Verband Deutscher Grundstücksnutzer

23.06.2017

Alt werden in den eigenen vier Wänden

Grundstein für „Haus der Pflege“ in Berlin-Biesdorf gelegt: Ganzheitliche Beratung aus einer Hand

Am 23. Juni wurde der Grundstein für das Haus der Pflege gelegt

Christian Gräff, Mario Czaja, Eckhart Beleites und Prof. Axel Ekkernkamp legten den Grundstein und versenkten eine Schatulle mit Bauplänen und aktuellen Zeitungen.

Beim Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) entsteht in den nächsten Monaten mit finanzieller Unterstützung durch den Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf das „Haus der Pflege“. Es soll mit seinen Einrichtungen musterhaft zeigen, welche Möglichkeiten bestehen, Häuser und Wohnungen für die Bedürfnisse pflegebedürftiger und behinderter Menschen auf dem aktuellen Stand der Technik zu gestalten und umzubauen. Zur feierlichen Grundsteinlegung wurde am heutigen Freitag, dem 23. Juni 2017, in die Irmastraße nach Berlin-Biesdorf eingeladen.

Als Gäste wurden unter anderem die Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin Mario Czaja, Christian Gräff und Gottfried Ludewig, der Geschäftsführer des Unfallkrankenhauses Berlin, Professor Dr. med. Axel Ekkernkamp,  sowie der Bezirksstadtrat für Wirtschaft von Marzahn-Hellersdorf, Johannes Martin, begrüßt.

 „Das Haus der Pflege ist ein bislang in Deutschland einzigartiges Projekt. Denn hier gibt es alle Informationen und Hilfe aus einer Hand, wenn es darum geht, auch im Fall von Pflegebedürftigkeit und Behinderung möglichst selbstbestimmt solange wie möglich im vertrauten Wohnumfeld und den eigenen vier Wänden zu leben“, erklärte VDGN-Präsident Peter Ohm.

Ideengeber für das neue Projekt war VDGN-Vizepräsident Eckhart Beleites. Zu den Beweggründen sagte er: „ Ausgangspunkt der Überlegungen waren die immer deutlicher werdenden demografischen Wandlungen. Es wird gar nicht möglich sein, alle Pflegefälle in Heimen zu betreuen. Zudem möchten Betroffene sehr oft im vertrauten Umfeld – in ihrem Kiez, in ihrem Eigenheim – bleiben. Daraus erwachsen technische, rechtliche und finanzielle Herausforderungen, denen wir uns als Verband stellen wollen sowohl in der Beratung als auch mit unserem Wirken auf politischer Ebene. Besonders hervorheben möchte die enge Zusammenarbeit mit den Spezialisten des Unfallkrankenhauses Berlin, die uns hinsichtlich der medizinischen Aspekte beraten.

Ob Badewanne mit tiefem Einstieg, Treppenlift, spezielle Toiletten, Blindenleitsysteme oder Möbel mit Aufstehhilfe: In dem Neubau können künftig vielfältige technische Lösungen praxisnah vorgeführt und getestet werden. Als Partner für Umsetzung stehen auf kurzem Weg Fachfirmen des VDGN-Unternehmenspools zur Verfügung. Zu Fragen der Planung und Finanzierung solcher Umbauten sowie zu flankierenden Hilfsangeboten beraten Experten des kooperierenden Vereins Leben, Wohnen und Pflege (LWP).

Dazu die Diplom- Pflegepädagogin und LWP-Vorsitzende Ute Brach: „Ziel einer weitergehenden Beratung wird es sein, maßgeschneiderte Lösungen zu finden. Dabei geht es um ein Gesamtkonzept für den staatlich geförderten Abbau von Barrieren in Haus oder Wohnung ebenso wie um individuell angepasste Alltagshilfe oder die Unterstützung beim Beantragen eines Pflegegrads. Geplant sind ebenfalls Kurse für pflegende Angehörige.  Für dieses komplexe Beratungsangebot wird das neue Haus optimale Bedingungen bieten.“

Das Haus steht allen Betroffenen offen und ist mit seinen Beratungsmöglichkeiten natürlich auch ein besonderes Serviceangebot für unsere Verbandsmitglieder. Die Einweihung ist für Frühjahr 2018 geplant. Hauptauftragnehmer für den Hausbau ist die HELMA AG.

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