Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Gesundes Raumklima ist gut fürs Haus

Fragen und Antworten zum Thema Schutz vor Feuchteschäden

Ob Schimmelpilze an den Wänden, Hausschwamm oder Wasserschäden am Gebäude – wer effektiven Schutz vor Feuchteschäden möchte, sollte sein Haus gründlich analysieren und effektiv sanieren. Tips für richtige Sanierung und gewissenhafte Ursachenbeseitigung gab Ingo Thümler, Sachverständiger für Feuchte- und Wasserschäden, Schimmelpilze, Holz- und Bautenschutz, im Telefonforum des VDGN.

Wir möchten gern Dielen auf einen Betonboden verlegen. Wir fragen uns, wie kann eventuell Feuchtigkeit vom Boden verhindert werden? Mit einer Folie als Dampfsperre? Oder lieber nicht?
Sofern der Betonboden trocken ist und bleibt, besteht keine Gefahr, da die Dielen diffusionsoffen sind. Sollte jedoch zu erwarten sein, daß Feuchtigkeit vorkommen kann, ist eine Dampfsperre angeraten. In jedem Fall sollte kein dampfdichter Belag (Linoleum) auf die Dielen gelegt werden, wenn unten keine Abdichtung ist, da es sonst zu Schwitzwasser und damit zu Pilzbefall kommen kann. 

In unserem Haus riecht es immer irgendwie schimmlig, obwohl wir häufig lüften. Wir können an den Innenwänden jedenfalls nichts erkennen. Woran könnte es liegen?
Schimmliger Geruch ist ein Zeichen dafür, daß auch Schimmelpilze ausgekeimt sind. Grundlage jedes Schimmelbefalls ist zu viel Feuchtigkeit. Dies kann raumklimatische Ursachen, wie hohe Luftfeuchtigkeit oder auch ein Feuchtigkeitseintritt – auch unbemerkt – haben. Es ist angeraten, die Raumluftfeuchte nicht dauerhaft über 65 Prozent relative Luftfeuchte bei 20 Grad Celsius Raumtemperatur zu halten. Sofern das mit Lüften und Heizen gelingt, sollte der Schimmelgeruch bald von selbst verschwinden. Um jedoch eine genaue Aussage zu treffen, sollte sich ein Fachmann den Fall genau ansehen.

Unsere Fassade hat Risse, durch die Nässe eindringt. Reicht es, die Fassade zu reparieren oder müssen wir das Mauerwerk untersuchen lassen?
Ein fachgerechter Verschluß der Risse sollte reichen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Schimmel- und Schwammbefall?
Ja. Der größte Unterschied ist, daß Schwamm (Echter Hausschwamm – serpula lacrymans) ein Holz zerstörender Pilz ist. Dieser lebt vom Abbau der im Gebäude enthaltenen Holzbauteile und zerstört diese. Schimmelpilze können dies nicht.

An unserer Innenverkleidung ist Schimmel. Müssen wir die gesamte Verkleidung entfernen oder reicht es, den Schimmel abzuwischen?
Dies kommt auf die Intensität des Befalls an. Oft ist das Mycel des Schimmels in das Holz eingewachsen und kann dann relativ schnell wieder auswachsen. Ist die Holzoberfläche aber versiegelt, kann auch Abwischen ausreichen. In jedem Fall ist zu vermeiden, daß Holzbauteile feuchter Umgebung ausgesetzt sind, da sie durch die organische Substanz sonst immer wieder neuen Befall von Schimmel ermöglichen.
 
Wir haben ein älteres Haus, das nicht unterkellert ist. Von unserem Fußboden kommt immer Feuchtigkeit in die Räume. Was können wir dagegen machen?
Die Ursache der Durchfeuchtung genau untersuchen lassen. Erst dann kann man sinn- und wirkungsvolle Maßnahmen einleiten. Es lohnt sich dabei einen neutralen (bezahlten) Fachmann einzuschalten.

Was sollten wir beachten, damit in unserem Haus eine gesunde Luft ist und wir keine Feuchtigkeitsschäden bekommen?
Es ist zu versuchen, daß das Raumklima in allen Räumen gleichmäßig zwischen 18 und 22 Grad Celsius und 40 bis 60 Prozent  relativer Luftfeuchtigkeit hat. Außerdem sind neuralgische Punkte wie Regenentwässerung, Dach, Keller jährlich zu prüfen, um Wasserschäden von außen zu vermeiden.

Unsere Einbauküche ist an einer Mauerwand mit Außenverbindung montiert. Wir haben festgestellt, daß  die Einbauschränke nicht atmen können und es in den Schränken schimmelt. Was nun?
Einbauschränke verhindern, daß sich die Wand dahinter erwärmen kann (Schatten). Wenn, bevorzugt in der kalten Jahreszeit, die Wand noch weiter abkühlt, werden Taupunkttemperaturen erreicht, die früher oder später zu Schimmel führen.

Sofern möglich, sollte entlang der Außenwand (hinter der Einbauküche) ein Heizungsrohr verlegt werden, was diesen Wandbereich temperiert.

Eine andere Möglichkeit ist es, die Außenwand erst gar nicht so weit abkühlen zu lassen. Hier empfiehlt sich eine Dämmung. Darüber hinaus sollten die Räume ein angemessenes Raumklima von 18 bis 22 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchte bis maximal 60 Prozent  haben.

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