Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Solarförderung umstritten

Kleinbetreiber sollen höchste Einspeisevergütung erhalten

Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die damit einhergehende Kürzung der Solarförderung dient der Kostensenkung. Kritiker bemängeln, daß die Förderung viel zu hoch sei. Verbraucher bekommen das spüren, da die „EEG-Umlage“ auf die Stromrechnung umgeschlagen wird und diese stetig steigt („Das Grundstück“ 2/3-2012). Am 9. März diskutierte nun der Bundestag die Kürzung der Solarförderungen. Am 21. März wurde das Thema zunächst öffentlich im Umweltausschuß beraten.

Die Meinungen zum „Ob und um wie viel“ die Förderungen zu kappen sind, bleiben jedoch weiter heiß umstritten. Während die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die Kürzungen befürwortet („Der vzbv unterstützt die geplante Absenkung der PV-Vergütung* und fordert die Bundesregierung auf diese weiterzuführen und Kostenentwicklungen konsequenter zu berücksichtigen.“), wettert BSW-Solar dagegen. Ein Beschluß zu den geplanten Förderungen wurde für Ende März in Aussicht gestellt.

Am 1. April sind die Änderungen zum Erneuerbaren-Energien-Gesetz in Kraft getreten. Endgültig sind diese Kürzungen nicht. Erst am 11. Mai bezieht der Bundesrat zu den Änderungen Stellung. Rufen die Länder dann den Vermittlungsausschuß an, kann es Monate dauern, bis eine Entscheidung fällt. Dennoch: Eine generelle Kürzung der Solarförderung um 20 bis 30 Prozent wird nicht infragegestellt.

Für die Betreiber von Solaranlagen berechnet sich die Höhe der Einspeisevergütung nach dem EEG weiterhin aus der Anlagengröße und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Klein-Betreiber mit Anlagen von einer Leistung bis zu 10 KilowattPeak (kWp, maximale Leistung) – die vorwiegend auf den Dächern von Ein-, Zwei- oder Mehrfamilienhäusern angebracht werden – erhalten die höchste Einspeisevergütung. Diese liegt 3 Cent je Kilowattstunde (c/kWh) höher als bei mittleren und 6 c/kWh über dem Satz von großen Solaranlagen.

Wer also eine Photovoltaikanlage von bis zu 10 kWp auf seinem Dach installiert hat und diese ab dem 1. Januar 2012 in Betrieb nahm, bekommt 24,43 c/kWh – über einen Zeitraum von 20 Jahren in gleicher Höhe. Ging die Anlage erst zum 1. April 2012 ans Netz, beträgt die Vergütung noch 19,50 c/kWh, vom 1. Mai an verringert sich der Betrag auf 19,35 c/kWh, bis es bei einer Inbetriebnahme ab dem 1. Januar 2016 nur noch 12,75 c/kWh sind.

Künftig vorgesehen ist die Kappung der Einspeisemenge auf 80 Prozent Anlagenleistung. Diese Maßnahme soll als Anreiz für den Eigenverbrauch dienen und die Eigenvermarktung fördern.

Aktuelle Informationen zur Einspeisevergütung, Gewinnberechnung und zinsgünstige Kredite für die Anschaffung von Solaranlagen finden Sie auch Internet. Zahlreiche Unternehmen bieten „Rechner“ zur Ermittlung von Kosten und Gewinnen in Sachen Solar/Photovoltaik an.

Es sollten jedoch immer verschiedene Rechner/Anbieter miteinander verglichen werden – nicht nur hinsichtlich des Preises, sondern insbesondere bezogen auf das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zur Qualität einer Solaranlage.

Monika Rassek 

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