Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Abzocke auf Öko

Von Holger Becker, Pressesprecher des VDGN

Nun reicht es aber. Mit der neuen Erhöhung der Ökostromumlage, die den Preis für die Energie aus der Steckdose weiter in die Höhe treibt, zeigt sich: Hier entsteht ein soziales Problem. Ein größerer Teil der Bevölkerung muß sich inzwischen die Frage stellen, ob sein Budget künftig ausreichen wird, den eigenen Energiebedarf und die finanziellen Folgen energiepolitischer Entscheidungen zu bezahlen, ohne Einschnitte bei der Lebensqualität insgesamt hinnehmen zu müssen. Dabei geht es nicht nur um die Preise für den Strom, sondern noch mehr um andere Energieträger wie Öl und Gas, aber auch um gesetzliche Zwänge zur sogenannten energetischen Sanierung von Wohngebäuden.

Unter dem Deckmantel der „Energiewende“ und begleitet von hysterischen Klagen über den „Klimawandel“ findet eine gigantische Umverteilung statt. Mit der Ökostromumlage füllen die privaten Haushalte nicht nur die Taschen all jener, die einen größeren Teil ihres Geldes in Parks für Windkraft und Solarstrom anlegen. Sie subventionieren ebenso die Großabnehmer von Elektroenergie und die Stromhändler, die eine Kilowattstunde an der Strombörse zu einem Preis von unter 4 Cent einkaufen können, während der Anteil der Ökostromumlage am Endverbraucherpreis 2014 allein 6,24 Cent betragen wird. 

Ähnlich sieht es bei den Zwängen zur „energetischen Sanierung“ aus, die aus der gerade erneuerten Energieeinsparverordnung erwachsen. Wer die Fassade seines Hauses erneuern will, soll dort dicke Dämmschichten draufpappen, deren tatsächliche Wirkungen mindestens umstritten sind. Viele Besitzer von Eigenheimen werden damit vor Aufgaben gestellt, für die sie sich hoch verschulden müssen. Weitgehend schutzlos stehen die Mieter da, denen die Kosten für das Einpacken ihres Hauses auf die Miete draufgeschlagen werden können. Bis zu 11 Prozent der Kosten, die für die jeweilige Wohnung aufgewendet werden, sollen sie tragen.

Aber, aber, hören wir schon den Einwand, wenn wir so weitermachen wie bisher, geht die Welt ja unter. Mal abgesehen davon, daß dies durchaus nicht gewiß ist, sollte die Zukunft sehr wohl umweltverträglichen und ressourcenschonenden Lösungen gehören. Solange sich aber mit dem Erzeugen und Verteilen von Energie goldene Nasen verdienen lassen, geht es auch auf diesem Gebiet rücksichtslos zu. Man kann es ja beobachten, wie ganze Landstriche mit Windkraftkolossen zugepflastert werden – zu Lasten der dort lebenden Menschen.

Also: Den Strom zu produzieren und zur Verfügung zu stellen, gehört zu den Aufgaben der Daseinsvorsorge und damit in die öffentliche Hand, die dann für bezahlbare Strompreise sorgt. Unter diesen Maßgaben hätte übrigens der bevorstehende  Berliner Volksentscheid über die Rekommunalisierung des hauptstädtischen Stromnetzes seinen guten Sinn. Sein jetziges Ziel der Vollversorgung Berlins mit Ökostrom dient unter den vorhandenen Rahmenbedingungen vor allem den Interessen jener, die mit der Ökozwangsbeglückung Geld scheffeln.

  

 

 

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