Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Familiär geführt

Firmenporträt: Berliner Autohaus schaut auf 60jährige Firmengeschichte zurück

Lars (links) und Dirk Olbrich

Es sind nur wenige Unternehmen in den neuen Bundesländern, die auf eine fast 60jährige Firmengeschichte zurückblicken können. Im Unternehmenspool können wir sie an einer Hand abzählen. Bereits in dritter Generation führen heute Lars und Dirk Olbrich das ehemals von ihrem Großvater Karl Olbrich 1953 in Berlin-Mitte als Autowerkstatt gegründete und von ihrem Vater Gerd Olbrich (der gerade sein 75. Lebensjahr vollendete) zum modernen Autohaus mit Werkstatt gewachsene Unternehmen. Die angenehme, kundenorientierte, fast familiäre Atmosphäre spürt man bereits beim Betreten des Hauses in der Marzahner Rhinstraße.

In der Verantwortung von Lars Olbrich, Jahrgang 1987, von Beruf Kfz-Schlosser, liegt heute der Autovertrieb des Unternehmens; sein Bruder Dirk ist für die Werkstatt zuständig. In unserem Gespräch ist Lars Olbrich die Achtung für die durch die Familie erbrachten Leistungen bei der Firmenentwicklung anzumerken. Auch  so manche Anekdote gibt es aus der Firmengeschichte zu erzählen. Das Thema „Auto“ war bekanntlich in der DDR ein Dauerbrenner. Den Neuwagenverkauf, dem jahre- oder jahrzehntelanges Warten vorausging, hatte sich ja der Staat vorbehalten.  Die Trabis und Wartburgs mußten lange, sehr lange funktionieren, dementsprechend groß war der Andrang in den Autowerkstätten. Hier bot sich für das private Handwerk viel kreativer Spielraum, und trotzdem war die „Nachfrage“ nach Werkstattleistungen kaum zu befriedigen.

In den Anfangsjahren standen noch so manche Vorkriegsfahrzeuge, wie z. B. Maybach, Horch, Ford, Adler und Hansa, die den Krieg überstanden hatten, in der Werkstatt. Später dann spezialisierte sich die Werkstatt auf die Typen Wartburg und Lada. Die Zeiten waren schwierig, Ersatzteile oftmals Mangelware. Aus Altem mußte Neues entstehen. Werkstatttermine waren immer heiß begehrt, hier und da ersetzte auch die Naturalwirtschaft die Planwirtschaft.

In der Wendezeit war auch im Autogeschäft nicht alles Gold, was glänzt. Der Westen schickte besonders in dieser Zeit viel dort Unverkäufliches und Minderwertiges in den Osten, das machte es seriösen Autowerkstätten nicht gerade leicht, sich in der Marktwirtschaft zu profilieren. Dank ihrer Stammkundschaft ist es den Olbrichs dennoch gelungen.

Es gab auch 1989/90 in der Autoindustrie des Ostens, z. B. für die Marke „Wartburg“ oder auch den „Trabi“, konkrete Pläne für ein Fortbestehen. Doch diese Ideen waren nicht gefragt, die ostdeutschen Auto-Marken überlebten nicht. Autoproduktion im Osten hätte den westdeutschen Absatz behindert –damit war das Schicksal aller guter Absichten besiegelt.

Seit 1990 vertritt die Firma vertraglich die Marke „Renault“, dazugekommen ist die Marke Dacia. Aus 7 Mitarbeitern 1957 sind heute 20 Mitarbeiter und ein Auszubildender an zwei Standorten in Berlin geworden. Die Werkstatt und der Verkauf sind die Standbeine der Firma. Die Werkstatt ist mit modernster Computer- und Wartungstechnik ausgerüstet, hier werden auch Kunden anderer Marken bedient. Der ADAC und der TÜV Rheinland haben die Werkstatt mehrfach in Augenschein genommen und ihr für ihre gute Qualitätsarbeit und die erreichte Kundenzufriedenheit beste Referenzen ausgestellt. Auf die Abwrackprämie von 2009 angesprochen, meint Lars Olbrich, daß die gegenwärtige Situation der damaligen bereits sehr ähnlich sei: Die Probleme wurden mit der Abwrackprämie nicht gelöst, nur zeitlich verlagert. Neben einem breiten privaten Stammkundenbereich versorgt die Firma kleine Handwerksbetriebe und Unternehmen mit Werkstattleistungen und Neufahrzeugen.

Seit zwei Jahren gehört die Firma zum VDGN-Unternehmenspool. Uns verbinden dabei mehrere Schnittstellen: die übereinstimmenden Auffassungen von Kundenzufriedenheit; die Regeln und Werte, die das Unternehmen lebt, wie wirtschaftliche Lösungen zu konkurrenzfähigen Preisen und Qualitätsarbeit, die sich in der Werkstattarbeit prüfbar widerspiegelt; und nicht zuletzt die Möglichkeit für unsere Mitglieder, ohne Debatte Rabatte bei der Automarke Renault von bis zu 29 Prozent erhalten zu können. Diese hohen Rabatte ermöglicht das bereits seit Jahren zwischen der Renault Deutschland AG und dem VDGN bestehende Rahmenabkommen. Die Firma Autokreisel Olbrich & Söhne wird in diesem Jahr erstmalig auch beim Familienfest mit Handwerkerschau am Sonntag, dem 19. August auf dem Durlacher Platz in Berlin-Marzahn/Hellersdorf mit Fahrzeugen vertreten sein. Eine gute Gelegenheit zum Fachgespräch über das gegenwärtig heiß diskutierte Thema: Wem gehört die Zukunft – dem Elektroauto, dem Erdgasfahrzeug, den Fahrzeugen mit der Brenn-stoffzelle oder einem Hybridantrieb? Übrigens bereitet sich die Firma zum Jahresende auf eine VDGN-Zertifizierung vor. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und wünschen der Firma und dem Unternehmenspool viele zufriedene VDGN-Kunden.

Rolf  Tille

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