Verband Deutscher Grundstücksnutzer

18.08.2017

An Unverschämtheit nicht zu überbieten

Berlin-Rudow: Senat wälzt Bekämpfung hohen Grundwasserstands auf Einwohner ab

Der Berliner Senat hat beschlossen, den Betrieb der Hebebrunnenanlage im Stadtteil Rudow am 31. Dezember 2017 einzustellen. Mit der Konsequenz, daß dann viele Keller im Rudower Blumenviertel unter Wasser stehen, setzt die Senatsumweltverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz nun die Betroffenen unter Druck, sich selbst um das Problem zu kümmern. Dazu erklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm:

Hohe Grundwasserstände sind ein berlinweites und damit gesellschaftliches Problem. Das Handeln der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ist an Unverschämtheit nicht zu überbieten. Siedlungsverträgliche Grundwasserstände in Berlin zu gewährleisten, ist Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge und gehört zu den Aufgaben des Staates.

Auf die Betroffenen, die ihre Häuser auf Basis staatlicher Baugenehmigungen errichtet haben, nun den komplexen Vorgang einer Grundwasserregulierung abwälzen zu wollen, zeigt die Ignoranz dieses Senats gegenüber den tatsächlichen Problemen in Berlin. Unisex-Toiletten und Parkverbotszonen in der Wohngebietsstraße des Regierenden Bürgermeisters sind offensichlich die wichtigeren Probleme.

Das Ergebnis der nun scheinheilig gestarteten Umfrage unter den Betroffenen ist vorhersehbar. Die Anlieger müssen und werden diese Kampfansage der Senatsverwaltung auf ihr verfassungsrechtlich geschütztes Eigentum zurückweisen. Die Risiken, die die Betroffenen mit einer Selbstverwaltung der Hebebrunnenanlage tragen sollen, sind unkalkulierbar. Der VDGN wird die Betroffenen in ihrem Widerstand gegen solche Senatspraktiken unterstützen und verhindern, daß in Rudow eine auf andere Gebiete übertragbare Blaupause für solch mittelalterliche Zustände geschaffen wird.