Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Spaß an kniffligen Aufträgen

Neu im Pool: Elektro-Müller bietet paßgenaue Lösungen für Haus und Hof

Ludwig Müller und Cornelia Reinhold

Immer sonntags wird das Tanzbein geschwungen. Salsa, Mambo, Latein – Ludwig Müller und seine Partnerin Cornelia Reinhold mögen es, gekonnt übers Parkett zu schweben.

Die Tanzschule im Berlin-Hellersdorf, wo sie seit Jahren ihrem Hobby frönen, ist wie eine zweite Familie, sagen die beiden. Tanzen als Ausgleich für anstrengende Arbeitswochen möchten sie nicht mehr missen.

Denn von Montag bis Freitag verlangt ein voller Auftragskalender ganzen Einsatz: „Zeit ist Geld! Das trifft auf mich als Unternehmer definitiv zu“, gibt der 57jährige Diplomingenieur zu bedenken, der seit 2004 als „Elektro-Müller“ für Kunden in ganz Berlin sowie im Umland der Hauptstadt tätig ist. Elektroinstallationen in Einfamilienhäusern oder auch bei Unternehmen, die Umstellung des alten Stromnetzes, Reparaturen, Satelliten- oder Alarmanlagen, Torantriebe gehören zu seinem Profil, mitunter auch besonders aufwendige Aufgaben wie die Fernsteuerung der gesamten Haustechnik oder Beleuchtungskonzepte für Büroetagen. Ehrensache für den Firmeninhaber war, in der Hellersdorfer Tanzschule die Elektroinstallation ein-schließlich eines Lichtteppichs – das sind zig winzige Leuchtpunkte an der Decke des großen Saales – zu übernehmen.

Besonders knifflige Aufträge wie dieser seien gerade das Salz in der Suppe, hier laufe ihr Mann – der gern an Neuem tüftele – zur Hochform auf, erklärt schmunzelnd Cornelia Reinhold. Die gelernte Sekretärin und Buchhalterin managt das Büro der Firma.

Selbst exotische Auftragsorte sind für das kleine Familienunternehmen mit Sitz in Berlin-Mahlsdorf gang und gäbe. Langjährige Geschäftspartner haben regelmäßig Installationsaufträge im Ausland zu vergeben. Dann kommt vor allem der 36jährige Sohn des Firmeninhabers zum Zuge: Erst kürzlich war der gelernte Elektriker in Moskau und auch schon in Shanghai.

„Wer gut gearbeitet hat, an den erinnert man sich beim nächsten Auftrag“, sagt Ludwig Müller kurz und knapp zur Firmenphilosophie. Über Auftragsmangel kann er nicht klagen, die Geschäfte laufen gut. Das hängt neben fachlichem Können damit zusammen, daß wie überall im Handwerk auch in der Elektrobranche der Berufsnachwuchs fehlt, meint der Unternehmer: „Die Arbeit ist nicht nur geistig sehr anspruchsvoll. Sie verlangt einem auch körperliche Fitneß ab, wenn man zum Beispiel durch schmale Schächte oder auf enge Dachböden kriechen muß. Und werden Wände oder Decken aufgestemmt, macht man sich dreckig.“

Als Ludwig Müller in den neunziger Jahren noch Chef eines Unternehmens mit 20 Mitarbeitern war, bildete er selbst Lehrlinge aus. Und gab hin und wieder auch Leuten eine Chance, die sonst durchs Raster gefallen wären. Mit unterschiedlichem Erfolg. „Manche knieten sich rein und sind heute gute Fachleute, anderen mußte ich schon nach wenigen Wochen den Laufpaß geben, weil sie den Ernst der Lage nicht erkannt hatten“, erinnert sich der Berliner lebhaft.

Überhaupt waren die 90er Jahre für den Mann, der noch zu DDR-Zeiten bei der Ostberliner BEWAG den Beruf des Elektrikers erlernt und nach dem Studium eine verantwortungsvolle Stelle an einem sogenannten „Netzbefehlsstand“ übernommen hatte, kein Zuckerschle-cken. Zwar war der Nachwende-Modernisierungsstau gerade im Osten der Stadt enorm, doch schossen auch Elektrofirmen wie Pilze aus dem Boden. Beinah jedes Wochenende brütete damals der frischgebackene Unternehmer Müller über hunderten Seiten Ausschreibungsunterlagen, um einen lukrativen Auftrag an Land zu ziehen – beispielsweise für die sogenannten Strangsanierungen von Plattenbauten. Was manchmal gelang, oft auch nicht. Noch heute schüttelt er den Kopf über die Kampfpreise seiner Konkurrenten. „Das mußte auf Kosten der Qualität gehen oder der Leute, die dann wohl nur mit einem Niedrigstlohn abgespeist wurden“, vermutet er. Eine weitere bittere Erfahrung aus dieser Zeit: Gerade die großen, öffentlichen Auftraggeber zeichneten sich oft durch fehlende Zahlungsmoral aus, was für ein kleines Unternehmen schnell existenzgefährdend werden konnte.

Mit der Neugründung vor über zehn Jahren hat Ludwig Müller sich ganz bewußt fürs Familienunternehmen entschieden – und für mehr Abwechslung bei den Aufträgen. Denn das betrachtet er als seine Stärke: Neuem gegenüber aufgeschlossen zu sein, für individuelle Wünsche seiner Kunden paßgenaue Lösungen zu entwickeln. Seine Dienste bietet er nun auch Mitgliedern des VDGN an. Seit kurzem ist Elektro-Müller Mitglied des Unternehmenspools.

Kerstin Große

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