Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Gegen kalte Zugluft und Feuchteschäden

VDGN-Telefonforum zur Dachsanierung

Unbehaglich kalte Dachwohnungen und -räume mit hohen Wärmeverlusten im Winter und Überhitzung im Sommer sind die Auswirkungen einer unzureichenden Wärmedämmung im Dach. Das liegt häufig an schlecht gedämmten Verkleidungen der Dachschrägen. Dazu kommt in vielen Fällen noch eine Undichtheit der inneren Dachverkleidung, die verantwortlich ist für kalte Zugluft und Feuchteschäden. Wie sieht eine fachgerechte Dämmung und Luftdichtung im Dachgeschoß aus? Wie können Heizkosten gesenkt und Bauschäden vermieden werden? Fragen zur Dachsanierung beantwortete Erhard Bülow von der Verbraucherzentrale Berlin beim Telefonforum des VDGN.

Worauf muß man bei der Dachsanierung achten?
Gehen wir von Wohnhäusern aus, die der Energieeinsparverordnung (ENEV 2009) unterliegen. Hier ist zunächst zu prüfen, wo die thermische Grenze liegt. Ist es also die oberste Geschoßdecke oder das Dach? Liegt die in der obersten Geschoßdecke, dann ist nur das Dach mit Unterspannbahn neu zudecken, vorausgesetzt die Sparen sind in Ordnung. Entspricht die oberste Geschoßdecke nicht den Mindestwärmedurchgangskoeffizienten, ist jedoch eine Wärmedämmung des Daches zu empfehlen. Liegt die thermische Grenze im Dach, so ist das Dach bei Sanierung entsprechend den Mindestanforderungen der ENEV zu dämmen. Zu beachten sind hier die unterschiedlichen Anforderungen eines Flachdaches und eines Steildaches. Die Dämmung kann beim Steildach als Aufsparrendämmung, Zwischensparrendämmung oder als Innendämmung erfolgen. Je nach Art und eingesetztem Material ist eine diffusionsdichte Schicht neben der Unterspannbahn einzusetzen. Bei der Zwischen-sparrendämmung ist auf die ausreichende Stärke der Sparren zu achten.

Wir möchten gern unseren Dachboden ausbauen und eine Gaube einbauen lassen. Und muß man den Dachausbau beim Bauamt beantragen?
Der Ausbau unter dem Dach ist nicht genehmigungspflichtig, wird jedoch eine Gaube eingebaut, so ist hier eine Bauanfrage zu stellen. Hierzu benötigen Sie einen Statiker und eine entsprechende Firma, die die Durchführung nach den Vorgaben ausführt. Beim Dachausbau ändert sich die thermische Grenze von der obersten Geschoßdecke zum Dach, und aus diesem Grund sollte dann das Dach entsprechend gedämmt werden, um Wärmeverluste zu vermeiden.

Ist Moos auf dem Dach schädlich? Wird das Dach dadurch zerstört?
Beim Ziegeldach sehe ich darin keine Probleme.

Wie bekommt man eine gute Belüftung auf dem Dachboden hin?
Ein nicht gedämmtes Steildach hat bereits eine gute Belüftung, beim Flachdach sollten entsprechende Fenster vorhanden sein. Hier ist jedoch die Forderung der ENEV gegenüber der obersten Geschoßdecke zu beachten.

Welche preiswerten Möglichkeiten gibt es, ein Dach zu sanieren?
Die Frage kann nicht so einfach beantwortet werden, es kommt immer auf den Zustand des Daches an. Ist die Außenhaut undicht, so muß das Dach mindestens abgedichtet werden oder eine neue Außenhaut bekommen (Ziegel, Bitumenbahnen u. a.). Ist die Dachhaut in Ordnung, kann auch eine nachträgliche Dämmung eingebracht werden. Hierzu gehören die Zwischensparrendämmung, die Innendämmung oder die Einblastechnik von Dämm-Materialien. Bei der Einblastechnik ist ein dichter und ausreichender Hohlraum im Dach notwendig.

Anbieterunabhängige Hilfe bei allen Fragen zur Luftdichtigkeitsmessung und zur Bauphysik bieten die Energieberater der Verbraucherzentrale: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Die Vebraucherzentralen beraten Haus- und Wohnungsinhaber zum Stromsparen und bieten Gebäude- und Brennwertchecks an.

Mehr Infos unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

 

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