Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Üble Gerüche beseitigt

Berlin-Mahlsdorf: Anwohner können durchatmen, weil VDGN-Ehrenamtler sich einsetzten

Vor nicht allzu langer Zeit konnte von einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis zwischen der Alba Recycling GmbH und den Anwohnern sowie Gewerbetreibenden der näheren Umgebung nicht die Rede sein. Ekelerregender Gestank und Fliegenschwärme trübten vor allem an warmen Tagen die Beziehung. Dem Engagement eines Ehrenamtlers ist es letztendlich zu verdanken, daß sich alle Beteiligten zusammenfanden, um die Probleme anzugehen. Einen ersten Sieg errangen die Betroffenen unter Federführung des VDGN-Regionalgruppenbevollmächtigten Erhard Anders im Herbst vergangenen Jahres (Heft  11/12-2011): Alba versprach eine Desodorierungsanlage zu installieren, um die üblen Gerüche in Grenzen zu halten. Am 23. April trafen sich der Ehrenamtler Anders, An-wohner und eine Vertreterin der Gewerbetreibenden mit Alba-Geschäftsführer Uwe Küber und Betriebsleiter Alexander Gora, um Bilanz zu ziehen.

Diesem Gespräch war über mehrere Jahre viel Ärger vorausgegangen: Am östlichen Rand von Berlin, in Mahlsdorf, werden die Verpackungsabfälle aus der Hauptstadt, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sortiert. In einer modernen Anlage werden Abfälle zu Ausgangsstoffen für neue Flaschen, Tüten oder anderes aufbereitet. Wiederverwertung, um die Umwelt zu schonen. Für die Anwohner besonders im Sommer eine Tortur: An warmen Tagen hing ein säuerlicher, fauler Geruch in der Luft, begleitet von schwärmenden Schmeißfliegen. Ein Aufenthalt im Garten – nicht auszuhalten. Bei Gewerbetreibenden blieben die Kunden weg und Angestellte rebellierten gegen die stinkenden Rahmenbedingungen. Erhard Anders nahm sich des Problems an, brachte Anwohner wie Anneliese und Dieter Zimmermann, Maria Hartwig und Geschäftsführerin Henriette Braun als Vertreterin der Gewerbetreibenden mit Uwe Küber und Alexander Gora von Alba schließlich an einen Tisch. Das Ergebnis seiner Bemühungen kann sich sehen lassen: Die Atmosphäre beim letzten Gespräch mit einhergehender Anlagenbesichtigung im April war gelöst, respektvoll und konstruktiv.

Beim Rundgang präsentierte der Betriebsleiter Gora seinen Gästen die neue Desodorierungseinrichtung in der Annahmehalle. Mittels einer Berieselungsanlage, die eine Chemikalie verregnet, werden die üblen Gerüche der Abfälle künftig neutralisiert. „Diese desodorierende Flüssigkeit ist absolut geruchsneutral. Die Intensität der Berieselung stellen wir individuell ein, an kalten Tagen auf Stufe zwei und an besonders warmen Tagen höher, auf Stufe sieben beispielsweise“, erklärte Alexander Gora das Prinzip. Neben der Außentemperatur würden weitere Parameter wie die Luftfeuchtigkeit bei der Einstellung berücksichtigt.

„In der letzten Zeit gab es kaum Geruchsbelästigungen“, resümierte Henriette Braun. Und wenn, dann habe ein veränderter Geruch in der Luft gelegen, nicht so stark, eine Mischung aus Müll und Chemie. Über-einstimmend betonten die Betroffenen jedoch, daß es längst nicht mehr so intensiv wie früher müffele. „Bleibt zu hoffen, daß die neue Desodorierungsanlage auch im Sommer den Mief von den Anwohnern fernhält“, so die Vertreterin der Gewerbetreibenden.

Neben dem Geruchs-problem standen weitere regionale Themen – die für Alba und Anwohner gleichermaßen interessant wie belastend sind – im Focus der Gespräche, wie beispiels-weise die geplante und sehr umstrittene Erschließung des Hultschiner Damms. Dabei spielen Lärm- und Verkehrsbeeinträchtigungen während der Bauphase noch eine untergeordnete Rolle. Vielmehr befürchten die Betroffen, daß die neue Entlastungsstraße nicht entlastet, sondern genau wie die B1/B5 zur „Rennpiste“ avanciert und somit ein sehr hohes Gefahrenpotential mit sich bringt.

Für VDGNler Erhard Anders zeichnen sich damit schon die nächsten Schwerpunkte seiner ehrenamtlichen Tätigung ab: Denn er wird in gewohnter Weise erster Ansprechpartner für die Betroffenen sein und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Monika Rassek

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