Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Viel Zustimmung zum Pflege-Rechtsschutz

Ihre Meinung ist weiter gefragt: Schreiben Sie uns, gerade wenn Sie nicht einverstanden sind

Im Heft 2/3-2014 hatten wir berichtet, daß die Delegiertenkonferenz des VMEG beschlossen hat, die Einführung einer Pflegerechtsschutzversicherung zu prüfen. Mit der Einführung der Rechtsschutzversicherung Pflege/ Schwerbehindertengrad verbunden ist eine generelle Beitragserhöhung des Mitgliedsbeitrages um 4,20 Euro pro Jahr, gleichbedeutend mit 35 Cent je Monat. Um diesen, äußerst geringen Beitrag mit den Rückversicherern vereinbaren zu können, bedarf es einer großen Gemeinschaft von Mitgliedern, im wahrsten Wortsinn der Solidargemeinschaft unserer Mitglieder. Deshalb hatten wir in unserer vorherigen Ausgabe den Aufruf an alle Mitglieder gerichtet, uns ihre Meinung zu diesem Thema mitzuteilen.

Für die uns sehr zahlreich per Telefon und E-Mail zugegangenen Meinungsäußerungen bedanken wir uns bei Ihnen sehr herzlich. Vielen Mitgliedern ist dieses Thema so bedeutsam, so daß sie, ohne selbst derzeit davon betroffen zu sein, ausführliche Briefe schrieben, in denen sie Erfahrungen aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis mitteilten. Viele begrüßten, daß sich unser Verband im Interesse seiner Mitglieder auch dem Themengebiet Leben, Wohnen und Pflege im Alter angenommen hat.

Nachfolgend wollen wir Ihnen einen ersten Überblick zu den eingegangenen Antworten unserer Mitglieder geben. Vorab ist festzustellen, daß die Zustimmung zur Einführung einer Rechtsschutzversicherung Pflege/ Schwerbehindertengrad unsere Erwartungen weit übertraf. Unter all den bisherigen Zuschriften und Telefonaten war bisher nur ein Mitglied, welches nicht für die Rechtsschutzversicherung unter dem Aspekt einer Gruppenversicherung plädierte. Das ablehnende Argument ging in die Richtung, ein Grundstücksverband solle sich um die Belange kümmern, die unmittelbar mit dem Eigentum zusammenhängen, und nicht um solche „Randgebiete“. Besonders geschätzt wird von diesem Mitglied die Vermittlung von Handwerkern über den Unternehmenspool des Verbandes. Auch Letzteres ist nur ein Aspekt unseres Serviceangebotes an unsere Mitglieder.

Warum wir uns um Pflege kümmern
Richtig ist, das Kerngebiet unseres Verbandes sind alle Belange und Probleme rund um das Grundstück, in welcher Besitzform auch immer vorhanden, und das Wohnungseigentum. Aber mit den Zeiten ändern sich die Probleme und die Sorgen. Haben wir in den Gründungszeiten unseres Verbandes noch um unsere Grundstücke gekämpft, so geht es heute zunehmend um das Kämpfen für das Grundstück, für den Erhalt des Eigentums oder Besitzes und darum, daß finanzielle Belastungen oder andere Auflagen unsere Mitglieder nicht dazu zwingen, ihre Immobilie aufgeben zu müssen.

Finanzielle Belastungen treten aber auch zutage, wenn eine Immobilie altersgerecht umgebaut werden muß, wenn im Pflegefall die Entscheidung steht, im eigenen Haus verbleiben zu können oder in ein Heim gehen zu müssen. Und an diesem Punkt schließt sich der Kreis.

Was Mitglieder meinen
Nun zu Antworten unserer Mitglieder im Einzelnen. Rund Zweidrittel dieser Mitglieder begrüßten sehr die Einführung einer Rechtsschutzversicherung und würden sofort beitreten, ohne daß sie selbst derzeit davon betroffen sind und auch absehbar nicht mit einer Betroffenheit rechnen. Das verbleibende Drittel stimmte nachhaltig auch für diese Versicherung insbesondere auf Grund von persönlichen Erfahrungen oder Berichten aus dem Bekannten- oder Freundeskreis.

Einzelne Mitglieder übersandten uns sogar Kopien von Unterlagen bis hin zu Gerichts-protokollen, die belegen, wie langwierig und für den Laien nicht nachvollziehbar die Einstufung bzw. Gewährung von Pflegestufen und / oder Anerkennung eines Behindertengrades ist. Tragisch ist ein Fall, in dem erst die gerichtliche Prüfung die Pflegebedürftigkeit nach jahrelangen Auseinandersetzungen bestätigte, die Begünstigte aber darüber bereits verstorben war.

Welche Fragen noch offen sind
Im Zusammenhang mit der zur Zeit noch mit den Rückversicherern zu den Einzelheiten verhandelten Konditionen erreichten uns folgende Anfragen, die wir nach derzeitigem Stand beantworten möchten:

- Wie kann ich meinen Ehepartner in diese Versicherung einbeziehen? – Selbstverständlich sollen die Ehepartner unserer Mitglieder auch die Möglichkeit haben, der Rechtsschutzversicherung beitreten zu können. Hierzu bedürfte es der Zeitmitgliedschaft des Ehepartners, verbunden nur mit einer einmaligen Aufnahmegebühr von 15 Euro. Da es sich bei dieser Versicherung aber um eine personenbezogene Absicherung mit einem sehr geringen Beitragssatz handelt, würde in diesem Fall für jede weitere Person der gleiche Betrag von 4,20 Euro aufs Jahr gerechnet zusätzlich erhoben werden.

- Wie verhält es sich mit der allseits bekannten Wartefrist bei Rechtsschutzversicherungen? Wir sind bereits Anfang 80 und uns kann dieses Schicksal jederzeit unmittelbar treffen. Hilft uns dann diese Versicherung? – Dieser Sorge vieler Mitglieder sind wir uns sehr bewußt. Grundsätzlich beträgt die Wartezeit nach den derzeitig verhandelten Konditionen drei Jahre. Gerade mit Einführung dieser Versicherung ist aber angedacht, in Abhängigkeit von der Mitgliedschaft eine Verkürzung der Wartezeit vorzunehmen. Das heißt: Je länger jemand Mitglied im VMEG ist, umso kürzer wird seine Wartezeit sein, bis der Pflegerechtsschutz greift. Bereits eine fünfjährige Mitgliedschaft führt zu einer Verringerung der Wartezeit. Wie genau die Staffelung aussehen soll, wird erst nach Abschluß der Verhandlungen mit der Versicherung gesagt werden können.

In Härtefällen, in denen das Alter unseres Mitgliedes und seine Mitgliedschaft Berücksichtigung finden wird, werden wir eine wohlwollende, individuelle Entscheidung für die Wahrung der Interessen unseres Mitgliedes im Rahmen der Anwendung der Versicherung treffen. Dies bedeutet, daß es in der Einführungsphase bzw. Anlauffrist individuelle Entscheidungen bezüglich der Wartefrist geben wird.

Was spricht dagegen?
Obwohl Sie sich bereits sehr zahlreich zu dieser für unseren Verband und uns allen wichtigen Frage geäußert haben, müssen wir feststellen, daß das vorliegende Meinungsbild noch nicht für eine tragfähige Entscheidung reicht. Deshalb appellieren wir an allle Mitglieder, die es noch nicht getan haben: Teilen Sie uns Ihre Meinung zur vorgesehenen Einführung einer Pflegerechtsschutzversicherung des VDGN mit.

Insbesondere bitten wir die Mitglieder, uns gegenüber ihren Standpunkt zu äußern, die eine solche Versicherung verbunden mit der geringen Beitragserhöhung für alle Mitglieder nicht wollen und deshalb erwägen, die Mitgliedschaft aufzugeben. Denn es liegt nicht in unserem Interesse, eine Entscheidung zu treffen, die die Stärke unseres Verbandes, die Anzahl der in unserer Zweck- und Solidargemeinschaft zusammengeschlossenen Mitglieder schwächt.        

Eckhart Beleites, Hans-Joachim Kloetz  

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