Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Private Haftpflicht muß sein

Experten antworteten beim Telefonforum zum Versicherungsschutz für Kinder und Enkel

Beim Telefonforum des VDGN zum Thema Versicherungsschutz für die Familie antworteten auf die Fragen der Anrufer René Dinkheller, stellvertretender Pressesprecher des Bezirksverbands Berlin-Brandenburg im Bund Deutscher Versicherungskaufleute, und Jürgen Keßler vom VDGN-Versicherungsdienst, der seit Jahren Mitglieder des VDGN in Versicherungsfragen berät.

 

Braucht mein neunjähriges Kind eine Unfallversicherung?
Ja, das wäre zu empfehlen. Das Kind hat auf dem Weg von und zur Schule und in der Schule gesetzlichen Versicherungsschutz. Passieren in den Ferien, zu Hause oder an anderen Orten Unfälle, tragen Eltern dafür die Verantwortung. Bei einem schweren Unfall kann das neben dem menschlichen Leid auch ein großes finanzielles Risiko bedeuten. Für einen solchen Fall schützt eine private Unfallversicherung. Sie gewährleistet die Unterstützung für ein menschenwürdiges Leben des verunglückten Kindes, ohne daß die Eltern lebenslang stark finanziell belastet sind. Es kommt hier immer auf die Höhe der Invaliditätsgrundsumme an, die ist entscheidend. Nützlich ist tatsächlich eine lebenslange Unfallrente.

Wir haben unser Kind im Reitverein angemeldet. Ist es im Falle eines Unfalls versichert?
Egal, welche Freizeitaktivitäten ein Kind hat, in jedem Fall ist eine private Unfallversicherung angebracht. Selbst wenn ein Verein eine Gruppenunfallversicherung abgeschlossen hat, sind diese Leistungen im Falle eines Unfalls sehr niedrig. Ein Unfall ist immer eine Frage der privaten Vorsorge. Das sehen auch Verbraucherschützer so.

Ich möchte gern für meine Enkel eine Lebensversicherung abschließen, und damit Geld für mein Enkelkind ansparen, wenn diese zur Auszahlung kommt. Was muß ich beachten?
Wenn Eltern oder Großeltern für Kinder ansparen wollen, gibt es andere, bessere Versicherungsmodelle. Eine Lebensversicherung abzuschließen, ist hierfür nicht sinnvoll. Eine bessere Alternative sind Bausparverträge.

Es werden einem ja viele Versicherungen empfohlen, aber welche Versicherungen sollen wir für unser Kind tatsächlich abschließen und warum?
Eine private Haftpflichtversicherung ist unbedingt erforderlich. Das muß man haben, alles andere kann man haben. Kinder können Dritten jede Menge Schaden zuführen und in diesem Fall gehen die Ansprüche der Geschädigten nach BGB vor und die können erheblich sein. Im Straßenverkehr gibt es die Regelung, daß Kinder bis zum Alter von zehn Jahren überhaupt nicht haftbar zu machen sind, sondern maximal die Eltern wegen Verletzung der Aufsichtspflicht herangezogen werden können, aber auch das ist nachzuweisen. Bei Kindern liegt in dem Sinne kein „schuldhaftes Verhalten“ vor.

Eine Kinderunfallversicherung ist unbedingt zu empfehlen. Für zehn Euro ist das schon sehr gut machbar, aber das hängt von den persönlichen Lebensumständen ab. Berufsunfähigkeit und Schulunfähigkeit kann man ebenfalls absichern, auch wenn der Gedanke den meisten sehr fern ist. Und eine Zahnzusatzversicherung kann auch erwogen werden.

Welchen Unterschied gibt es zwischen einer kapitalbildenden und einer Risikolebensversicherung?
Risikovorsorge ist Vorsorge fürs Alter. Dafür gibt es die kapitalbildenden Lebensversicherungen und die Risikolebensversicherungen. Die Risikolebensversicherung wird von vornherein auf einen bestimmten Zeitraum abgeschlossen. Ist dieser vorüber, läuft die Versicherung aus, und es kommt nicht zu einer Auszahlung, da das Kapital über die Absicherung des Risikos aufgebraucht ist. Eine Risikolebensversicherung ist zum Beispiel sinnvoll, wenn ein Alleinverdiener eine Familie versorgt und dieser stirbt. Im Falle des Todes kommt es dann zu einer Auszahlung.

Bei der kapitalbildenden Lebensversicherung wird eine Garantieverzinsung vereinbart. 90 Prozent der Überschüsse jährlich werden dem Vertrag zugeschrieben, das bedeutet quasi eine Verzinsung des Sparanteils von etwa vier Prozent. Am Ende der Laufzeit, also nicht nur im Todesfall, sondern auch bei Erleben – bzw. im Todesfall wird die Summe zuzüglich der anteiligen Überschüsse und Zinsen ausgezahlt. Die Risikolebensversicherung hingegen kommt nur zur Auszahlung, wenn innerhalb der Vertragslaufzeit der Tod eintritt.

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