Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Lohnt sich die Solaranlage auf dem Dach?

Zu Investition, Einspeisevergütung und Förderung von Photovoltaikanlagen

Samantha Stielow
Diana Siegert

Samantha Stielow ist Gebietsleiterin der LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG Brandenburg-Nordwest. Dr. Diana Siegert ist Energieberaterin der Verbraucherzentrale Berlin. Als unabhängige Fachingenieurin berät sie Mieter und Eigentümer rund um die Themen Energie und Energieeinsparung. Sie ist zudem als antragsberechtigte Energieeffizienz-Expertin der KfW-Bank gelistet.

Ist die Investition in ein Solardach nicht zu hoch im Vergleich zur Ersparnis?
Diese Frage kann pauschal nicht beantwortet werden. Insgesamt sind die Investitionskosten für eine Solarstromanlage in den letzten Monaten deutlich gesunken. Ob und wann sich die Investition in eine Photovoltaikanlage amortisiert, ist unter anderem davon abhängig, wieviel des erzeugten Stromes tatsächlich selbst genutzt werden kann. Je mehr Strom selbst genutzt werden kann, umso schneller lohnt sich die Anschaffung einer Photovoltaikanlage. Ferner ist der erreichbare Ertrag grundsätzlich abhängig vom Wirkungsgrad der Anlage und der tatsächlichen regionalen Einstrahlung.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung?
Erzeugter Strom, der selbst genutzt wird, muß nicht mehr vom Stromversorgungsunternehmen bezogen werden. Damit spart man die sonst üblichen Kosten von etwa 24 Cent pro Kilowattstunde (je nach eigenen Tarif).

Mit Inbetriebnahme der Anlage wird zudem für eine Dauer von 20 Jahren eine festgesetzte Vergütung bei Einspeisung des – überschüssigen – Stromes gewährt. Ab dem 1. Februar gelten 16,39 Cent/kWh als Vergütungssatz ab Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage bis 10 kW.

Welche Finanzierung empfehlen Sie mir, wenn ich schnell und günstig meine Solaranlage auf unserem Haus nachrüsten möchte?
Mit einem Bausparvertrag finanzieren Sie geschickt kleinere Maßnahmen, wie z. B. die Nachrüstung einer Solaranlage. Dafür benötigen Eigentümer häufig kleine bis mittlere Kreditsummen. Für alle, die kurzfristig energetisch sanieren wollen, haben die Landesbausparkassen spezielle Sofortfinanzierungsangebote im Programm. Die Konditionen von Bausparkassen sind unabhängig von der Höhe der Bausparsumme innerhalb eines Tarifes einheitlich. Auch Sondertilgungen auf das Bauspardarlehen sind in beliebiger Höhe jederzeit möglich. Zudem verzichten viele Bausparkassen bei Darlehen bis 30.000 Euro auf eine Grundschuld. So spart der Eigentümer Notar- und Grundbuchgebühren. Ist die Immobilie bereits durch einen Kredit belastet, begnügen sich Bausparkassen zudem mit dem zweiten Rang im Grundbuch – ohne Zinszuschlag.

Wie plane ich am effektivsten die Finanzierungen für energetische Modernisierungen und Instandhaltungen an unserem älteren Einfamilienhaus?
Wer den Wert seiner vier Wände lange erhalten will, sollte regelmäßige Modernisierungen rechzeitig einplanen. Je höher die Kosten, desto eher muß der Modernisierer für die Finanzierung auf ein Darlehen zurückgreifen. Hauseigentümer, die rund zehn Euro pro Jahr und Quadratmeter in einem Bausparvertrag anlegen, verfügen in der Regel über ausreichend Rücklagen und schaffen damit eine solide finanzielle Grundlage für anstehende Modernisierungs- oder Energiesparmaßnahmen. Auch für kurzfristige Projekte, beispielsweise eine Photovoltaikanlage oder ein neues Bad, bieten hierfür spezielle Bauspartarife mit besonders niedrigen Darlehenszinsen und einer höheren Tilgung. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Fördermittel für Modernisierer.

Wie können die Maßnahmen finanziert werden und gibt es Fördermittel?
Bausparverträge sind laut Stiftung Warentest sind für alle Sanierer sehr geeignet, die sofort aktiv werden wollen. Dafür haben die Landesbausparkassen Sofortfinanzierungsangebote im Programm. Dabei schließt der Kreditnehmer einen Bausparvertrag in Höhe des Kreditbedarfs und ein tilgungsfreies Darlehen in gleicher Höhe ab. Bei Zuteilung des Bausparvertrags löst er mit der Bausparsumme das Vorausdarlehen ab und zahlt anschließend das Bauspardarlehen zurück. Der Bund stellt zudem über die KfW-Bankengruppe für energieeffiziente Voll- und Teilsanierungen Kredite und Zuschüsse zur Verfügung. Auch die Planung und Begleitung einer energetischen Sanierung durch einen Energieberater wird mit bis zu 4000 Euro gefördert.

Kann ich meine Photovoltaik-Anlage auch mit einem Bausparvertrag finanzieren?
Auch eine Photovoltaik-Anlage kann mit einem Bausparvertrag finanziert werden. Das sorgt für Planungssicherheit, denn der Modernisierer kennt sowohl seine Einnahmen durch die Einspeisevergütung als auch seine monatlichen Raten für das Bauspardarlehen von Beginn an.

Muß mein Bausparvertrag komplett bespart sein, ich brauche kurzfristig ein Darlehen für Energiesparmaßnahmen?
Fragen Sie bei Ihrer Bausparkassen nach, als schnelle Lösung bietet sich ein Vorfinanzierungskredit an. Sie erhalten das Darlehen und besparen den Bausparvertrag nach. Beachten Sie aber, daß höhere Kosten als bei einer normalen Finanzierung auf Sie zukommen. Eine andere Möglichkeit wäre es, erst KfW-Kredite zu nutzen und sie nach Auslaufen durch den Bausparvertrag abzulösen, dann haben Sie auch noch genügend Zeit zum Ansparen.

Sind für die Finanzierung von Photovoltaikanlagen Fördermittel vom Bund günstiger oder z. B. ein Bausparvertrag?
Es gibt es auch für den Einbau einer Photovoltaik-Anlage diverse Förderprogramme für Privatpersonen, beispielsweise von der KfW. Die KfW-Mittel müssen allerdings vor Beginn der Arbeiten beantragt werden. Auch Bausparkassen bieten neben speziellen Bauspartarifen auch attraktive Sofortfinanzierungsangebote für Energiesparmaßnahmen. Im Unterschied zu den KfW-Darlehen können diese in der Regel auch für bereits begonnene Maßnahmen eingesetzt werden. Auch eine Kombination von KfW-Kredit und Bausparvertrag ist möglich.

Welche öffentlichen Mittel können für eine Hausmodernisierung beantragt werden?
Über Ihre Hausbank können Fördermittel der KfW Förderbank beantragt werden. Die KfW stellt Finanzierungsmittel zum Energieeffizienten Bauen und Sanieren sowie zur Wohnraummodernisierung zur Verfügung. Es gibt in Sachsen-Anhalt auch ein kombiniertes Programm, das IB-KfW-Wohneigentumsprogramm. Die Fördermittel beider Institute sind zinsverbilligt. Für die Nutzung erneuerbarer Energien gibt es über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) Zuschüsse.

Kann ich den Strom vom Dach auch selbst nur für mein Haus nutzen?
Je mehr Strom selbst genutzt werden kann, um so eher amortisieren sich die Anschaffungskosten für die Anlage. Es wird daher unbedingt empfohlen, den Strom selbst zu nutzen.

Leider sind Speichersysteme zur Speicherung des Stromes noch nicht rentabel, so daß überschüssiger Strom möglichst in das Stromnetz eingespeist werden sollte. 

Ich habe in meinem Einfamilienhaus neue Fenster einbauen lassen. Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen?
Eigentümer von selbst genutzten Immobilien und auch Mieter können Handwerkerleistungen für Erhaltungs-, Modernisierungs- und Renovierungsmaßnahmen steuerlich absetzen. Pro Jahr können für Aufträge an Handwerksbetriebe bis zu einem Betrag von 6.000 Euro 20 Prozent von der Steuerschuld abgezogen werden. Die mögliche Steuerersparnis beträgt also jährlich maximal 1.200 Euro. Anerkannt werden nur die reinen Arbeitskosten, nicht die Materialkosten. Daher sollten sie getrennt auf der Rechnung aufgeführt sein. Die Mehrwertsteuer muß ebenfalls ausgewiesen werden. Den Rechnungsbetrag müssen Sie an den Handwerker überweisen, denn eine Barzahlung akzeptiert das Finanzamt nicht. Um sich den Bonus auch für das nächste Jahr zu sichern, sollten größere Renovierungen in verschiedene Aufträge aufgeteilt werden.

Gibt es Heizungsmodelle, bei denen der Strom vom Dach ausgenutzt und kombiniert werden kann?
Eine Kombination der Heizung mit einer Photovoltaikanlage ist schwierig. Strom wird in Abhängigkeit von der solaren Einstrahlung und somit größtenteils an sonnigen Tagen im Sommer erzeugt. Heizwärmebedarf besteht im Wohngebäude größtenteils im Winter und somit überwiegend in kalten Nächten. Heizwärmebedarf und Stromangebot schließen sich somit teilweise aus. Lediglich ein Ausgleich über Puffer- und Warmwasserspeicher ist möglich. Inwieweit diese Kombination einer Photovoltaikanlage mit einer strombetriebenen Heizung (beispielsweise einer Wärmepumpe) und einem Pufferspeicher sinnvoll sein könnte, sollte im Einzelfall genau überprüft werden.

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