Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Mit der richtigen Heizung Geld sparen

Fragen und Antworten zum Thema Modernisierung der Heizung

Öl oder Gas? Strom oder Wärmepumpe? Und ist ein Wartungsvertrag sinnvoll? Fragen rund um die Modernisierung der Heizung beantwortet  Birgit Holfert, Energieberaterin im Checkpoint Energie der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. im Telefonforum des VDGN.


Wir möchten unsere alte Ölheizung austauschen. Worauf sollten wir achten?

Auf die Überprüfung der Heizleistung, des  Kessels, möglicherweise kann die Heizleistung reduziert werden. Das spart Kosten, und der kleinere Kessel arbeitet im Teillastbereich, was ca. 90 Prozent der Heizsaison der Fall ist, mit einem höheren Wirkungsgrad und das spart Brennstoff. Liegt eine Erdgasleitung inzwischen in der Straße vor dem Gebäude? Gaskessel und Erdgas als Brennstoff sind preiswerter und der Öltank kann demontiert werden. Verwenden Sie möglichst einen Brennwertkessel – der hat einen etwa um die fünf Prozent besseren Wirkungsgrad – spart ebenfalls Brennstoff.  Die Abgasleitung muß allerdings überprüft und gegebenenfalls erneuert werden.

Wir haben eine Erdgasleitung in der Straße und überlegen nun, auf Gas zu
wechseln. Was wären die Vorteile für uns?

Erdgas ist fast immer preiswerter als Heiz-öl, vor allem wenn man regelmäßig die Konditionen überprüft und einen günstigen Gasanbieter wählt, über Internet, Vergleichsportale wie Verivox / Check 24 / TopTarif. Man braucht kein Lager – es ist platzsparend. Die Verbrennung von Erdgas ist „sauberer“ als die von Öl, da Heizöl einen höheren Schwefelanteil als Erdgas enthält.  


Wann lohnt sich eine Elektroheizung?
Wenn man fast keinen Heizenergieverbrauch mehr hat (Passivhaus) und kein Erdgasanschluß möglich ist. Aber auch dann ist eine Wärmepumpe empfehlenswerter als eine Stromdirektheizung. Strom ist etwa fünfmal teurer als Erdgas und viermal teurer als Heizöl.


Haben Sie Tips, wie wir unseren Gasverbrauch in unserer Stadtetagenwohnung reduzieren können?
Räume, die nur zeitweise genutzt werden, auf niedrigere Raumtemperatur beheizen. Thermostat auf 2 und die Tür zu Nachbarräumen geschlossen halten. Heizzeiten am Regler, wenn vorhanden, einstellen – wenn man tagsüber außer Haus ist, kann die Heizung auf „Nachtabsenkung“ gestellt werden. Sie können einen Energie-Check durch Energieberater der Verbraucherzentrale machen lassen – konkrete Tips kann man erst bei Besichtigung vor Ort geben.


Gibt es noch Fördermöglichkeiten, wenn wir eine neue Heizung einbauen lassen?
Ja, das KfW-Programm 430 „Investitionszuschuß“ Einzelmaßnahmen. In diesem Programm gibt es zehn Prozent der Aufwendungen als Zuschuß.


Müssen Öltanks regelmäßig technisch überprüft werden?
Ja. Oberirdische Behälter mit einem Volumen zwischen 1.000 und 10.000 Litern alle zehn Jahre, oberirdische Tanks mit mehr als 10.000 Litern alle fünf Jahre.


Unser Heizungsbauer empfiehlt uns einen Wartungsvertrag, ist das sinnvoll?
Wenn die Konditionen stimmen, dann ja. Dann können Sie die regelmäßige Kesselwartung nicht mehr vergessen – der Heizungsbauer meldet sich allein bei Ihnen. Und da er Ihre Anlage kennt, kann er die Wartung schneller durchführen und hat mögliche, erforderliche Ersatzteile schon dabei, während eine neue Firma erst schauen muß, welche Technik bei Ihnen im Einsatz ist und dann erst die auszutauschenden Verschleißteile besorgen muß.


Wie können wir unseren Brennstoffverbrauch für die Warmwasserbereitung
verbessern. Sollten wir überlegen, auf elektrische Durchlauferhitzer
umzustellen?

Eine elektrische Warmwasserbereitung sollten Sie versuchen zu vermeiden, da sie etwa fünfmal teurer ist als mit Gas. Die elektrische Variante käme höchstens in Frage, bei äußerst gering benutzten Zapfstellen, beispielsweise im Gäste-WC. Ein paar einfache Tips wären, beim Waschbecken den Einhebelmischer dauerhaft auf der Kaltwasser-Stellung zu belassen. Überprüfen Sie die am Kessel eingestellten Warmwassertemperatur. 55 Grad Celsius sind ausreichend, ansonsten drohen eine zu hohe Verkalkung und Wärmeverluste.

Einmal jährlich sollte der Kessel gewartet werden, insbesondere die Reinigung der Düsen ist wichtig. Der Brenner spart damit bis zu 5 Prozent der Brennstoffkosten. Lassen Sie sich bei der Wartung vom Monteur Einstellmöglichkeiten am Regler erläutern und die Nutzungszeiten einstellen. Sie können mit einem Gebäudecheck durch die Verbraucherzentrale weitere, einfache Einsparmöglichkeiten herausfinden.


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