Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Absetzbar: Kosten für den Winterdienst

Fragen und Antworten zum Thema Steuern

Wann die Steuerklasse wechseln? Welche Betriebskosten und welche Handwerkerrechnungen können in der jährlichen Lohnsteuererklärung berücksichtigt werden? Welche Regeln sind neu? Fragen zum Thema Steuern beantworteten beim Telefonforum des VDGN Markus Deutsch und Uwe Rauhöft vom Verband der Neuen Lohnsteuerhilfevereine NVL.

Ich habe gehört, daß jetzt auch Anliegerbeiträge für Wasser und Abwasser absetzbar sind. Ist das richtig und werden die gesamten Kosten berücksichtigt?
Sie meinen sicher die Absetzbarkeit als Handwerkerkosten. Hier hatte der Bundesfinanzhof im vergangenen Jahr entschieden, daß Beiträge für einen nachträglichen Wasseranschluß abgesetzt werden können. Die Finanzverwaltung hatte dies bisher abgelehnt, weil die Leistungen nicht ausschließlich auf dem Grundstück erbracht werden. Das sah der Bundesfinanzhof anders. Nunmehr ist das Urteil im Bundessteuerblatt veröffentlicht und muß von den Finanzämtern angewandt werden. Damit können Beiträge für einen neuen Anschluß an das öffentliche Wasser- und Abwassernetz berücksichtigt werden. Allerdings gilt dies nur für die Arbeitsleistung und nicht für Materialkosten. Da bisher die Materialkosten im Beitragsbescheid nicht separat ausgewiesen werden, können Sie diese aber auch in Anlehnung an den vom Bundesfinanzhof entschiedenen Fall mit 40 Prozent herausrechnen. Damit wären 60 Prozent der Beiträge zu berücksichtigen. Ein Fünftel (20 Prozent) dieses Betrages mindert unmittelbar die Einkommensteuer.

In einem weiteren Urteil hatte der Bundesfinanzhof übrigens Kosten für den Winterdienst ebenfalls anerkannt, obwohl die Leistungen außerhalb der Grundstücksgrenzen erbracht wurden. Auch dieses Urteil ist nunmehr von den Finanzämtern anzuwenden. Wer in seinen Betriebskostenabrechnungen solche Positionen findet, sollte sie als haushaltsnahe Dienstleistung ebenfalls in die Einkommensteuererklärung eintragen. Ob dies auch für Straßen- und Gehwegreinigungsgebühren gilt, die in einigen Gemeinden ebenfalls auf Anwohner umgelegt werden, wird von der Finanzverwaltung unterschiedlich gesehen. Nach unserer Auffassung sind solche Kosten jedoch ebenfalls absetzbar.

Ich bin Mieter und mache in meiner Steuererklärung bestimmte Kosten aus meiner Betriebskostenabrechnung geltend. Leider erhalten wir die Abrechnung immer erst sehr spät im Jahr. Das Finanzamt fordert die Steuererklärung jedoch bis zum Mai. Wie soll ich mich jetzt verhalten? Ist dies ein Grund für eine Fristverlängerung zur Abgabe der Steuererklärung?
Sie können die späte Zusendung der Betriebskostenabrechnung durchaus als Grund für eine Fristverlängerung angeben. Das ist allerdings nicht notwendig. Sie können nämlich die Betriebskostenabrechnung ausnahmsweise auch in der nächsten Steuererklärung geltend machen. Das Bundesfinanzministerium hat im Anwendungsschreiben zu den haushaltsnahen Dienstleistungen geregelt, daß sowohl Mieter als auch Eigentümer wählen können. Entweder sie machen die Aufwendungen bereits für das Jahr der Vorauszahlungen ihrer Betriebskosten geltend oder erst für das Jahr, in dem die Beschlußfassung über die Betriebskostenabrechnung erfolgt. Das wäre in Ihrem Fall das Jahr 2015 – für die Kosten und Vorauszahlungen 2014. Sie würden diese Aufwendungen dann also im nächsten Jahr in der Steuererklärung 2015 abrechnen.

Ich hatte 2014 mehrere Dienstreisen, auch ins Ausland. Was kann ich eigentlich als Spesen abrechnen?
Die Reisekosten für Auswärtstätigkeiten wurden ab 2014 neu geregelt. Größere Änderungen gibt es bei den Verpflegungspauschalen. Günstiger wird die Abrechnung bei einer mehrtägigen Auswärtstätigkeit mit Übernachtung, die in Ihrem Fall sicherlich vorlag. Für den An- und den Abreisetag ist keine Min-
destabwesenheit Zeit mehr erforderlich. Bei Auswärtstätigkeiten im Inland können stets 12 Euro Verpflegungspauschale berücksichtigt werden. Für die Zwischentage bei ganztägiger Abwesenheit gelten unverändert 24 Euro. Für Auswärtstätigkeiten ins Ausland veröffentlicht das BMF jährlich neu separate Werte. Dabei nehmen sie auch am Anreise- und Abreisetag bei Fahrten von Deutschland ins Ausland stets den Auslandssatz.

Wichtig ist noch, daß Sie die Verpflegungspauschalen kürzen müssen, wenn Sie unentgeltlich Mahlzeiten erhalten haben.  Das ist bei Hotelübernachtungen oft beim Frühstück der Fall. Die Verpflegungspauschale kürzt sich um 20 Prozent des Höchstbetrages für ganztägige Abwesenheit für das Frühstück und jeweils um 40 Prozent für erhaltenes Mittagessen und Abendbrot.

Wie wird eine Rente aus der betrieblichen Altersvorsorge versteuert?
Das kann ganz unterschiedlich sein und hängt davon ab, wie die früheren Einzahlungen steuerlich behandelt wurden. Erfolgte die Einzahlung aus versteuernden Einkommen, beispielsweise durch pauschale Besteuerung der Beiträge in eine Direktversicherung, ist die spätere Auszahlung nur mit einem geringen Ertragsanteil steuerpflichtig. Dieser Ertragsanteil hängt vom Alter bei Rentenbeginn ab. Bei einer Rente ab dem 65. Lebensjahr beträgt er beispielsweise 18 Prozent. Wenn die Einzahlungen hingegen aus steuerfreiem Einkommen erfolgten, ist die spätere Auszahlung in voller Höhe steuerpflichtig. Dazwischen gibt es noch eine Reihe weiterer Sonderregelungen. In bestimmten Fällen ist der Auszahlungsbetrag auch aufzuteilen und die Teilbeträge werden steuerlich unterschiedlich berücksichtigt. Letztlich ergibt sich die steuerliche Behandlung aus der Leistungsmitteilung, die Sie zu Beginn oder bei jeder Änderung der Zahlbeträge vom Rententräger erhalten haben. In diesem Vordruck steht, in welcher Zeile der Anlage R die Beiträge einzutragen sind.

Werden die Steuerklassen automatisch geändert, wenn sich mein Familienstand geändert hat?
Eine Heirat wird von den Gemeinden automatisch gemeldet. Die Ehepartner werden dann in die Steuerklassen IV/IV eingeordnet. Diese entsprechen in der Steuerbelastung jedoch der Steuerklasse I, so daß sich kein Steuervorteil für die Partner ergibt. Wer eine andere Steuerklassenkombination wählen möchte, muß dies beim Finanzamt beantragen.

Wer sich von seinem Partner getrennt hat, muß dies dem Finanzamt anzeigen und für das Jahr nach der Trennung die Steuerklasse als Alleinstehender eintragen lassen. Dazu besteht eine gesetzliche Pflicht. Das gilt auch für Alleinerziehende, bei denen der Freibetrag wegfällt, weil kein Kindergeld mehr gewährt wird oder ein neuer Partner oder andere erwachsene Person, beispielsweise ein Familienangehöriger, in den Haushalt mit eingezogen ist. In diesem Fall besteht kein Anspruch mehr auf die Steuerklasse II.

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