Verband Deutscher Grundstücksnutzer

„Qualifikation ist das A & O“

Verantwortungsvoll führt Dachdeckermeister Steffen Jamrath das einst von den Eltern gegründete Unternehmen

Dachdeckermeister Steffen Jamrath

Mit einem Teerofen und Trabant 500 fing alles an. Viel mehr als diese Ausstattung hatte Gerhard Jamrath nicht, als er sich 1971 als Dachdecker in Berlin-Kaulsdorf selbständig machte. Dazu kamen profundes Können, das nötige Selbstvertrauen und seine Frau Renate, die ihm von Beginn an tatkräftig zur Seite stand. Selbst der ewige Materialmangel änderte nichts daran, daß die Dachdeckerfirma Jamrath sich bald einen Namen weit über den Ostberliner Stadtbezirk Köpenick hinaus machte.

Sohn Steffen wuchs ganz automatisch in das Familienunternehmen hinein: „Für mich stand früh fest, daß ich in Vaters Fußstapfen treten will“, erinnert sich der heute 35jährige. Ein Zuckerschlecken war die Ausbildung jedoch nicht. Der Vater hatte die Kollegen instruiert, den Filius „wie alle anderen zu behandeln, nur noch härter“. Worüber Steffen Jamrath heute schmunzeln kann.

Bei der Meisterprüfung der Dachdecker war er mit gerade 25 Lenzen der jüngste, wenige Jahre später schloß er auch sein Studium zum Betriebswirt des Handwerks erfolgreich ab.

Die Geschäftsführung übernahm er 2004 vom Vater, als der Bau- und Sanierungsboom der neunziger Jahre längst vorüber war und sich die Auftragslage auch für Dachdecker schwieriger darstellte. Auf dem Markt tummeln sich seither viele schwarze Schafe, die mit Niedrigstpreisen locken, es aber an Qualität und Sicherheit mangeln lassen, ganz zu schweigen von fairen Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Damit will und kann sich Steffen Jamrath nicht messen. Er will ehrliche Arbeit abliefern. Energisch und selbstbewußt im Auftreten, macht sich der Dachdeckermeister ungern von großen Bauträgern abhängig. Subunternehmer sollen alles aus eigener Tasche vorfinanzieren, müssen selbst aber ewig dem Geld für erbrachte Leistungen hinterherlaufen. „Mit mir nicht“, stellte er unmißverständlich klar und kümmert sich lieber eigenverantwortlich darum,  gute Aufträge an Land zu ziehen und die Arbeit auf den Baustellen zu organisieren. Seine Verantwortung als Firmenchef beschreibt er knapp und eindeutig: „Meine Mitarbeiter sollen darauf vertrauen können, daß ihr Lohn pünktlich auf dem Konto ist. Schließlich haben sie alle Familien!“

Sechs Beschäftigte gehören seit langem zu dem Innungsunternehmen, das seit 2005 auch Mitglied im Unternehmenspool des VDGN ist.

Regelmäßig kommen aus der Mitgliedschaft des Verbands Aufträge. Für die hohe Zufriedenheit der Kunden erhielt die Fachfirma das VDGN-Zertifikat. Zum Leistungsspektrum der Firma zählt Steffen Jamrath u. a. die Bauklempnerei, Zimmermannsarbeiten, Trockenbau im Dachgeschoß, Schornsteinkopf-Erneuerungen, Mauerwerksisolierungen, Terrassensanierung, Kies-Dächer sowie das Errichten von Gerüsten. Spezialisiert hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren als Fachverleger von bestimmten Dämmungen sowie für Dachfenster.

Dächer von Einfamilienhäusern neu zu decken oder zu reparieren, gehört zum Kerngeschäft der Firma Jamrath. Langfristige Instandhaltungsvereinbarungen mit Berliner Hausverwaltungen bringen zudem die nötige Kontinuität bei der Auftragssituation. Aber auch Großaufträge werden dem Unternehmen gerne anvertraut. So deckten Jamraths Mitarbeiter am renommierten Berliner Ensemble das Dach komplett neu mit Schiefer ein. Das wertvolle und widerstandsfähige Material wird in Berlin selten verarbeitet, eher in klimatisch rauheren Regionen. Es stellt besondere Ansprüche an handwerkliche Fertigkeiten derjenigen, die es verarbeiten, und dankt es mit langer Haltbarkeit.

Steffen Jamrath ist stolz auf diese Leistung. Als Fachmann weiß er nur zu gut, wie viele Fehler bei Arbeiten am Dach gemacht werden können. Mangelnde Qualifikation ist häufig ein Grund, aber auch Materialfehler kommen immer wieder vor. Beispielhaft nennt er die heute bei Sanierungen von der Energieein-sparverordnung vorgeschriebene Dämmung, bei der oft gepfuscht und nicht fachgerecht gearbeitet wird. Mitunter glaubt er seinen Augen nicht zu trauen, wenn er von Kunden dringend um Hilfe gebeten werde und sich ihm unterm Dach ein Bild des Grauens bietet.  Da fehle bei Dämmungen häufig der lückenlose Anschluß ans Mauerwerk, erzählt er. Folgen könnten Schimmel sein, morsches Gebälk, Schäden an der Bausubstanz.

Mängel lassen sich nur mit sicherem fachlichem Können vermeiden, betont Steffen Jamrath. So legt er großen Wert auf ständige Fortbildung und Schulung. Doch auch die Kunden haben eine Mitverantwortung, stellt er fest. Sie sollten mißtrauisch werden, wenn ihnen per Handzettel ein sagenhaft günstiges Angebot für die Dachsanierung gemacht wird. Im Gegensatz zu windigen Firmen, die morgen schon auf Nimmerwiedersehen verschwunden sein können, bietet er eine langfristige Garantie auf viele seiner Leistungen. Auch Vereinbarungen für Wartungsverträge oder jährliche Dach-Checks empfiehlt er seinen Kunden immer wieder – mit wechselndem Erfolg. „Hier spart mancher Hausbesitzer am falschen Ende“, ist der erfahrene Dachdeckermeister sicher.              

Kerstin Große

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