Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Was kostet die Sanierung?

Antworten vom VDGN-Telefonforum zur Finanzierung energetischer Baumaßnahmen

Den Fragen  rund um die energetische und nachhaltige Eigenheimsanierung stellten sich beim VDGN-Telefonforum Alexander Nothaft, Finanzierungsexperte vom Verband der Privaten Bausparkassen e. V., und Marianne Kammel, Dipl.-Ing. Architektin, Sachverständige für energetisches Bauen, Berliner Energieberater Netzwerk e. V..

Unsere Heizung ist in die Jahre gekommen und müßte erneuert werden. Welche Heizung würden Sie empfehlen?
Das hängt u. a. von der Gebäudeform, Lage, Wärmeschutz und Nutzungsdauer ab. Rein preislich liegen umweltfreundliche Heizungen langfristig vorn. Ein Vergleich: In der Anschaffung kosten konventionelle Gas- oder Ölbrennwertthermen zunächst ca. 5.000 bis 7.000 Euro weniger als eine Pellet-Heizung, Erdwärmepumpe oder eine Gasbrennwerttherme mit Solar. Nach 20 Jahren hat die Erdwärmepumpe voraussichtlich  den  Mehrpreis aber mehr als ausgeglichen.

Ich möchte mein Dach erst 2013 erneuern. Kann ich mir heute schon die aktuell niedrigen Zinsen sichern?
Es gibt Bausparkassen, die bis 25.000 Euro ein sogenanntes Forwarddarlehen anbieten, mit dem Sie die heutigen sehr günstigen Bauspardarlehenszinsen bis zu drei Jahren sichern können. Lassen Sie sich hierzu von Ihrer Hausbank beraten.

Wir wollen im Herbst bauen und dafür die staatliche Förderung nutzen. Was empfehlen Sie?
Die Stiftung Warentest hat verschiedene Angebote miteinander verglichen. Erste Wahl waren die so genannten Kombi-Kredite der Bausparkassen. Dabei erhalten Sie ein Riester-Sofort-Darlehen und lösen dieses später mit einem Riester-Bausparvertrag ab. Der wirtschaftliche Vorteil ist enorm.  

Ich brauche in fünf Jahren eine Anschlußfinanzierung für eine Immobilie. Kann ich mir die derzeit niedrigen Zinsen sichern?
Mit dem Abschluß eines Bausparvertrages können Sie sich jetzt im Voraus die heute niedrigen Zinsen sichern. Die bei Vertragsabschluß vereinbarten Darlehenszinsen bleiben bis zur Rückzahlung des letzten Euros konstant.

Wir haben ein Haus, das schon abbezahlt ist. Können wir den Wohnriester auch für eine spätere Modernisierung nutzen?
Nein, die Eigenheimrente ist nur für den Erwerb von Wohneigentum gedacht. Für die Modernisierung können Sie einen Vorsorge-Bausparvertrag abschließen und dafür unter Umständen die Wohnungsbauprämie bekommen.

Können wir unseren Bausparvertrag für die energetische Modernisierung unseres Hauses verwenden?
Ja. Das Bauspardarlehen ist ausgerichtet auf die „wohnwirtschaftliche Verwendung“. Das heißt, Sie können das Darlehen, das Sie aus Ihrem Bausparvertrag beanspruchen, für praktisch alles, was mit Bauen, Kaufen und Modernisieren oder Renovieren zu tun hat, verwenden.

Ist einzuschätzen, was eine energetische Grundsanierung durchschnittlich kostet?
Ein Beispiel: Für den Austausch eines alten Heizkessels gegen ein effizientes Brennwertgerät, mit Installation einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung und gleichzeitiger Fassadendämmung, sollte man ca. 30.000 Euro einkalkulieren. Viele Maßnahmen zur energetischen Sanierung werden jedoch von Bund und Ländern gefördert.

Welche Heizsysteme gibt es? Und wie entscheide ich, welche zu mir, meinem Haus und meinen Bedürfnissen paßt?
Ob Wärmepumpe, Brennwertheizung oder Holzpellet-Heizanlage: welches System das Beste ist, läßt dich pauschal nicht sagen. Ziehen Sie einen Energieberater zur Rate, der Ihnen Ihre Möglichkeiten aufzeigt und erläutert, welche Heizung für Ihr Haus in Hinblick auf Energieeffizienz und Kosteneinsparung die sinnvollste Investition ist.

Wir möchten eine moderne Pellet-Heizung einbauen. Was kostet eine solche Anlage?
Für ein Einfamilienhaus müssen Sie mit rund 7.000 Euro Anschaffungskosten rechnen. Eine Holzpellet-Heizung ist zwar teurer als vergleichbare Gas- oder Ölheizungen, dafür aber im laufenden Betrieb günstiger. Vorteil: Das Bundesumweltministerium bezuschußt die Anschaffung. Für einen Pelletkessel bis 100 kW Leistung erhalten Sie 36 Euro pro Kilowatt, mindestens aber 2.000 Euro für einen einfachen Kessel und 2.500 Euro für einen Kessel mit neuem Pufferspeicher. Eine Pellet-Heizung amortisiert sich nach rund zwölf Jahren.    

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