Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Energetische Sanierung macht Eigenheimer arm

Dramatisch: Studie errechnet Kosten von 140.000 Euro für ein Haus

Die Bundesregierung plant, den Energiebedarf im Gebäudebereich bis zum Jahr 2050 in der Größenordnung von 80 Prozent zu reduzieren. Zweckmäßige Maßnahmen zur Einsparung von Energie und zur Senkung der Heizkosten sind auch im Sinne des VDGN – aber, der Verband lehnt alle nicht wirtschaftlich akzeptablen, gesundheitsgefährdenden und nicht umweltgerechten Forderungen zur energetischen Sanierung des Gebäudebestandes strikt ab. Die Sanierung um jeden Preis ist keine Option für den VDGN. Nicht nur wegen zugedämmter Gebäude, weggedämmter historischer Fassaden und dem Luftaustausch, der nur noch über Lüftungsanlagen in den Wohnhäusern funktioniert, sondern vor allem wegen der hohen Kosten, die auf den einzelnen zukommen.

Und daß diese Kosten nicht von Pappe sind, belegt jetzt eindrucksvoll eine gemeinsame Studie („Energetische Gebäudesanierung in Deutschland“) vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) und dem Forschungs-center Betriebliche Immobilienwirtschaft an der Technischen Universität Darmstadt (FBI) im Auftrag des Instituts für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO).

Um die anvisierten 80 Prozent zu erreichen, sind demnach deutlich größere Anstrengungen notwendig als bisher.

Verglichen wurden zwei „Sanierungsfahrpläne“, mit denen das Einsparziel von 80 Prozent erreicht werden könnte: Ein technologieoffener, bei dem Eigentümer die Maßnahmen und Zeitpunkte für Investitionen frei wählen können (solange das vorgegebene Ziel erreicht wird) und ein technologiegebundener Ansatz, bei dem der Gesetzgeber Eigentümern die Art und Zeit der Umsetzung sowie den Grad der Nutzung erneuerbarer Energien vorschreibt. Das Resultat ist erschreckend: Die technologiegebundene Sanierung eines durchschnittlichen Einfamilienhauses kostet rund 140.000 Euro, die eines Mehrfamilienhauses zirka 303.000 Euro. Bei technologieoffener Sanierung lassen sich die Kosten nach Gebäudetyp zwischen 16 und 33 Prozent reduzieren. Aber selbst bei der günstigeren Variante werden viele Eigenheimer die finanziellen Mittel nicht aufbringen können, so die Einschätzung der Wissenschaftler.

Laut Studie steigen damit auch die Kosten für das Wohnen, denn die Energiekosten, die sich durch die Sanierung einsparen lassen, liegen weit unter den investierten Beträgen. Und für diesen Verlust müssen sowohl Eigentümer als auch Mieter direkt oder indirekt für Förderinstrumente den energetischen Umbau mitbezahlen. Bei technologiegebundener Sanierung verteuert sich das Wohnen in einem Einfamilienhaus ab der ersten Modernisierungsmaßnahme bis 2050 durchschnittlich um ca. 260 Euro/Monat, in einem Mehrfamilienhaus um 140 Euro/Wohneinheit. Bei technologieoffener Sanierung steigen die monatlichen Kosten im Einfamilienhaus auf 140 Euro, im Mehrfamilienhaus auf 100 Euro/Wohneinheit. Besonders heftig wären vor allem Alleinstehende, Alleinerziehende und Rentner betroffen.

„Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 900 bis 1300 Euro zahlen nach Sanierung – da die Einsparungen an Energiekosten die Ausgaben für die Sanierung nicht annähernd decken – die Hälfte ihres Einkommens für das Wohnen. Das ist dramatisch und bricht den Sozialpakt“, sagt Prof. Dr. Andreas Pfnür, Leiter des Forschungscenters Betriebliche Immobilienwirtschaft. Durch die energetische Gebäudesanierung würden die Ausgaben des Staates für Wohngeld und Kosten der Unterkunft von aktuell zirka 17 Mrd. Euro drastisch steigen. Insgesamt belaufen sich demnach die volkswirtschaftlichen Kosten für die energetische Gebäudesanierung bis 2050 inflationsbereinigt auf mindestens 1,7 Billionen Euro bei der technologieoffenen Sanierung.

Die technologiegebundene Sanierung, die beispielsweise den Einsatz erneuerbarer Energien vorschreibe, würde Mehrkosten in Höhe von rund 400 Milliarden Euro verursachen.

Das Ergebnis dieser Studie bestärkt den VDGN darin, sich weiterhin politisch gegen die energetische Sanierung um jeden Preis und zu Lasten der Eigenheimbesitzer stark zu machen.

Sie planen eine energetische Sanierung? Lassen Sie sich von den zertifizierten Energieberatern im Unternehmenspool des VDGN beraten, auch vor Ort.

Kontakt: Telefon: 030/514 888 220 oder E-Mail: unternehmenspool@vdgn.de.

Monika Rassek

 

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