Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Energiesparen ja! Sanierzwang nein!

Von Peter Ohm, Präsident des VDGN

Nicht verrückt machen lassen – so heißt die Devise auch dann, wenn es um die energetische Sanierung von Eigenheimen geht. Zwar hat die Bundesregierung hochfliegende Ziele anvisiert, indem bis 2050 der Energiebedarf bei den Gebäuden um 80 Prozent reduziert werden soll. Und die hochmoralische Begründung dafür heißt Klimaschutz mittels Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Doch ist zum einen bis heute nicht wirklich geklärt, ob es eine quasi hausgemachte Erderwärmung überhaupt gibt – der Temperaturanstieg der Atmosphäre jedenfalls pausiert seit etlichen Jahren. Zum anderen muß gefragt werden, ob die Annahmen über den heutigen Energiebedarf von Gebäuden, von denen das Sparziel ausgeht, überhaupt stimmen.

So kommt eine Studie des Berliner empirica-Instituts, das den Zustand und den Energieverbrauch von Eigenheimen bis zum Baujahr 1978 untersucht hat, zu dem Schluß: Insgesamt sei der Bestand von Ein- und Zweifamilienhäusern in energetischer Hinsicht in einem guten Zustand. 81 Prozent der Heizungsanlagen seien höchst- oder hocheffizient, 96 Prozent aller Fenster mindestens zweifach verglast. Gering sei der Wert mit 35 Prozent allerdings bei der Außenwanddämmung.

Die empirica-Studie untersucht aber auch das Nutzerverhalten der Eigenheimer. Und es zeigte sich: Sie verbrauchen gerade in den ungedämmten Häusern wesentlich weniger Energie, als es den DIN-Normen für ihre Gebäude entspricht. So wird in den Schlafzimmern (jedenfalls auf die Heizung bezogen) weniger Energie verbraucht als in Wohnräumen, wenig genutzte Zimmer heizen die Leute eben nicht stärker als es aus Gründen des Frostschutzes sein muß. Die DIN-Normen für den Energieverbrauch, so sagt die Studie, seien völlig unrealistisch.

Die Studie kommt zu dem Schluß: Energetische Sanierungen sind im Regelfall unwirtschaftlich. Die eingesparten Energiekosten decken nicht die Kosten der Sanierungsmaßnahmen. Das ist eine Erkenntnis, die sich mehr und mehr durchsetzt, wobei sogar zunehmend in Frage steht, welche Effekte die kostenintensive Dämmung von Wänden überhaupt bringt – außer die Dämmstoffindustrie zu beglücken und Menschen, die nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren worden sind, das Wohnen in den eigenen vier Wänden zu verwehren.

In Berlin hat der VDGN vor Jahren mit dafür gesorgt, das Projekt eines Klimaschutzgesetzes zu versenken, das eine übereifrige Senatorin sich ausgedacht hatte. Schon damals war ein Argument nicht vom Tisch zu wischen: Hauseigentümer dürfen nicht zu Investitionen gezwungen werden, die ihnen ausrechenbar Verluste bescheren. Der VDGN wird darauf auch weiter gegenüber den Gesetzgebern in Bund und Ländern bestehen. Denn alles andere kommt – im übrigen auch bei Mietern, denen die Kosten für die energetische Sanierung auf die Miete draufgeschlagen werden – einer grundgesetzwidrigen Enteignung gleich.

Mit einer Verweigerung in Sachen Energiesparen hat unsere Haltung nichts zu tun. Die besagte Studie zeigt ja: Die Eigenheimer sparen Energie – ganz freiwillig und ohne Zwang.

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