Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Vor Einbrüchen sicher?

VDGN-Telefonforum zum Versicherungsschutz in der Reisezeit

Der Urlaub ist zu Ende und zu Hause wartet eine böse Überraschung? Wie man sich für den Fall eines Einbruchs am besten versichert, beantwortete René Dinkheller beim VDGN-Telefonforum. Er ist stellvertretender Pressesprecher des Bezirksverbandes Berlin Brandenburg im Bund Deutscher Versicherungskaufleute.

In unser Haus ist während unserer Abwesenheit eingebrochen worden. Wie sieht die Rechtslage für uns aus? Wird der Schaden von der Versicherung ersetzt?
Ist man Leidtragender eines Einbruchs, kommt nur die eigene Hausratversicherung für die finanzielle Entschädigung auf. Sie übernimmt die Wiederbeschaffungskosten für gestohlene Gegenstände und erstattet die Kosten für Reparaturmaßnahmen der aufgebrochenen Fenster, Türen und sonstige Vandalismusschäden. In der Regel decken die Policen auch zeitweilige Übernachtungskosten ab, wenn die Wohnung so verwüstet wurde, daß sie erst einmal unbewohnbar ist.

77 Prozent aller Haushalte verfügen über eine solche Hausratpolice. Dennoch sollte die Versicherungssumme in angemessenen Zeiträumen überprüft werden. Schließlich verändert sich in den Jahren der Versicherungswert des eigenen Hausstands mit zusätzlich erworbenen Gütern. Als Richtwert gelten 650 Euro pro Quadratmeter Wohnungsfläche, um die richtige Versicherungssumme zu berechnen und nicht unterversichert zu sein.

Die Gefahr des Einbruchs läßt sich übrigens mit relativ einfachen und sympathischen Mitteln verringern: Durch aufmerksame Nachbarn und mit zeitschaltuhren-gesteuerten Radios. Dann erweckt eine leere Wohnung für Einbrecher nicht den Eindruck, daß sie unbewohnt ist.

Uns ist kürzlich das Fahrrad unseres Sohnes gestohlen worden. Kommt dafür die Hausratversicherung auf?

Ja. Die Hausratversicherung kann den Fahrraddiebstahl mitversichern, schauen Sie also in Ihren Vertrag. Es ist ratsam, ein Fahrrad gegen Diebstahl zu versichern. Der Grund liegt in der höheren Diebstahlrate: Denn mehr als sechsmal so viele Fahrräder wie Autos verschwinden, jährlich werden bis zu einer halben Million Drahtesel in Deutschland gestohlen. Bei hochwertigen Rädern lohnt sich da, neben einem guten Schloß, seine Hausratversicherung zu prüfen und diese gegebenenfalls an die höheren Entschädigungsgrenzen anzupassen. Moderne Vertragsvarianten bieten auch Schutz, wenn das Fahrrad im gemeinschaftlichen Fahrradkeller abgeschlossen ist. Vorteil: Die Räder sind dann in der Hausratversicherung zum Neuwert versichert.

Sie sollten den Diebstahl unverzüglich der Polizei anzeigen. Die Beamten benötigen eine möglichst genaue Beschreibung oder besser ein Foto des Rades, die Rahmen-Nummer, Farbe und andere Besonderheiten. Zudem vereinfacht der Kaufbeleg die Schadenregulierung. Sie fahren am besten, wenn für jedes Rad ein Fahrradpaß erstellt wird, von dem man eine Kopie dem betreuenden Vermittler zur Weiterleitung an die Versicherungsgesellschaft übergibt. Die Blanko-Fahrradpässe erhalten Sie bei den Versicherungsvermittlern und den Polizeidienststellen.

Während unseres Urlaubs ist unser Gepäck abhandengekommen. Bekommen wir von unserer Versicherung eine finanzielle Entschädigung?
Wenn das Gepäck aus dem verschlossenen Hotelzimmer gestohlen wurde – also bei einem Einbruch – dann greift die sogenannte Außenversicherung der Hausrat. In allen anderen Fällen würde nur eine Reisegepäckversicherung helfen. Allerdings sollte man die jeweiligen Versicherungsbedingungen genau lesen. 

Was muß man tun, wenn man im Ausland einen Autounfall hat, damit die Versicherung den Schaden bezahlt?
Der Unfall muß wie zu Hause auch polizeilich aufgenommen werden. Fotos und eventuelle Zeugen erleichtern die Regulierung. Die „Grüne Karte“ muß in vielen Urlaubsländern mitgeführt werden. Dort findet man Ansprechpartner des jeweiligen Landes, die bei der Regulierung helfen. Viele Versicherer bieten auch einen Schutzbrief an, der z. B. Pannenhilfe oder die Überführung des verunfallten Fahrzeuges übernimmt.

Wann sollte man eine Auslandskrankenversicherung abschließen?
Immer. Die gesetzlichen Kassen leisten nur, wenn mit dem Urlaubsland ein Abkommen geschlossen wurde und dann auch nur in der Höhe, wie sie in Deutschland bezahlen würden. Da kann es schnell zu finanziellen Einbußen kommen. Der Krankenrücktransport wird gar nicht übernommen.

 

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