Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Kostenlawine aufgehalten

Ende gut, alles gut: VDGN kämpfte für langjährige Kleingartenpächter

„Laubenpieper“ gibt es schon seit fast 150 Jahren. Im Jahr 1864 gründete der Lehrer Hauschild zur Erinnerung an seinen gestorbenen Freund, den Orthopäden Daniel Gottlob Moritz Schreber den ersten Schreberverein mit Spielplätzen für Kinder und Beeten. Schreber hatte als Arzt die Gartenarbeit als Ausgleich für einseitige körperliche Belastungen gefördert.

Mit einem Problem, das ungeahnt mit einem Bau einer Laube in tiefer Vergangenheit begann, hatte wir uns in den letzten Wochen zu beschäftigen. Nicht vor 150 Jahren, aber immerhin im Oktober des Jahres 1952 pachtet ein Ehepaar eine Parzelle. Die Eigenversorgung mit Obst und Gemüse, etwas Grün im zerstörten Berlin und eine Spielstätte für die Kinder waren wohl die Wünsche der jungen Familie. Der Jahrespachtpreis von 4,25 DM-West (in zwei Raten zahlbar) unterstreicht den sozialen Charakter einer Kleingartenanlage im damaligen Berlin. Auf dem 400 m2 großen Pachtgrundstück übernimmt man eine Laube, 2 Jahre alt, 60 m2 groß und Nebenanlagen mit 23 m2 bebauter Fläche.

Die damaligen Kinder denken gern und oft an die unbeschwerte Zeit in ihrem Garten. Doch nun sind die Eltern nicht mehr da, die Kinder haben eigene Familien gegründet. Man beschließt gemeinsam, nach dem Tod der beiden Elternteile den Garten zurückzugeben.

Kündigung, Abschätzung, Rückgabe, so einfach gedacht, so schwer getan.

Der Abschätzbericht eines Berliner Bezirksverbandes versetzt die Kinder in helle Aufregung. Zwar wird Ihnen eine Entschädigung von knapp 3.000 Euro zugestanden, dieser steht aber ein Einbehalt für Abriß von Baulichkeiten, Entfernung von Schutt und Aufwuchs in Höhe von über 11.000 Euro gegenüber. Über 8.000 Euro soll die Erben die Aufgabe eines gepflegten Gartens kosten. Damit hatten sie nie gerechnet. Ratsuchend bekommt man von einem Nachbarn den entscheidenden Hinweis. Da gibt es einen Verband, der hilft seinen Mitgliedern auch bei  derartigen Fragen – der VDGN! Wir haben uns gemeinsam den exakten Wortlaut der Verträge angeschaut, unsere Schlußfolgerungen gezogen und Empfehlungen weitergegeben. In dem daraus folgenden Schriftverkehr mit dem Bezirksverband, übrigens von beiden Seiten sachlich und freundlich gehalten, was leider nicht immer so ist, war zu erkennen, daß es Lösungsansätze gibt. Zwei Monate nach dem eingereichten Widerspruch zur Abschätzung erkennt, trotz einiger geltend gemachter Bedenken, der Verpächter die belegten Forderungen in vollem Umfang an. Er verzichtet auf die unrechtmäßig erhobene Forderung zum Einbehalt und entschädigt den Wert der Laube „ ….in der von Ihnen gewünschten Höhe“. Die auszuzahlende Entschädigungssumme beträgt nun etwas mehr als 4.000 Euro, die Forderung zur Zahlung von 11.000 Euro wird annulliert.  Das Geld erhalten die Erben nicht erst, wie ursprünglich gewollt, bei Neuverpachtung. „Die Auszahlung der Entschädigung wird unmittelbar nach der Übergabe (an den Bezirksverband) erfolgen“, bestätigt der Verpächter. Ein Stein fällt den Erben vom Herzen, man hatte auf das gute Ende gehofft, glauben kann man es erst jetzt.

Es ist gut, einen informierten Nachbarn zu haben. Noch besser ist es natürlich, Mitglied in unserem Verband zu sein. Sagen Sie es bitte weiter!

Lothar Blaschke

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