Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Lärmschutz fehlt – wehrt Euch!

VDGN-Aufruf an Betroffene im Umfeld des Flughafens BER Berlin-Schönefeld

Wir schreiben hier über ein Problem, das es überhaupt nicht geben dürfte und richten deshalb den unten stehenden Aufruf an die Betroffenen. Der Lärmschutz an den Häusern in der Umgebung des Flughafens BER hätte bis zur geplanten Eröffnung im November 2011 eingebaut sein müssen.  Er fehlte in über 90 Prozent der Fälle auch, als der Sekt für die geplante Eröffnungsfeier am 2. Juni 2012 schon kaltgestellt war. Er fehlte ebenso bei der Vielzahl weiter geplanter Eröffnungstermine; und er fehlt insbesondere im hochlärmbelasteten Tagschutzgebiet überwiegend auch noch heute. Dessen ungeachtet soll am 2. Mai diesen Jahres die Südbahn mit dem gesamten Flugverkehr belastet werden, um die Nordbahn zu sanieren. Von der Flughafengesellschaft wurden sogenannte Anspruchsberechtigungen (ASE) verschickt, in denen den Betroffenen vorgeschrieben wird, welche Schallschutzeinrichtungen sie einbauen lassen sollen und wieviel das maximal kosten darf.

Für Betroffene stellen sich folgende Fragen: Sehen Sie sich an, was in welcher Ausführung gemacht werden soll. Der VDGN bietet dazu auch Beratungen an.


Widerspruch einlegen
Hat die Objektaufnahme ihre Richtigkeit? Sind Sie wirklich damit einverstanden, daß bei Ihnen eventuell Räume wegen zu niedriger Raumhöhe, zu kleiner Fläche oder aus anderen unverständlichen Gründen nicht geschützt werden sollen? Wollen Sie zulassen, daß die Wände, Decken und Dächer von der Rauminnenseite gedämmt werden, so daß die Raumgröße und -höhe verändert wird?  Sie sollen als Eigentümer für die Beauftragung, die Gewährleistungsansprüche und die Bauabnahme bzw. Verfolgung von Baumängeln verantwortlich sein. Wollen Sie riskieren, daß fehlende Prüfzeugnisse und die angekündigte Mittelverwendungsprüfung der FBB dazu führen können, daß Sie auf Kosten sitzen bleiben?

Unser Rat: Falls nicht, sollten Sie nicht abwarten, sondern unbedingt sofort und schriftlich Widerspruch einlegen – beim Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH (FBB), Abteilung Schallschutz, 12521 Berlin und bei der Gemeinsamen Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg, LBV, Mittelstraße 9, 12529 Schönefeld.

Aufruf an Betroffene
Der VDGN bittet alle von der geplanten Südbahn-Inbetriebnahme Betroffenen, die abschätzen können, daß bis zum 2. Mai des Jahres trotz beantragten Schallschutzes dieser nicht realisiert sein wird, uns zu benachrichtigen: per Mail an info@vdgn.de oder per Post an den VDGN, Irmastr. 16, 12683 Berlin. Neben einem laufenden Widerspruchsverfahren können Gründe für nicht rechtzeitigen Lärmschutz sein, daß Sie überhaupt noch keine Mitteilung von der FBB erhalten haben oder daß Sie eine Auskunft von Firmen haben, die darauf hinweist, daß die Maßnahmen keinesfalls bis zum 2. Mai realisiert sein können.

Prof. Dr. Ulrich Geske, AG Schallschutz beim VDGN

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