Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Korrektur notwendig

Bei Bewertung von Lauben in Kleingärten muß Instandhaltung mit einfließen

Kündigt ein Kleingärtner seine Parzelle, so wird auch der Bauzustand der Laube oder ähnlicher Gebäude beurteilt – und bewertet, wie lange diese noch genutzt werden können. Danach richtet sich, in welcher Höhe der Kleingärtner entschädigt wird.

Solche Fragen spielen in Beratungsgesprächen immer wieder eine Rolle. Insbesondere interessiert die Pächter, inwieweit während der Pachtlaufzeit durchgeführte Instandsetzungsmaßnahmen zu einer Verlängerung der Restnutzungsdauer von Baulichkeiten führen.

In den Richtlinien des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e. V. für die Abschätzung von Baulichkeiten, Außenanlagen und Aufwuchs wird zumindest die Möglichkeit eröffnet, bei besonders gutem Erhaltungszustand die Restnutzungszeit in mehreren Stufen bis maximal 15 Jahre zu verlängern. Offenbar kommt das in der Praxis aber so gut wie nie vor, obgleich uns oft Bilder von einem exzellenten Erhaltungszustand vorgelegt werden.

In einem Schreiben des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde an den Bezirksverband Charlottenburg der Kleingärtner vom 14. Januar 2015 wird dieses Problem hinsichtlich der Abschreibungssätze für Kanalisationsanlagen thematisiert.

Zunächst wird dort festgestellt, daß es sich um ein generelles Problem bei der Bewertung von baulichen Anlagen handelt. Nach den geltenden Richtlinien für die Wertermittlung stellt die Anwendung sogenannter Abschreibungssätze nur einen ersten Schritt bei der Bewertung dar.

Werden Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen ergriffen, führen diese regelmäßig zu einem Werteerhalt. Dieser Werteerhalt kann jedoch nicht vorab durch Pauschalsätze festgelegt werden, sondern ist zum Zeitpunkt der Wertermittlung konkret zu schätzen.

Sind zum Zeitpunkt der Wertermittlung die konkret vorhandenen Mängel erfaßt und die Kosten der Mängelbeseitigung geschätzt worden, so deutet dies auf eine korrekte Beurteilung hin, sagt die Rechtsprechung. In einem zweiten Schritt ist der Wert einer baulichen Anlage nach Maßgabe der Abschreibungstabellen festzustellen. In einem dritten Schritt ist dann die Frage zu klären, inwieweit regelmäßige Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen zu einer Erhöhung der Restnutzungsdauer geführt haben.

Kleingärtner sollten also bei Abschätzungen gezielt auf Instandsetzungs- und -erhaltungsmaßnahmen hinweisen und dies durch Nachweise belegen können. Berücksichtigen die vom Landesverband ausgebildeten Abschätzer diese Informationen nicht, bleibt nur die gerichtliche Auseinandersetzung, mit guter Aussicht auf Erfolg. Dazu werden wir Sie auf dem Laufenden halten.  
        
Michael Jagielski

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