Verband Deutscher Grundstücksnutzer

„Schönste Grasbahn der Welt“

Neu als Verein im VDGN: der MC Bergring Teterow

Vorn im Rennen: der Teterower Publikumsliebling Enrico Janoschka auf einer 500 ccm-Grasbahnmaschine

Wenn zu Pfingsten die Sonne scheint, dann nennt man das im mecklenburgischen Teterow „Schröder-Wetter“. Sonne zu Pfingsten ist gerade in Teterow sehr wichtig. Denn dann gibt es das traditionelle Bergring-Rennen, gegründet von dem Lehrer Carl Schröder im Jahr 1930. Zwei Tage lang flitzen dann Spitzenfahrer des Grasbahnsports aus aller Welt über den 1877 Meter langen hügeligen und schlängeligen Kurs auf dem Schlachterkamp in der Nähe der Stadt. Weil Grasbahnrennen normalerweise auf ebenem Terrain stattfinden, ist der Bergring eine auf diesem Planeten einzigartige Sportstätte und wie der fünffache Landbahnweltmeister Simon Wigg (1960 bis 2000) meinte, die „schönste Grasbahn der Welt“. Und da er anders als andere Bahnen auch Rechtskurven aufweist, müssen die Fahrer ihre Maschinen für den Start in Teterow speziell umbauen.

Doch das nehmen sie gern auf sich. Denn das Bergring-Rennen ist eine Legende. Und ein Volksfest. Bis zu 30.000 Zuschauer kamen in den letzten Jahren. Nicht wenige schlagen ihre Zelte Jahr für Jahr in der Nähe der Bahn auf. Begonnen hat, wie gesagt, alles 1930, als etwa 20 Motorsport-Enthusiasten den „Mecklenburgischen Nürburgring“ hinter den Heidbergen in Betrieb nahmen. Bis zu 7000 Zuschauer kamen nun zu den Rennen, die zweimal jährlich stattfanden. Doch nach der Machtübergabe an Hitler 1933 bemächtigten sich die Nazis der Sache und vereinnahmten den Bergring. Neben den Rennen gab es hier HJ-Lager, in denen Jungen für den geplanten Krieg an Motorrädern ausgebildet wurden. Zwei Wochen vor dem Überfall auf Polen fand das 1939 das vorerst letzte Bergring-Rennen statt.

Nach dem 8. Mai wuchsen auf einem Teil des Bergrings Kartoffeln, die Bahn war zerstört, die Tribüne lag in Trümmern. Es war wiederum Carl Schröder, der Leben auf die Grasbahn brachte. Im August 1949 startete das erste Rennen nach dem Krieg. Und rasch ging es trotz der schweren Bedingungen bergauf. Bis zu 50.000 Rennsportbegeisterte sahen den Fahrern zu, die ab 1958 um den von der Stadt Teterow  gestifteten Bergring-Pokal kämpften. Als Organisator des großen internationalen Sportfestes bewährte sich schließlich der 1957 gegründete BC Bergring Teterow.

Zu jener Zeit traten noch Renn-Asse aus beiden deutschen Staaten gegeneinander an. Und legendäre Sportler wie „Bergringkönig“ Hans Zierk begeisterten das Publikum. Doch der 13. August 1961 markierte einen tiefen Schnitt. Nun fehlten die Fahrer aus Westdeutschland. Immerhin kamen noch Fahrer aus anderen westlichen Ländern, so der britische Motoradstar Tony Black. Aber auch das währte nur bis 1972, als von „ganz Oben“ die Anweisung kam, nur noch Fahrer aus den sozialistischen Ländern auf die Bahn zu lassen. Auf Dauer tat aber auch das der Popularität des Bergrings keinen Abbruch. Gut gefördert, wuchsen in der DDR junge Fahrer nach, die wie Jochen Dinse oder Dietmar Lieschke zu Großen ihres Sports wurden. 49.000 Zuschauer zog zum Beispiel das Pfingstrennen 1988 an.

Heute ziehen Fahrer aus allen Teilen Deutschlands in Teterow ihre Runden, und aus aller Welt. Beim Internationalen Bergring-rennen 2013 gingen Sportler aus 14 Nationen an den Start. Die weiteste Anreise hatte ein Fahrer aus Argentinien, erzählt Adolf Schlaak, der als Clubchef des MC Bergring Teterow seit 1998 die Verantwortung für den Verein, die Sportstätte und die Rennen trägt. Nicht einfach war die Zeit nach 1990. Jetzt galten wirtschaftlich andere Regeln. Alles mußte selbst finanziert werden. Es brauchte Sponsoren und vor allem Zuschauer.

Der MC Bergring hat in dieser Zeit viel geschafft und geschaffen. 2002 wurde mit der heute Bergring-Arena genannten Speedwaybahn ein weiterer Wettkampfplatz eingeweiht, auf dem mehrmals im Jahr Rennen stattfinden – so in diesem Jahr noch am 13. September und am 5. Oktober. Mit dem ADAC Rallye-sprint „Rund um den Bergring“, bei dem nicht Motorräder, sondern Autos sich auf die anspruchsvolle Strecke wagen, ist inzwischen schon eine neue Tradition begründet worden. Und im April dieses Jahres gab es mit der Youth Gold Trophy die Weltmeisterschaft des Speedway-Nachwuchses in der 250 ccm-Klasse in Teterow.

Zum Sommerbeginn trat der MC Bergring Teterow dem VDGN als seinem Interessenvertreter und Berater in Grundstücksfragen bei. Abgemacht ist, das Verbandsjournal wird seine Leserinnen und Leser auch über das Renngeschehen auf dem Laufenden halten.

Weitere Informationen:
www.bergring-teterow.de

 

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