Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Noch ein Krimi zum Reichstagsbrand

Die Frage nach den Brandstiftern im Reichstag 1933 ist nicht zu den Akten gelegt. Der politische Kriminalfall beschäftigt auch Autoren von Kriminalgeschichten. Wir können hier nach Robert Bracks „Unter dem Schatten des Todes“ (Heft 4) auf einen zweiten aktuellen Krimi zu diesem Thema hinweisen. Heinz Joachim Simon läßt jetzt seinen Berliner Kommissar Reinecke zu Morden im Umfeld des Reichstagsbrandes ermitteln, wobei er erfährt, was am 27. Februar 1933 tatsächlich geschah. Anders als Brack geht Simon davon aus, Marinus van der Lubbe sei nur ein Strohmann der Nazis gewesen. Simon erzählt recht behäbig, und leider enthält das Buch auch gewichtige Fehler. So taucht in der 1933/34 spielenden Handlung die „Humboldtuniversität“ auf, die diesen Namen aber erst 1949 erhielt. Ernst Torgler, der einzige deutsche Angeklagte im Reichstagsbrandprozeß, ordnet Simon der SPD zu, während Torgler Chef der KPD-Fraktion im Reichstag gewesen ist. Insgesamt ist das Buch dennoch lesenswert. Denn Kommissar Reinicke, dessen Erfinder Hans Schneiders Studien gelesen hat, ist auf der richtigen Spur.

Heinz-Joachim Simon: Der Kommissar und der Reichstagsbrand. Berliner Edition im Westkreuz-Verlag, Berlin/Bonn 2011, 441 Seiten. 19,90 Euro

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