Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Dagegen? Dafür!

Von Peter Ohm, Präsident des VDGN

Der VDGN ist ein kämpferischer Verband. Das haben schon verschiedene Politiker verschiedener Parteien erfahren müssen, weil wir nicht lockergelassen haben, um ein bestimmtes Problem zu lösen. Nach wie vor setzt sich der VDGN zum Beispiel dafür ein, im Osten Deutschlands das Abkassieren bei den sogenannten Altanschließern zu stoppen. Kürzlich hat der VDGN für den Protest der Betroffenen und ihrer Sympathisanten gemeinsam mit dem Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen die Internetseite www.ichbindagegen.info eingerichtet.

Daß wir Protest organisieren, hat uns schon einen Vorwurf eingebracht, der etwa so formuliert wird: Ihr seid ja immer nur gegen etwas…

Und genau das ist falsch. Ein paar Beispiele:

Wir sind dafür, die Eigentümer von Wohngrundstücken vor ungerechtfertigt hohen Abgaben und Preisen für Wasser, Abwasser und Energie zu schützen. Auch für kleine Leute muß ihr Häuschen bezahlbar bleiben, denn wir brauchen eine gesunde soziale Struktur in den Siedlungen. Das heißt für uns aber: Der VDGN ist gegen horrende Beiträge für Wasser- und Abwasseranschlüsse oder Straßenbaumaßnahmen, die Hausbesitzer mit geringeren Einkommen oder Renten nur zu oft in existentielle Nöte treiben. Er ist gegen die Privatisierung von Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge, die dann Monopolisten ein leichtes Spiel bei der Preistreiberei bieten.

Wir sind dafür, daß Menschen Ruhe und Erholung vom Streß des Alltags in Kleingärten und auf Wochenendgrundstücken finden. Wo das gelingt, ist das von Nutzen für die gesamte Gesellschaft. Deshalb sind wir aber dagegen, die Pächter von Kleingärten mit Restriktionen zu kujonieren, die vom Zwang zur Minilaube bis zu Vorschriften über Anbauflächen reichen. Wir sind dagegen, wenn die GEZ demnächst bei Datschenbesitzern und Kleingärtnern mit größeren Lauben doppelt  kassieren soll. Denn das ist eine unverhältnismäßige Belastung, die in der Summe mit anderen Belastungen in vielen Fällen der letzte Grund zur Aufgabe des Refugiums sein kann.

Wir sind dafür, daß jeder bei guter Gesundheit sein Leben führen kann. Also sind wir dagegen, wenn die Gesundheit von Menschen beispielsweise durch hohe Lärmbelastungen gefährdet wird. Deshalb sind wir dagegen, wenn Betroffene um effektive Schallschutzmaßnahmen betrogen werden, wie das bisher im Umfeld des neuen Flughafens Schönefeld bei Berlin geschehen ist. Deshalb sind wir für ein Straßenprojekt wie die Tangentiale Verbindung Ost in Berlin, die Durchgangsverkehr von den Siedlungsgebieten fernhalten soll.

Man sieht hier auch: Allein mit lautstarkem, oft bitter nötigem Protest ist es nicht getan. Um etwas zu erreichen, sind ebenso juristische und technische Kompetenz nötig wie beispielsweise in Sachen Straßenbau, schnelles Dazulernen wie beim Fluglärm als neuem VDGN-Aufgabenfeld, beharrliches Recherchieren von Sachverhalten wie in Sachen GEZ, wo die  Politik die Öffentlichkeit hinter die Fichte zu führen gedachte.

So wird´s auch weiter sein: Hinter jedem Dagegen steckt ein Dafür.

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