf des VDGN zu einer großen Protestveranstaltung am 27. März scheinen Wirkung zu zeigen. Es gibt erste Signale dafür, daß die drei Berliner Koalitionspartner SPD, Linke und Grüne darüber nachdenken, die Pläne von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) zum Bau von 10.000 Wohnungen im „Blankenburger Süden“ wieder auf 6000 zu schrumpfen. Denn der Haken an der Sache ist nun allen deutlich geworden.

Die zusätzlichen 4.000 Wohneinheiten sollen auf Kosten angestammter Siedler geschaffen werden. Neben bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen haben Lompschers Planer auch mehrere Siedlungen ins Visier genommen: unter anderem die „Familiengärten“ und die „Anlage Blankenburg“. Damit sind Kleingärtner, Pächter von Erholungsgrundstücken, aber auch Eigenheimbesitzer mit Eigentumsgrundstücken und Erbbaupachtverträgen in großer Zahl von Vertreibung und Enteignung bedroht. Allein die „Anlage Blankenburg“ umfaßt 1360 Grundstücke und stellt wahrscheinlich das deutschlandweit größte Mischgebiet mit einem Nutzungsspektrum vom Schrebergarten bis zum ganzjährig bewohnten Eigenheim dar.

Dazu erklärt VDGN-Präsident Christoph Schmidt-Jansa: „Allein mit der vagen Ankündigung, Berlins größtes Neubaugebiet könnte nun doch wieder kleiner als geplant umgesetzt werden, ist es für die Betroffenen lange nicht getan. Nach wie vor heißt es seitens der Bauverwaltung, eine Vorzugsvariante könne erst im Sommer präsentiert werden. Doch die Verunsicherung ist groß und die Ängste sind geschürt. Wir fordern deshalb von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher unverzüglich Sicherheiten und eine klare Aussage dazu, daß die Grundstücke der angestammten Eigenheimbesitzer, Datschennutzer und Kleingärtner im Zuge des Wohnungsbauprojektes unangetastet bleiben. Für die Betroffenen gilt es, wachsam zu bleiben und den Druck auf den Senat aufrechtzuerhalten. In diesem Sinne rufen wir zur Teilnahme an einer großen Protestveranstaltung am 27. März auf.“

Die Protestveranstaltung findet am Dienstag, dem 27. März 2018, um 18.30 Uhr in der Festen Scheune im Stadtgut Berlin-Buch, Alt-Buch 45 – 51 statt.

Die Einladung finden hier.

Eine Auswahl weiterer Protestplakate von Anwohnern finden Sie hier.