Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Hilfe bei Streit um Pflege

VMEG-Delegierte beschlossen, Einführung einer Pflege-Rechtsschutzversicherung zu prüfen

In unserer immer älter werdenden Gesellschaft wächst die Zahl Pflegebedürftiger rasant. 2,2 Millionen Menschen waren es 2012, in zehn Jahren werden es 3 Millionen sein. Mit immer mehr Pflegebedürftigen steigt auch die Zahl abgelehnter Anträge auf Pflege/ Schwerbehindertengrad bzw. die Verweigerung der Einstufung in eine höhere Pflegestufe. Bereits heute ist ein Drittel aller Antragsteller von einer solchen Ablehnung betroffen. Das bedeutet: Der private Anteil an den Kosten für die Pflege eines Pflegebedürftigen steigt deutlich. Was tun, wenn man sein Erspartes bis hin zu seinem Haus in solchen Fällen nicht verlieren will? Man muß sich wehren gegen die falsche Einstufung/Bewilligung? Dabei kann die konzipierte Rechtsschutzversicherung Pflege des VMEG sehr hilfreich sein.

Die Fakten: Von rund 1,6 Millionen Anträgen auf Pflegegeld (bei Erstbegutachtung) und weiteren 500.000 Anträgen auf Höherstufung wurden 2011 rund 700.000 abgelehnt (Quelle BARMER GEK). Häufig bleibt den Betroffenen nur, Widerspruch einzulegen und (nach Ablehnung des Widerspruchs) der Gang zum Sozialgericht. In diesem Fall braucht es anwaltliche Hilfe, um sein Recht durchzusetzen – was mit erheblichen zusätzlichen Kosten verbunden sein kann.

Vor diesem Hintergrund schlug Eckhart Beleites (langjähriger VMEG-Vorsitzender und heute Vize-Vorsitzender) der 14. VMEG-Delegiertenversammlung vor, die Einführung einer Rechtsschutzversicherung Pflege/ Schwerbehindertengrad zu prüfen. „Eine Gebäudebrandschutzversicherung schließt jeder ab“, so Eckhart Beleites, „doch im Vergleich zum Brandrisiko gibt es ein 10mal höheres Risiko, das eigene Haus aufgrund von Pflegebedürftigkeit in der Familie zu verlieren“. Mit einem Beschluß beauftragte die Delegiertenversammlung des VMEG den Vorstand mit der Untersuchung zur Einführung einer Pflegerechtsschutzversicherung für alle VMEG-Mitglieder. „Fallen die Recherchen positiv aus“, so heißt es, „kann diese Versicherung, verbunden mit einer Erhöhung des Mitgliedsbeitrages, die nicht höher als 4,20 Euro / Jahr sein darf, eingeführt werden“. Dazu ist uns Ihre Meinung wichtig. Was halten Sie davon?

Zu den Details: Die Rechtsschutzversicherung Pflege des VMEG soll im Streitfall greifen. Genau dann also, wenn Anträge auf Pflege/ Schwerbehindertengrad bzw. auf eine Erhöhung der Pflegestufe/ Schwerbehinderten-grad durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen abgelehnt werden. Genau dann also, wenn man als Betroffener juristisch sein Recht durchsetzen will. Die Kosten für diese Versicherung sollen, wie bereits erwähnt, 4,20 Euro pro Jahr betragen! Sie haben sich nicht verlesen: 4,20 Euro – pro Jahr. Pro Monat also 0,35 Cent.

Übrigens: Diese Art der Versicherung – die Rechtsschutzversicherung Pflege des VMEG, wäre nach unseren Kenntnissen bisher einmalig in Deutschland.

M.H.

zurück