Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Neue Klasse – mehr in die Kasse

Berlin-Pankow: Anlieger der Schönhauser Straße empört über Straßenreinigungsentgelt

Romana und Heinz Jaderkopp

Unaufhörlich rollt der Verkehr durch die schmale Schönhauser Straße in Rosenthal, Berlin-Pankow. Schwere Laster donnern im Minutentakt an den teils denkmalgeschützten Häusern vorbei. Romana Raderkopp: „Unsere alten Häuser zeigen schon Risse.“ Doch der stetig zunehmende Verkehr ist nicht ihr einziges Problem: Seit Juni müssen Anlieger für die Straßenreinigung bezahlen. VDGN-Mitglied Heinz Raderkopp ist verärgert. „Mehr als 40 Euro im Monat, macht einen halben Tausender im Jahr. Das ist doch Abzocke!“

Jahrzehntelang erledigten sie das selbst, gehörten zur Reinigungsklasse C für „ungenügend ausgebaute“ Straßen. Doch mit einem Mal entdeckte die sogenannte Straßeneingruppierungskommission, in der die Senatsumweltverwaltung das Sagen hat, ihren Straßenabschnitt und ordnete ihn als „genügend ausgebaut“ in die höhere Kategorie A4 des Straßenreinigungsverzeichnisses ein. Obwohl sich an der Straße gar nichts geändert hatte.

Sie bekamen einen Brief von der BSR, und dann die Rechnung. Widerspruch einzulegen, war auch nicht möglich. Ein Kehrfahrzeug wurde seither selten gesehen, obwohl einmal wöchentlich gereinigt werden müßte. Vieles machen die Raderkopps nach wie vor selbst, sammeln Unrat vom Seitenstreifen vor ihrem Zaun oder mähen die Wiese. Doch der sich häufende Dreck auf dem Gehweg zeigt, daß hier lange nicht gekehrt wurde.

Eine weitere Ungerechtigkeit: Die Grundstücksfläche entscheidet über die Höhe des Straßenreinigungsentgelts. Romana Raderkopp: „Wir werden dafür bestraft, daß wir unser großes Grundstück – eine ehemalige Gärtnerei – mit alten Bäumen, seltenen Tieren und Pflanzen erhalten und nicht teilen wollten.“

Zum Tag der Offenen Gärten durchstreiften übrigens 500 begeisterte Besucher das grüne Kleinod.                      

Kerstin Große

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