Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Die Sparversprechen und die herbe Wirklichkeit

Der Architekt Konrad Fischer zur Replik von Dr. Günter Sawatzky

Zunächst mal möchte ich mich für die Gelegenheit zur nochmaligen Stellungnahme bei der VDGN-Redaktion herzlich bedanken. Und selbstverständlich auch bei Herrn Dr. Sawatzky für seine Bemühungen, die Haare in meiner Suppe zu finden. Eine so offene Diskussion zu einem so brennenden Thema wird man in anderen Fachmedien kaum finden. Und erst ein dialektischer These-Antithese-Dialog kann eine strittige Sache klären. Dazu möchte ich gerne beitragen.

Wirtschaftlichkeit der Dämmung
Herr Dr. Sawatzky hat meine Kernaussagen nahezu zutreffend zusammengefaßt: Alles, was die Energieeinsparverordnung EnEV zum Energiesparen vorschreibt, ist barer Unsinn und von der Praxis widerlegt. Ein wichtiges Detail dürfen wir aber nicht übersehen: Die der EnEV zugrundeliegende Forderung nach der Wirtschaftlichkeit der Energiesparinvestition im Paragraf 5 der Ermächtigungsgrundlage der EnEV, dem Energieeinsparungsgesetz EnEG.

Im Paragraph 25 der EnEV steht deswegen die Mußvorschrift, wonach die Behörden von den Forderungen der EnEV befreien MÜSSEN, wenn diese nicht wirtschaftlich sind. Das heißt nach den diesbezüglichen Vorschriften – beispielsweise in der Heizkostenverordnung – und der Rechtsprechung bis zum BGH: In 10 Jahren muß die Energiesparinvestition durch Einsparungen refinanziert sein. Dabei geht es eben genau nicht um die Frage nach der doch sehr fraglichen Lebensdauer von Dämmschwarten, wie Herr Dr. Sawatzky meint, sondern ausschließlich um die angemessene Amortisationsfrist für deren Kosten. Wobei dem Bauherren oft nicht ehrlich erläutert wird, daß immer dickere und damit teurere Dämmung wegen der Hyperbelfunktion des U-Werts selbst nach der bauphysikalischen Rechentheorie immer geringere Effekte erzielt. Wenn wir dann noch die mehrjährigen Praxis-Untersuchungen des Hannoverschen Instituts für Bauforschung berücksichtigen, wonach

WDVS gegenüber massiven Putzfassaden durchschnittlich mehr als 9 Euros je Quadratmeter im Jahr höhere Instandhaltungskosten verursachen, ist der wirtschaftliche Dämmblödsinn komplett. Damit bricht das ganze Therorieungetüm der Energiesparvorschriften zusammen, Sowiesokosten hin oder her.

Und die Haftung des Dämmplaners?
Genau für den haftungsrechtlich entscheidenden Punkt, daß sich irgendeine EnEV-Maßnahme innert 10 Jahren durch Heizkosten-Einsparungen refinanziert, bringt der Herr Sachverständige für energetische Gebäudeplanung Dr. Sawatzky außer einschlägigen Beschwörungsformeln leider nicht mal den theoretischen Anschein eines Beweises. Dabei käme es bei der energetischen Sanierungsplanung genau darauf an. Denn wenn sie zu einem unwirtschaftlichen Ergebnis führt, obwohl jeder Planer nach der Rechtsprechung wiederum bis zum BGH selbstverständlich eine wirtschaftliche Planung schuldet, verliert der Falschplaner erstens seinen Honoraranspruch und schuldet zweitens Schadensersatz. Die betrogenen Energiesparbauherren stehen also nach mißlungener Planung keineswegs schutzlos da. Und die Unwirtschaftlichkeit der EnEV-Planung läßt sich nach meiner Erfahrung sehr schön und sehr stichhaltig beweisen. Man muß dafür ja nur die Kosten und Ersparnisse prüffähig in einer Wirtschaftlichkeitsberechnung gegenüberstellen. Wie der Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg im Deutschen Architektenblatt öffentlich gemacht hat, ist die entsprechende Prozeßlawine schon ins Rollen gekommen.

Zum Schimmel an der Innenwand
Hier hat Herr Dr. Sawatzky meine Aussagen falsch gelesen. Nein, es gibt laut den unten zitierten Messungen des Instituts für Bauphysik eben keinen Beweis für eine Temperaturerhöhung an der Innenwand durch Außendämmung. Und auch die Dämmstoffuntersuchungen, die ich derzeit mit einem professionellen Thermographieunternehmen durchführe, beweisen genau das. Im Klartext: Außendämmung schottet die Fassade von der Einspeicherung der kostenlosen Solarenergie ab, verursacht folglich kältere Innenwandflächen und höheren Zuheizbedarf und hilft deshalb rein gar nichts gegen Schimmel an der Innenwand. Da die Außendämmung außerdem oft den Taupunkt unterschreitet, wird sie naß und nässer und bietet damit der Algen- und Schimmelpilzbesiedelung besten Lebensraum. Spätestens, wenn ihre Anti-Schimmel-und-Algen-Vergiftung vom Regen rausgewaschen ist. Wer solch einen erwiesenermaßen nutzlosen Schimmelschutz trotzdem empfiehlt, handelt sich folglich erhebliche Schadensersatzrisiken vom geprellten Bauherrn ein.

Welche wissenschaftlichen Quellen beweisen das Prinzipversagen der Fassadendämmung?
Was die offenbar unbekannten Quellenangaben für die Widerlegung der sonnen- und speicherlosen U-Werttheorie betrifft, auf die sich die EnEV und damit auch Herr Dr. Sawatzky fälschlicherweise abstützten, kann ich selbstverständlich nachhelfen: Das Fraunhoferinstitut für Bauphysik IBP hat an Testräumen durch winterliche Messung des tatsächlichen Energieverbrauchs zum einen und zur eigenen Überraschung festgestellt, daß die Räume mit gutem U-Wert (Dämmwert) mehr Heizenergie verbrauchen als der ungedämmte Raum, auch nach zielgerichteter „Extremdämmung” an den sogenannten Wärmebrücken. Zum anderen haben die begleitenden Temperaturmessungen an den Wandoberflächen selbstverständlich belegt, daß das angewendete Rechenmodell nicht stimmt und eine Außendämmung die Temperatur der Innenwandoberfläche nicht erhöht. Außerdem werden die Dämmoberflächen außen am Tag heißer und in der Nacht kälter als die Massivoberflächen. Die damit verbundene Taupunktunterschreitung und Dämmstoffbenässung belegte das IBP in den nachfolgenden Praxismessungen. Hier die Titelliste der Untersuchungen, die nur eine Auswahl der einschlägigen Untersuchungen des IBP ist:

- H. Künzel, H. Werner: Untersuchungen über den effektiven Wärmeschutz verschiedener Ziegelaußenwandkonstruktionen, 1983;
- H. Werner: Auswirkung der Strahlungsabsorption von Außenwandoberflächen und Nachtabsenkung der Raumlufttemperaturen auf den Transmissionswärmeverlust und den Heizenergieverbrauch, 1985;
- Sedlbauer, Krus, Paul: Einfluss der Außenwandkonstruktion auf nächtliche Betauung und mikrobiellen Bewuchs, 2004.

Was taugen die „alten” Messungen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP?
Immer wieder heißt es, daß die „alten” Messungen des IBP heute wohl nicht mehr zuträfen. Dies ist jedoch nicht der Fall, denn auch alle jüngeren – und zumindest der Fachwelt bekannten – Studien bis 2012 zeigen ebenfalls, daß der U-Wert-Fanatismus mit der Realität rein gar nichts zu tun hat: Die ohne (!) Nutzer rein experimentell betriebenen Experimentalbaukörper mit oder ohne Dämmung verbrauchen vom Rechenergebnis oft geradezu extrem abweichende Heizenergie. Dazu nenne ich beispielsweise Lindberg, Korpi, Vinha: „Factors Affecting Energy Consumption Of Buildings”, Tampere 2008: Die sechs unterschiedlichen finnischen Testbauwerke in Massiv-, Leicht- und Dämmbauweise verbrauchten alle wesentlich weniger Energie als berechnet, entsprechend der ersten Meßperiode 1996 war der Unterschied bei den Massivbauten am gravierendsten. Dann Egle: "Energieeffizienz und Ökologie von Häusern in Massivholzbauweise", Österreichische Arge Blockhausbau 2011: Der Heizenergieverbrauch eines massiven Holzblockbaues unterschritt im Vergleich mit einem hochgedämmten Holzrahmenbau die Bedarfsberechnung ganz wesentlich. Genauso in Holzners: „Forschungsprojekt ‘Climacubes’, Auswirkungen verschiedener Bauweisen auf Raumklima und Energieverbrauch”, Innsbruck 2012, der obendrein meßtechnisch nachwies, daß ein Mehrfachglasfenster den geringeren Wärmeverlust in der Nacht durch geringeren Energiegewinn tagsüber ausgleicht, was die wirtschaftliche und energiespartechnische Überlegenheit der althergebrachten Einfachfenster mit Laden eindrucksvoll belegt. Als Rohdatensatz liegen mir auch die bisher unpublizierten Meßdaten einer im Winter 2002-2003 erfolgten Temperaturaufzeichung der Bauforschungsabteilung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) an einem Ziegelmauerwerk mit Vorsatzschale, Luft- und Dämmschicht vor. All diese wissenschaftlichen Studien aus der praktischen Bauforschung haben die dem U-Wert-Fanatismus entgegenstehenden Fraunhoferergebnisse eindrucksvoll bestätigt, nicht widerlegt.
Fazit: Der U-Wert bietet keinen belastbaren, geschweige denn zuverlässigen Maßstab für den Heizenergieverbrauch und die energiesparende Wandkonstruktion. Weder am gedämmten, noch am ungedämmten Bauwerk. Da gibt es keinen Kompromiß.

Geschichte der Energiespartechnik
Die Aussagen Herrn Dr. Sawatzkys zur Entdeckung der Wärmeströme durch Außenwände und sachgerechter Energiespartechnik erst in jüngerer bis jüngster Zeit überraschen. Schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts begann doch beispielsweise die systematische Forschung zur Wärme- und Energiespartechnik in München am Laboratorium für Technische Physik der Technischen Hochschule München unter Prof. Dr. phil. Dr.-Ing. e.h. Oskar Knoblauch. Und spätestens seit 1918 haben die Dämmstoffproduzenten auf die Energiesparforschung mit ihrer Gründung des „Forschungsheims für Wärmetechnik in München” unter Dr.-Ing. Karl Hencky, heute Forschungsinstitut für Wärmeschutz e. V. München (FIW) maßgeblichen Einfluß genommen und den Verbrauch von Dämmstoff immer extremer vorangetrieben. Von 1919 bis 1922 übrigens unter Leitung des studierten Maschinenbauers Dr.-Ing. habil. Joseph Sebastian Cammerer, der dabei und in seinem weiteren beruflichen Wirken als Auftragsforscher für die Bauindustrie die „Bauphysik” sozusagen begründete, die 1952 herausgebrachte Wärmeschutz-DIN 4108 maßgeblich beeinflußte, nach seinem Theologiestudium 1946-60, dann Klosterein- und 1965 -austritt als „Pater Caspar” und Aushilfspriester an Katzenorakel glaubte und in seinen letzten Jahren als spiritistischer Autor hervortrat. Übrigens ähnlich – und doch ganz anders als Isaak Newton, der Vater der modernen Physik. Denn dessen erst nach seinem Tod im Nachlaß („Newtons Koffer”) entdeckter Dämonismus wurde bis in unser Jahrhundert geheimgehalten. Schon 1929 publizierte Dr. habil. Josef Hofbauer zu seinem hochexakten Wärmeflußmesser, auf dem auch die heutigen Meßgerätschaften der Bauphysiklaboranten beruhen. „Der Gesundheitsingenieur” heißt das maßgebliche Fachblatt, das seit 1887 (!) immer wieder aufsehenerregende – und nicht immer nur dämmbranchenfreundliche! – Forschungsergebnisse aus der Energiespartechnik am Bau publizierte. Schade, daß offenbar allzuviel davon in Vergessenheit geraten ist und auch die neuere U-Wert-Forschung nicht in allen in Fachkreisen bekannt wurde. Ich kann die intensive Beschäftigung mit der Energiesparforschung seit ihren Anfängen nur empfehlen. Man stößt dabei auf Forschungsergebnisse, die ich in meiner Ingenieurabteilung für Haustechnik, als Bauphysikgutachter unter anderem für Siemens an Kraftwerksbauten und als zugelassener ZVEnEV-Sachverständiger auch heute noch nutzen kann.

Wem nützt der U-Wert?
Die U-Wert-Kasperei wurde von der Dämmindustrie und den von ihr seit 1918 direkt oder drittmittelmäßig abhängigen Forschungsknechten ausgedacht und dient vorzugsweise Vermarktungszwecken, nicht dem damit genasführten Hausbesitzer. „Wes Brot ich ess', des Lied ich sing” sagt der Volksmund. Energieberater, die den U-Wert kritiklos benutzen, um dem Haus dicke Dämmungen und sinnlosen Fenstertausch angedeihen zu lassen, schädigen den Kunden, verstoßen gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot und setzen sich – leicht beweisbar – hohen Schadensersatzforderungen aus. Ich rate davon ab und plädiere für mehr Sachverstand und Ehrlichkeit.

Ist WDVS prinzipiell Baupfusch?
Die genannten IBP-Studien erklären die ausbleibenden Energieersparnisse nach dem Aufbringen von Wärmedämmverbundsystemen und das landauf und -ab mehr und mehr zu besichtigende Verrotten der Dämmschichten. Sie unterschreiten auf und in der Wand und als Dachdämmung den Taupunkt und nehmen dann dank Diffusionsfähigkeit aus der Luftfeuchte Kondensat auf, das sie mangels Kapillarität nicht mehr richtig abtrocknen können. Auf die vergeblichen Bemühungen des Fraunhoferinstituts, die Widerlegung der bauphysikalisch falschen Feuchtetheorie durch die eigenen Meßergebnisse schönzureden, gehe ich hier nicht weiter ein.

Wir sollten auch lieber nicht über die wohlfeilen Ausreden nach Dämmversagen –besonders beliebt bei dämmenden Hausverwaltungen aller Couleur – hinsichtlich des ominösen Nutzerverhaltens philosophieren: Bei den hier zitierten und bisher unwiderlegten Studien der internationalen Bauforschung gab es – mal abgesehen von den GEWOS- und Fehrenberguntersuchungen –keine Nutzer, da nur unbewohnte Testbaukörper überprüft wurden.

Die GEWOS-Studie hat dann im bewohnten Bestand bestätigt, was das IBP an nutzerlosen Experimentalbauten herausbekam: Nachträgliche Fassadendämmung spart keine Heizenergie, sondern erhöht deren Verbrauch je Quadratmeter. Entscheidend ist dabei nicht irgendeine Hin-und-Herrechnerei mit dem ohnehin falschen Rechenmodell, sondern der tatsächliche Verbrauch. Das gilt auch für die mir von 1976 bis 2005 vorliegenden Abrechnungsdaten der Fehrenberg-untersuchung der Hannoverschen Wohnblöcke Tollenbrink 4 und 6 vor und nach Fassadendämmung von 6 im Jahr 1988. Beide Gebäude haben mit je 25 Appartements und 3225 Quadratmeter eine Größenordnung, die unterschiedliches Nutzerverhalten statistisch quasi ausmitteln kann. Freilich verzehren schwere Massivbauwerke über eine Winterperiode mehr Heizenergie als Leichtbauten. Ein Kubikmeter Blei auf der Wiese braucht auch mehr zur Dauererwärmung als einer aus Daunenfedern. Wobei letzterer dann zum Aufnässen dank Taupunktunterschreitung neigt. Und das würde auch jeder auf den Bleiwürfel aufgebrachten Außendämmung blühen. Aus bauphysikalischem Grund! Alle paar Tage bekomme ich in meiner Bauberatung solche Dämmfeuchten herein – an und in der Wand und im Dach als Zwischensparrendämmung. Und im Fall einer Nässehavarie auch im Boden. Das erklärt auch die Zahlen des Hannoverschen Instituts für Bauforschung. Zum richtigen Bauen gehören eben mehr als nur Energiesparsoftware und falsche DIN-Modelle der Feuchteaufnahme und -austrockung von Baustoffen. Fazit: Der Heizenergieverbrauch ist also mehr der zu erwärmenden Bauwerksmasse geschuldet als dem U-Wert. Dessen Rechenmodell nach allen vorliegenden Studien auch bei nutzerlosen Baukörpern vom tatsächlichen Heizenergieverbrauch beschämend weit abweicht und damit Pfusch statt gutes Bauen befördert.

Gibt es wirtschaftliche Fassadendämmung?
Die Diskussion über Rechnen nach falschen Dämmaxiomen möchte ich dem geneigten Leser ersparen, es wäre ein fruchtloser Streit um des Kaisers Bart. Denn daß irgendwo wirtschaftlich gedämmt wurde, kann weder Herr Dr. Sawatzky noch die Deutsche Energieagentur dena – deren „von der BASF freundlich unterstützte”  (Angabe dena) Studien ich selbstverständlich ebenfalls geprüft habe – irgendwo prüffähig belegen.

Gerade diesen Mai schockierte die Schweizer Presse die Dämmszene. Auch dort liegen ja keine belastbaren Energiesparbeweise an den nachträglich hochgedämmten Häusern des Mindestergiestandards vor. Das Bundesamt für Energie plant deswegen „spätestens ab 2014” erstmals Kontrollmessungen. Möglicherweise aufgeschreckt von der international zunehmenden Aufklärung über den Dämmschwindel.

Was taugt die Cambridge-Studie?
Die Diskussion über die Bewertung der sogenannten Cambridge-Studie bleibt fruchtlos, solange die U-Wert-Ideologie marxismusgleich den objektiven Blick auf deren Ergebnis verstellt. Fakt sind die gravierenden Abweichungen zwischen Rechnung und Messung des Heizenergieverbrauchs zum Nachteil der Massivbauten. Alle hier zitierten wissenschaftlichen U-Wert-Studien auf Basis wirklicher Verbrauchsuntersuchungen unterstützen die Interpretation, daß die geradezu systematisch abweichenden Messungen zumindest vorzugsweise den Systemfehler des U-Werts und nicht irgendwelche Absonderlichkeiten des „Nutzerverhaltens” offenbaren.

Gibt es keine solaren Gewinne mehr?
Über Herrn Dr. Sawatzkys Gedankenexperimente auf Basis unzuverlässiger, da U-Wertbasierter Rechentheorien und ohne korrekte Berücksichtigung der Solarenergiespeicherung in Massivbaustoffen will ich mich hier nicht weiter auslassen. Solch' Spekulatismus ist meine Sache nicht. Und die Tatsachen habe ich erwähnt. Alle zitierten internationalen wissenschaftlichen Studien haben an den exponierten Testbaukörpern für den Heizenergieverbrauch überraschend positive Effekte durch Solareinspeicherung im Massivbaustoff festgestellt, der als verringerter Wärmeverlust – also Gewinn vereinnahmt wird. Und dieser kostenlose passive Solarenergiegewinn in der Hausfassade wird dank Rechen- und Dämmpfusch zunichte gemacht, wie die gemessenen (!) Heizenergieverbräuche der bewohnten Häuser in schönster Eindeutigkeit bestätigen.

Energiewende durch Kaputtdämmen aller Massivfassaden?
Unsere Bundesregierung möchte zugunsten ihrer oft genug schon als absurd entlarvten CO2- und Klimaschutzfiktion bis 2050 so gut wie alle deutschen Fassaden wärmegedämmt haben. Dies bezahlt sich mangels ausreichender Wirtschaftlichkeit natürlich nicht von selbst, mangels echtem Energiespareffekt überhaupt nicht. Da nur einige Vermieter wegen der Umlagefähigkeit der Dämmkosten auf den wehrlosen Mieter und allzuwenige von der Dämmreklame und Falschberatern reingelegte Privathausbesitzer dämmen, muß unsere Regierung andere Saiten aufziehen: Um die nicht gegebene Wirtschaftlichkeit des Dämmens mit planwirtschaftlichen Mitteln auszugleichen, soll es demnächst zur „Energieabgabe” kommen. Was dann heißt, daß von allen ungedämmten Hauseigentümern ein Zwangsgeld abgepreßt werden soll, das nur entfällt, wenn gedämmt wird und zur Dämmförderung herangezogen werden soll. So die Auftragsstudie des Instituts für Wohnen und Umwelt IWU Darmstadt vom März 2013. Downzuloaden vom Server des Ramsauer-Bauministeriums. Doch wird nach der finalen Lösung der Dämmfrage wirklich so wenig Heizenergie verbraucht, daß uns die dank Ökostrom-Zwangsabgabe erschaffenen „Teuer-Erneuerbaren” mit ihrer Minderleistung total versorgen können? So prophezeien es uns die Simulationen der Öko-Brodwissenschaftler (nach Schiller) in buntesten Farben. Einen belastbaren Beweis für den dafür erforderlichen Spareffekt – es wird ja seitens Wissenschaft, Politik, Medien und Dämmbranche von 50 bis 95 Prozent Einsparpotential gefaselt – ist die herbe Wirklichkeit international und hierzulande bisher schuldig geblieben.

Was taugt Energieberatung wirklich?
Ich finde, daß auch modernste Energieberater – selbst wenn von DENA oder BAFA gelistet – trotz schönster Rechensoftware zur Energieausweis- und Energiebedarfsberechnung noch etwas umdenken und selber mal das Lesen und Nachdenken anfangen sollten. Auch Energieberater schulden dem Auftraggeber Wirtschaftlichkeit, Planer sogar taugliche Baukonstruktionen! Sonst gibt es vielleicht doch mal Probleme mit dem Kunden. Und das wäre schade.

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