Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Schläge von links

Sven Hornauf – als Anwalt Protagonist der Abzocke, in der Freizeit Politiker für DIE LINKE

Aus der Ausgabe 2/2012 der "Strausberger Wasserzeitung"

Was hat DIE LINKE in Brandenburg getan, um den Altanschließern gegen ihre ungerechte Behandlung zu helfen? Nichts. Vor der letzten Landtagswahl versprach die Partei zwar, das Problem anzugehen. Doch nach der Wahl und dem Eintritt der LINKEN in die Regierung begann die Aktion „Kaninchen im Rübenfeld“. Keiner war mehr zu sehen.

Keiner? Doch, einer aus der Partei zumindest engagiert sich. Allerdings auf der Gegenseite. Er heißt Sven Hornauf, sitzt für DIE LINKE in der Stadtverordnetenversammlung von Frankfurt an der Oder und vertritt in seinem Beruf als Rechtsanwalt auch Zweckverbände, die Altanschließerbeiträge erheben. Selbstverständlich ist das erlaubt. Es besitzt aber durchaus einen Beigeschmack, wenn ausgerechnet ein Aktivist der LINKEN, von der man besonderen Einsatz für die „kleinen Leute“ erwartet, in seinem Beruf zu den Protagonisten unsozialer Abzocke gehört.

Ja, zu denen zählt Hornauf ohne Zweifel. So vertrat er den Zweckverband Fürstenwalde und Umland in dem berühmt-berüchtigten Verfahren, in dem das Brandenburger Landesverfassungsgericht die Beitragserhebung für Altanschlüsse zur ausgesprochenen Freude der Landesregierung absegnete. Die „Märkische Oderzeitung“ berichtete daraufhin am 24. September 2012, Rechtsanwalt Sven Hornauf habe sich „begeistert von Tiefe und Deutlichkeit” der Entscheidung gezeigt. In der „Wasserzeitung“ des Wasserverbandes Strausberg (Ausgabe 2-2012) desinformierte er die Öffentlichkeit gar mit der Aussage, nach dem Urteil des Landesverfassungsgerichts habe die gerichtliche Anfechtung von Beitragsbescheiden „schlichtweg keinen Sinn mehr“ – so als unterläge die Satzung eines Zweckverbandes, seine Kalkulation oder auch die Flächenverteilung nicht immer der gerichtlichen Nachprüfbarkeit. Ganz zu schweigen von der Tatsache, daß dem Bundesverfassungsgericht noch kein qualifizierter Antrag zu den Altanschließerbeiträgen vorgelegen hat.

Ausgerechnet Hornauf wetterte in der Strausberger „Wasserzeitung“ gegen „selbsternannte Interessenvertreter“, die an Prozessen gegen Altanschließerbeiträge „nur selbst verdienen“ würden. Selten so gelacht. Er als Advokat bekommt sein Geld von Zweckverbänden, die den Zaster bei den kleinen Leuten eintreiben – und zwar mit vier- bis fünfstelligen Beträgen. Der Begriff „linker Anwalt“ bedarf offensichtlich einer neuen Definition. Was schade ist, wenn man an historische oder noch lebende Vorbilder wie Paul Levi, Kurt Rosenfeld, Hans Litten oder Heinrich Hannover denkt.

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