Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Tür zu per Fernbedienung

Wie Technik Alltag erleichtert: zu Besuch in der Pflege-Musterwohnung

In der Musterwohnung

Fragen zum Leben und Wohnen im Alter und zur Pflegebedürftigkeit beschäftigen viele unserer VDGN-Mitglieder. Technische Unterstützung im Alltag kann helfen, auch mit körperlicher Beeinträchtigung oder Pflegebedürftigkeit in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben.

Der VDGN lud zu einem Workshop am 12. Oktober 2015 in die „Pflege-Musterwohnung“ der OTB GmbH & Co. KG in Berlin-Marzahn (Meeraner Straße 7) ein. Hier sind auf 140 Quadratmetern Bad, Küche, Flur, Schlaf- und Wohnzimmer mit diversen intelligenten Lösungen zu sehen. Die Bandbreite reicht von geringinvestiven Hilfen im Alltag, wie LED-Sockelleisten mit Bewegungsmeldern, Heizungssteuerung ohne Batterie, überall platzierbare Funkschalter, Steckdosenaufsatz zum leichten Entfernen des Steckers bis zum Hausschlüssel mit Fernbedienung.

Dagegen hat das Pflegebett, das sich per Knopfdruck in Sitzposition bringt, dreht, nach vorne kippt und dadurch beim Aufstehen hilft, seinen Preis. Dieses Bett muß man aber nicht kaufen. Es kann gemietet werden und wird dadurch erschwinglicher.

Nach dem Blick auf das, was es heute schon gibt, gab es auch den Blick in die Zukunft. Vertreter der jungen Generation, Studenten von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und ein Jungunternehmer aus der Welt der Spiele und Interaktionen, zeigten ihre frische Ansichten auf die Dinge und wie sie verbessert werden können.

In der gemeinsamen Diskussion im Anschluß an die Führung wurde festgehalten, daß es viele gute Einzellösungen gibt, die aber in ihrer Steuerung nicht aufeinander abgestimmt sind. Das führt zum Beispiel dazu, daß es im Bad einen bunten Mix aus acht Schaltern für Licht, Heizung und andere Sensorik gab. Wer sieht denn da noch durch?

Ein Touchscreen für alle Funktionen wäre hier die bessere Lösung. Diese gilt es aber noch zu entwickeln. Anspruch sollte es dabei sein, preiswerte Massenprodukte, wie Sensoren und Smartphone mit intelligenter Software miteinander zu verknüpfen, so daß im Idealfall „alle Funktionen unter einem Hut sind“.

Neue Techniken, die ursprünglich aus der Spielewelt kommen, haben das Potential, unsere Sinne und kognitiven Fähigkeiten zu verfeinern. Spezialbrillen zeigen virtuelle Welten, Programme erweitern Realitäten durch Vermischung von realen und virtuellen Bildern. Diese Ansätze eröffnen uns neue Möglichkeiten der Unterhaltung und Information – nicht nur im hohen Alter.

Der Dialog zwischen Alt und Jung sowie zwischen Nutzern und Anbietern wurde mit diesem Workshop eröffnet. Eine Fortsetzung folgt.                                 

Dr. Martyna Voß

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