Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Gemüsedelikatessen aus dem eigenen Garten

Saatgut jetzt auswählen / Alte Sorten versprechen Aha-Effekt

Foto: Bayerische Gartenakademie

Freizeitgärtner, die auch gerne kochen, können im großen Saatgutangebot aus dem Vollen schöpfen und Erstaunliches entdecken. Bauen Sie im kommenden Gartenjahr Ihr Gemüse selbst an und überraschen Sie Ihre Gäste mit ungewöhnlichem und auserlesenem Gemüse: garantiert hausgemacht von Anfang an.

Wenn die Tage noch kurz sind und man sich nach den ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings sehnt, ist es jährliches Ritual in Saatgutkatalogen zu schwelgen oder im Gartenmarkt nach den ersten Samenpäckchen zu stöbern. Was gibt es Neues? Was soll in diesem Jahr ins Beet und auf den Teller?

Vermeintlich neu und doch alt sind Gemüse in ungewöhnlichen Farben, ob gelbe Radieschen, lila Möhren, weiße Auberginen oder schwefelfarbige „Rote Bete“ – alle waren schon mal da und sind eigentlich alte Sorten, haben aber heute den garantierten „Aha“–Effekt.

Bunte Schnittsalatmischungen und Pflücksalate sind sehr praktisch, besonders für den kleinen Haushalt. Sie wachsen schnell und lassen sich mehrmals ernten. Die Tomatenvielfalt ist bunt und riesig. Auch mit ausreichend Sonne und Wärme bestimmt in erster Linie die Sorte den Geschmack einer Tomate. Probieren sie unterschiedliche Sorten aus. In jedem Fall gilt die Regel, je kleiner die Früchte, desto intensiver der Geschmack.

Es müssen nicht die kostspieligen veredelten Salatgurkenpflanzen sein. Empfehlenswert sind auch kleinfruchtige Sorten, wie ´Printo´ oder Silor F1. Die Gurkenfrüchte werden nur halb so groß, reifen aber schnell und zügig heran.

Bohnen
Spaghetti-, Filet- oder Spargelbohnen sind die Grazien unter den Leguminosen. Die ungewöhnlich langen, schlanken, grünen Hülsen sollten noch jung und schmal geerntet werden. Pflücken Sie die 'grünen Spaghetti' fortlaufend aus, da sie sonst schnell hart werden. Gekocht, gebraten, gedünstet oder sauer eingelegt, schmecken sie nicht nur gut, sondern zieren anmutig den Teller.

Die wärmeliebenden Bohnen werden März bis April im Haus in Töpfe (5 Samen/Topf) ausgesät und im Mai/Juni ins Freiland oder Gewächshaus gepflanzt. Die Pflanze benötigt auch in der Wachstumsphase Wärme. Empfohlen wird ein Anbau im Gewächshaus, dann werden die Bohnen besonders zart. Im Garten beranken die Bohnen Stangen und Zäune und sind nicht nur Gemüse, sondern mit ihren fliederfarbenen Blüten auch schöne Zierpflanzen und Sichtschutz.

Kaiserschoten
Zuckerschoten wachsen zügig, wenn sie einen lockeren, gleichmäßig feuchten Boden vorfinden. Kurz nach der Blüte bilden sich die Schoten, die in Salaten als Rohkost oder angebraten in der Pfanne zubereitet werden können. Der süße und intensive Geschmack der mittelgroßen, hellgrünen, fleischigen Schoten macht dem Namen alle Ehre.

Zuckerschoten können schon ab Mitte März gesät werden, wenn sich der Boden erwärmt hat. Sie keimen zwar bereits bei Temperaturen über 5 Grad Celsius, doch am besten wären 20 Grad. Säen Sie in Reihen im Abstand von 40 Zentimeter (5 Zentimeter in der Reihe) und drücken Sie gut an. Decken Sie das Beet mit Stroh oder Vlies ab. Dies hält die Vögel fern.

Die Zuckererbsenpflanzen sind nicht standfest. Stecken Sie Reisig in den Boden oder häufeln Sie die Pflanzen an.

Rotstieliger Spinat
Spinat ist als Gemüse immer eine delikate Beilage. Man kennt ihn gedünstet und püriert. Doch der attraktive Spinat ´Red Cardinal´ ist dazu viel zu schade. Nutzen Sie die hübschen Einzelblätter für einen gemischten Salat, als Beilage oder Blattdekoration auf dem Teller. Die dunkelgrünen Blätter mit dem violetten Stielen sind kleine Kunstwerke mit vielen wertvollen Inhaltstoffen. ´Red Cardinal´ ist kaum krankheitsanfällig und sehr ertragreich. Säen Sie ab März bis April oder von Juli bis August. Dieser Spinat wächst zügig, so daß Sie ihn als Vorfrucht für wärmeliebendes Fruchtgemüse nutzen können.

Samenpakete
Für den Anfänger sind Samenpakete eine gute Hilfestellung. Ein richtiger Gärtnerspaß sind Menü-Samenpakete. Der „italienische Genuß“ enthält vier Tomatensorten, zwei Basilikumarten und mediterrane Kräuter. Für die Liebhaber der asiatischen Küche bietet der „Asiatische Fitness-Mix“ mit 6 Saatgutportionen eine Mischung aus asiatischen Kohlarten und dem Kürbis ´Uchiki Kuri´ ein vitaminreiches Gemüsepaket.

Blattsenf, Pak Choi, Senfspinat und Japanische Petersilie wachsen schnell und können bald geerntet werden. Mit dem Saatgutpaket „Garten-Start“ ist die Rund-um-Versorgung für die ganze Familie gesichert. Kohlrabi, Radieschen, Möhren, Kopfsalat, Tomaten, Bohnen und Kräuter. 

 So gelingt die Aussaat:
- Zum Keimen brauchen Samen Feuchtigkeit, Sauerstoff, Aussaaterde, ein sauberes Gefäß mit Löchern im Boden, die richtige Aussaattemperatur (Wärme) und die passende Saattiefe.

- Wärmeliebende Gewächse und Pflanzen, die zu ihrer Entwicklung etwas länger brauchen, müssen vorgezogen werden. Sie sollten nicht sofort ins Freie gesät werden.

- Füllen Sie das Gefäß mit Aussaaterde bis etwa ein bis zwei Zentimeter unter dem Gefäßrand und ebnen Sie die Fläche leicht ein.

- Verteilen Sie die Samen mit ausreichend Abstand, so daß die Keimlinge ausreichend Platz haben.

- Meist wird der Samen etwa so dick wie der Samen selbst ist, mit Erde übersiebt. Ausnahmen sind Lichtkeimer, wie Basilikum. Sie sollten nur leicht mit Erde und mit einer Glasplatte abgedeckt werden.

- Gießen Sie den Samen durchdringend mit einer feinen Brause oder einem Zerstäuber an.

- Stellen Sie das Gefäß an einen hellen Platz mit Temperaturen von 12 bis 20 °C. Schattieren Sie bei starker Sonneneinstrahlung.

- Lassen Sie die Erde nie austrocknen oder zu feucht stehen.

- Die meisten Pflanzen keimen nach 1 bis 3 Wochen, dann brauchen sie unbedingt Licht.

- Beachten Sie immer die Angaben auf der Saatgutpackung und achten Sie auch auf das Haltbarkeitsdatum des Saatguts.

Brigitte Goss

Bayerische Gartenakademie

www.gartenakademien.de

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