Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Heideländer lassen sich nicht vertreiben

Fürstenwalde: Verein kämpft mit Hilfe des VDGN um sicheren Wohnstatus

Seit Jahren bemüht sich die Stadt Fürstenwalde, eine planungsrechtliche Einordnung des Heidelandes vorzunehmen und damit den Bestand und die Entwicklung des Ortsteils zu sichern. Bemühungen Anfang der 1990er Jahre, die Siedlung durch einen Bebauungsplan grundlegend zu verändern und zu verdichten, sind an dem Widerstand der Heideländer gescheitert. Danach war erst einmal Ruhe. Doch die Ruhe hat sich als trügerisch erwiesen, den zwischenzeitlich wurde die Siedlung dem Außenbereich zugeordnet. Das hat fatale Folgen für die Grundstückseigentümer in der Siedlung. Im sogenannten Außenbereich ist Bauen nicht zulässig und wenn es doch erfolgt, ruft das bekanntermaßen das Bauordnungsamt auf den Plan. Es folgen Nutzungsuntersagungen und Abrißverfügungen.

Aber so einfach ist die Sache im Heideland nicht. Jeder, der offenen Auges durch das Heideland geht, kann eine große Anzahl von Neubauten sehen. Keine Schwarzbauten, sondern mit Baugenehmigung!

Eine ganze Reihe von stattlichen Einfamilienhäusern und Wochenendhäusern wurde neu errichtet oder erweitert. Hier und da kann mann noch den roten Punkt der Baugenehmigung sehen. Auch die Erschließung mit Strom, Wasser, Gas, Straßenbeleuchtung und schnellem Internet wurde vorangetrieben. Die Stadt investierte außerdem in die Instandhaltung der Straßen, sie sind in einem gut befahrbaren Zustand. Viele verstehen daher nicht, warum sie nicht auch bauen können und warum ihre Arbeit und ihre Investitionen von Jahrzehnten nichts mehr wert sein sollen. Die Aussagen in der Presse haben für zusätzliche Verunsicherung gesorgt. Forderungen und Wünsche wie „Das Heideland soll wieder Heide werden“ und die Heideländer könnten doch in andere Baugebiete der Stadt umsiedeln, sind nicht nur falsch, sondern auch unrealistisch.

Eine Heide gab es zu keinem Zeitpunkt. Unter der damaligen Bezeichnung Ausbau Nord schufen die Nutzer erst in jahrelanger, harter Arbeit die heutige Kulturlandschaft.

Eine Aufgabe des Eigentums und eine Neuinvestition an einem anderen Standort kommt nicht in Frage. Stellt doch das Grundstück für viele eine Altersvorsorge dar. Alles Ersparte steckt darin, Reserven für einen Neuanfang und die Kraft dazu haben viele nicht. Und warum sollten sich die so Vertriebenen gerade wieder in Fürstenwalde ansiedeln? 

Nein, die Heideländer fühlen sich an ihrem Wohnort sehr wohl und wollen bleiben. Eine immer größer werdende Zahl von Datschennutzern überlegt zudem, den Wohnsitz ganz nach Fürstenwalde zu verlegen. Unterstützung fanden sie beim Bürgermeister der Stadt Fürstenwalde, Herrn Hengst, den Stadträten und der Verwaltung. Das im vergangenen Jahr begonnene Mediationsverfahren ist ein beredtes Beispiel dafür, auch wenn sich die Erwartungen, hierdurch eine schnelle Lösung in Form einer Außenbereichsatzung zu erreichen, nicht erfüllt haben. Die Dinge sind eben komplizierter und komplexer als sie auf den ersten Blick aussehen. Der Verein Heideland e.V. hat sich nicht zuletzt daher der Unterstützung durch den Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) versichert. Es gelang, die Kommunikation der Mitglieder untereinander zu verbessern und die Gespräche mit der Stadt fortzuführen.

Erstes Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen ist die Aufstellung eines Bebauungsplans für eine Wohnnutzung. Damit könnten die baurechtlichen Probleme zukunftssicher gelöst werden. Am 20. Mai fand eine Mitgliederversammlung statt, auf der sich 63 von 64 Anwesenden für den Bebauungsplan ausgesprochen haben. Dabei ist den Heideländern auch klar, daß die Lösung nicht zum Nulltarif zu haben sein wird.

Sie sind bereit, die dann fälligen zusätzlichen Kosten, zum Beispiel für den Schallschutz oder für Ersatzmaßnahmen bei zukünftigen Bauvorhaben, zu tragen. In der Mitgliederversammlung wurde auch die Frage des Straßenausbaus diskutiert. Hier sind sich die Heideländer einig: Einstimmig wurde der Vorstand beauftragt, den Bürgermeister zu bitten, vorerst von solchen Ausbauplänen Abstand zu nehmen.

Michael Schneider, Fred Fischer

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