Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Energie bald Luxusgut?

Verband der Wohnungsunternehmen BBU legt Preisdatenbank für Berlin-Brandenburg vor

Strom ist in Berlin-Brandenburg in den letzten zwei Jahren um ein Fünftel teurer geworden. Das ist das Ergebnis einer Preisdatenbank für das Jahr 2013, die die aktuelle Entwicklung der Preise und Tarife von Fernwärme, Erdgas, Strom, Wasser, Müll und Grundsteuern für das Land Brandenburg sowie der deutschen Groß- und Landeshauptstädte abbildet. Der BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. stellte sie kürzlich in Potsdam vor.

„Vor allem der Strompreis hat sich mittlerweile völlig von der Einkommensentwicklung abgekoppelt. Das hat negative Auswirkungen vor allem für untere und mittlere Einkommen“, so BBU-Vorstand Maren Kern. Allein in den zwei Jahren zwischen 2011 und 2013 sei der durchschnittliche Strompreis in Berlin-Brandenburg um gut 20 Prozent gestiegen. Bei einem Verbrauch von 2.500 Kilowattstunden im Jahr entspricht das einer Mehrbelastung um rund 55 Euro (Land Brandenburg) bzw. etwa 52 Euro (Berlin).

Auch im Vorjahresvergleich kletterten die Strompreise rasant: 2013 kostete Strom in Berlin fast 13 Prozent, im Land Brandenburg durchschnittlich sogar rund 14 Prozent mehr als zum Vorjahresstichtag.

Vergleichsweise moderat waren hingegen die Steigerungen bei anderen vom BBU untersuchten Preispositionen. Allerdings lag auch die Entwicklung der Fernwärme mit gut vier Prozent (Land Brandenburg) bzw. 2,5 Prozent (Berlin) noch oberhalb der allgemeinen Inflationsrate (2,2 Prozent), während sich bei Wasser und Müll praktisch nichts veränderte.

Problematisch aus Sicht des BBU: Die Potentiale für energetische Modernisierung sind bei seinen Mitgliedsunternehmen mittlerweile weitgehend ausgeschöpft. Kern: „Weitere Modernisierungen lassen sich bei einem Modernisierungsstand von fast 90 Prozent in Zukunft kaum noch wirtschaftlich durchführen.“ Außerdem hätten energetische Modernisierungen keinen Einfluß auf den Stromverbrauch, wo die Preise aber am schnellsten steigen.

Angesichts der Preisentwicklung mahnte Kern: „Die Versorgung mit Energie ist ein elementares Grundbedürfnis. Deshalb muß sichergestellt werden, daß auch Haushalte mit geringen Einkommen durch die Preisentwicklung nicht überfordert werden. Deshalb muß die Energiewende auf den Prüfstand. Ein erster Entlastungsschritt wäre, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Artikel des täglichen Bedarfs von sieben Prozent auch auf den Energieverbrauch von Privathaushalten anzuwenden.“

Auch lehnte Kern Subventionen von Energiepreisen zu Lasten von Mieterinnen und Mietern ab und forderte eine durchsetzungsstarke Marktaufsicht auf Bundes- wie auf Landesebene. „Außerdem muß den Wohnungsunternehmen endlich die Erzeugung von erneuerbarer Energie ohne steuerliche Nachteile ermöglicht werden“, so Maren Kern.

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