Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Wie Altersarmut verhindern?

Sozialwissenschaftlerin bei AG Rente des VDGN zu Gast

Die Referentin Dr. Katrin Mohr, Heinz Scharf und Rechtsanwalt Gerhard Soycka von der AG Rente beim VDGN (v.l.)

Die Teilnehmer der AG Rente des VDGN hatten am 14. November Gelegenheit, auf ihrer Zusammenkunft einen Vortrag von Dr. Katrin Mohr, Sozialwissenschaftlerin und Referentin für soziale Sicherung und Rentenpolitik in der Bundestagsfraktion DIE LINKE zu hören. Die sich immer mehr vergrößernde Schere in den Alterseinkommen der RentnerInnen in Ost und West war das Thema. Sinkendes Rentenniveau und zunehmende Lücken in den Erwerbsbiographien führen bei großen Teilen der Bevölkerung bei unveränderter Gesetzeslage direkt in die Altersarmut. Das „Dreisäulenprinzip“, die Kombination aus staatlicher Rente, Betriebsrente und privater Vorsorge, ist durch Finanzkrise und Teilzeitbeschäftigungen völlig unsicher geworden und besonders in Ostdeutschland wirkungslos. Unabhängig davon hat die Wunsch- liste der sozialen Verbesserungen für die jeweilige Parteienklientel den Finanzierungsbedarf auf über 50 Milliarden Euro aufgehäuft. Wer soll das bezahlen?

Die Linkspartei habe in der vergangenen Legislaturperiode mehr als 19 Anträge zur Verbesserung der Rentensituation im Bundestag vorgelegt. Alle wurden vom Tisch gefegt, erklärte die Referentin.

Um Altersarmut für die künftigen Rentenbezieher nachhaltig zu vermindern, bedürfe es eines Einkommens in der Erwerbsphase, welches absichert, daß die spätere Rente über und nicht unter dem Grundsicherungsniveau liegt.

Die Einführung einer allgemeinen Mindestrente, eines Mindestlohns von mindestens 8,50 Euro, jährlich steigend, einer Regelaltersgrenze von 63 Jahren, die Stärkung des staatlichen Rentensystems und paritätische Beteiligung der Arbeitgeber sind einige Forderungen zur Umgestaltung des bestehenden Rentensystems. Die Finanzierung müsse aus Steuermitteln erfolgen, was eine Veränderung des bestehenden Steuersystems erfordert.

Die Zuhörer diskutierten mit Frau Dr. Mohr weitere Aspekte dieses vielschichtigen Themas. Wir werden die Diskussionen bei unserer nächsten Veranstaltung Anfang März 2014 fortsetzen. Zwischenzeitlich bitten wir Sie, Ihre Meinungen und Anfragen wieder an rente@vdgn.de zu richten.

Heinz Scharf

 

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