Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Seriöser Schallschutz verwehrt

Flughafengesellschaft beginnt mit Zwangswertermittlungen

Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg hat damit begonnen, Schreiben an Fluglärmbetroffene des neuen Großflughafen Schönefeld zu verschicken, in denen ihnen die Erstellung von Verkehrswertgutachten für ihre Immobilien angekündigt wird. Benannt wird jeweils eine Gutachterfirma, die Haus und Grundstück in Augenschein nehmen soll. Nötig seien die Gutachten aufgrund eines Urteils des Oberveraltungsgerichts (OVG) Berlin-Brandenburg vom 25. April 2013. Der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm erklärt dazu:

„Offenbar sollen hier die Betroffenen im Sinne von Hartmut Mehdorns SPRINT-Programm zur Schönefeld-Eröffnung übertölpelt werden, ohne den nötigen Schallschutz zu bekommen. Das OVG hat nichts weiter getan, als den Planfestellungsbeschluß für Schönefeld zu bestätigen. Danach ist der Schallschutz so zu dimensionieren, daß tagsüber in den Gebäuden kein Fluglärm mit einem Pegel von mehr als 55 Dezibel zu hören ist. Erst wenn der Aufwand dafür mehr als 30 Prozent des Verkehrswertes eines Hauses beträgt, ist eine Entschädigung in Geld zu leisten.

Das heißt: Für jedes Haus muß erst einmal der für den Schallschutz nötige Aufwand ermittelt werden. Erst dann kann das Ergebnis gegebenenfalls mit dem Verkehrswert des Hauses abgeglichen werden. Jetzt aber den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun und mit einer Zwangsermittlung des Verkehrswertes zu kommen, ist schikanös und unseriös.

Die Betroffenen laufen zudem Gefahr, daß die von der Flughafengesellschaft beauftragten Firmen die Spielräume bei der Wertermittlung weit nach unten ausschreiten. Vollkommen unbewiesen ist jedenfalls Mehdorns Behauptung, die Mehrzahl der Häuser sei nicht zu schützen, hier könne nur eine Geld-entschädigung geleistet werden.

Der VDGN bleibt bei seiner Forderung: Vor irgendeiner Inbetriebnahme des neuen Flughafens ist der vollständige Schallschutz der betroffenen Anwohner zu gewährleisten. Der VDGN rät den Betroffenen, Rat in seiner Schallschutzberatungsstelle in Blankenfelde-Mahlow einzuholen.

 

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