Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Hand in Hand

Firmenporträt: Fliesenleger Mario Engelhardt und Jens Arnold

Fliesenleger ist ein anstrengender und anspruchsvoller Beruf. „Kaum einer von den jungen Leuten will ihn heute noch ausüben, das Handwerk stirbt aus“, sagt Mario Engelhardt, 46, der 1993 auf Empfehlung eines Kollegen vom Haushandwerker zum Fliesenleger umsattelte. Vor Aufträgen konnte man sich zu jener Zeit vor allem im Osten der Hauptstadt oder dem Umland kaum retten, erzählt er. „Alle wollten sie endlich moderne, geflieste Bäder!“

Engelhardt arbeitete gut, war zuverlässig und pünktlich. Das sprach sich herum, und so konnte er über mangelnde Nachfrage nicht klagen. Schon bald machte  er sich selbständig, akquirierte Aufträge bei privaten Kunden wie auch bei Hausverwaltungen und Wohnungsgesellschaften bzw. -genossenschaften.
Vier Jahre lang war er in Süd-Schweden bei großen Bauprojekten mit von der Partie, legte in ungezählten neuerrichteten Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern Fliesen – eine Erfahrung, die er nicht missen will.

Seit dem Jahr 2000 ist er Mitglied im Unternehmenspool des VDGN. Von der Reparatur schadhafter Fliesen über das komplette Neufliesen von Bädern, Küchen und anderen Räumen bis hin zur Neugestaltung von Terrassen oder Hauseingängen reicht sein Angebot. Fachlich einwandfrei, zuverlässig und pünktlich, so lautete das durchweg positive Urteil von VDGN-Mitgliedern, die Mario Engelhardts Leistungen bislang in Anspruch nahmen.

Bei größeren Projekten kann er sich auf seine langjährigen Partner, so zum Beispiel Bau- und Sanitärfirmen, stützen. Besonders eng kooperiert er mit Jens Arnold, 45, ebenfalls selbständiger Fliesenleger.

Die Auftragslage ist solide, beide sehen dem neuen Geschäftsjahr gelassen entgegen. Sie wissen, was sie können. Eine Woche Ruhe macht sie nicht mehr nervös wie noch in den Anfangsjahren. „Dann ist endlich mal Zeit für den Schreibkram“, erklärt Mario Engelhardt.

30 bis 40 Prozent ihrer Aufträge kommen von privaten Kunden, der andere Teil von Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern. Wohnungsbaugesellschaften und Hausverwaltungen zählen dazu. Aktuell wirken sie – neben privaten Aufträgen – mit an einem Modernisierungsvorhaben in der Berliner Universität der Künste (UdK).

Die beiden Fliesenleger sind zwar Einzelunternehmer, aber häufig Teil eines großen Teams. Oft sind mehrere Gewerke an Bauprojekten beteiligt. „Da muß es Hand in  Hand gehen, zählen gute Planung, Organisation und exakte Absprachen“, unterstreicht Jens Arnold.

Neue Trends beobachten die beiden genau: „Fliesen von heute sind mit den herkömmlichen Produkten der neunziger Jahre nicht mehr vergleichbar. Die Ansprüche sind gewachsen. Auch in der Herstellung hat sich sehr viel gewandelt“, berichtet Mario Engelhardt. „Heute verbauen wir meist großformatige, sehr harte Fliesen. Solche Feinsteinzeugprodukte anzubringen, das ist ziemlich anspruchsvoll. Auch die Vorarbeiten müssen exakt sein, diese Fliesen brauchen eine spiegelglatte Estrich-Fläche“, erklärt Jens Arnold.

So gut die beiden Ostberliner ihre Landsleute verstehen, die noch alles selbst machen wollen: Sie können nur empfehlen, bereits bei der Planung des Vorhabens, aber auch bei der Auswahl des Materials den Fachmann zu Rate zu ziehen. Langjährige Beziehungen, die die beiden Fliesenleger zu einem großen Berliner Fachhändler pflegen, ermöglichten oft gute Angebote. Überdies helfen dort Kundenberater den Bauherren, sich in der überbordenden Warenvielfalt zurechtzufinden und das Richtige für den konkreten Zweck auszuwählen.
Zwar malt Mario Engelhardt die Zukunft des Fliesenlegerhandwerks eher in düsteren Farben. Unter den Berufskollegen seien kaum Jüngere, beobachtet er. Wenigstens einen Hoffnungsschimmer hat sein Geschäftspartner Jens Arnold dann aber doch parat: Sein 18jähriger Sohn wußte schon in der 9. Klasse genau, was er werden wollte und wird jetzt die Lehre aufgrund guter Leistungen vorzeitig beenden können – als Fliesenleger!

Kerstin Große

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