Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Wasser sparen um jeden Preis?

Wenn EU-Normen zur Lachnummer werden und Politik ohne Vernunft betrieben wird

Der Reichstag vom Wasser umspült. Noch existiert solch ein Bild nur in der Vorstellung.

Wie sehen die wasserwirtschaftlichen Bedingungen in Italien oder Portugal aus? Genauso wie in Deutschland? Wohl kaum. Und doch gelten Richtlinien der Europäischen Kommission (EU) für alle Mitgliedsstaaten gleichermaßen.

Beispiel: Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU von 2000 für „Gewässerschutz und Wasserpolitik“. Sie dient dem Ziel, auch künftig ausreichende Mengen an Wasser in hoher Qualität zur Verfügung zu stellen und dessen effiziente Verwendung für Menschen, Unternehmen sowie für den Umweltschutz zu gewährleisten. Grundsätzlich ist das zu begrüßen. In Deutschland umgesetzt, haben die strikten Sparvorgaben aus Brüssel jedoch einen fatalen Trend gefördert: Hohe Wasserpreise, sinkender Verbrauch einerseits, überschwappende Wasserreservoire und bedrohlich anschwellende Grundwasserpegel andererseits.

Daß die Politik in Deutschland endlich zur Vernunft kommt und solche unheilvollen Entwicklungen stoppt, darf im Interesse derer, die darunter leiden, nicht nur ein frommer Wunsch bleiben.

Sonst drohen die EU-Wasser-Normen zu einer Lachnummer zu werden wie einst die legendäre „Gurkenverordnung“: Das Ge-müse habe eine „maximale Krümmung“ von zehn Millimetern auf zehn Zentimeter aufzuweisen, hieß es dort vor 25 Jahren. 2009 aufgehoben, wird das Symbol des Regelungswahns noch immer befolgt.

M.R./K.G.

zurück