Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Was das Finanzamt anerkennt

Rund um die Steuern: Fragen und Antworten vom ersten Telefonforum des VDGN-Journals

Gleich das erste VDGN-Telefonforum am 23. Februar nutzten viele Leserinnen und Leser des VDGN-Journals „Das Grundstück“, um Steu-erexperten kostenlos ihre Fragen zur Lohnsteuer zu stellen. Die Fragen beantworteten Uwe Rau-höft und Martina Bruse vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. in Berlin.

Wir wohnen in Berlin, und mein Mann arbeitet als Bauarbeiter außerhalb in Brandenburg und Mecklenburg. Kann er diese Fahrten zu den unterschiedlichen Arbeitsstellen steuerlich absetzen?

Wenn er mit dem eigenen Auto fährt, kann er sogar Reisekosten absetzen. Das heißt, daß für jeden gefahrenen Kilometer, also Hin- und Rückfahrt 0,30 Euro berücksichtigt werden. Wenn er mit anderen Kollegen oder im Firmenbus mitfährt und keine Kosten hat, gibt es jedoch keine Werbungskosten.

Neben den Fahrtkosten können übrigens noch Verpflegungsmehraufwendungen geltend gemacht werden: 6 Euro bei mindestens achtstündiger Abwesenheit von der Wohnung und 12 Euro bei 14 Stunden.

 Für wen gilt die Pendlerpauschale und wie hoch ist sie?

 Die Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale genannt, erhalten alle Arbeitnehmer für Fahrten zu einer regelmäßigen Arbeitsstätte. Pro Entfernungskilometer von der Wohnung zur Arbeit können 0,30 Euro abgesetzt werden. Anders als bei den Reisekosten für Auswärtstätigkeiten oder wechselnde  Arbeitsstellen spielt es keine Rolle, ob tatsächlich Kosten angefallen sind. Die 30 Cent können deshalb auch Mitfahrer absetzen.

 Ich arbeite hauptberuflich als Krankenschwester und verdiene mir gelegentlich durch Haushaltshilfe etwas dazu. Muß ich das beim Finanzamt melden?

 Das kommt darauf an. Wenn es sich um eine selbständige Tätigkeit handelt, müssen Sie eine Gewinnermittlung machen und die Anlage G (Gewerbe) in der Steuererklärung ausfüllen. Wenn Sie Hilfe benötigen, sollten Sie sich an einen Steuerberater wenden. Wenn Sie die Tätigkeit in nur einem Haushalt ausüben, kommt bis 400 Euro Monatsverdienst eine Tätigkeit als Minijob infrage. Sie bleiben dann Arbeitnehmer und der Auftraggeber muß Sie bei der Minijobzentrale anmelden und pauschale Abgaben zahlen.

 Wir haben in Feldberg eine Wohnung, die wir im Sommer nutzen. Jetzt müssen wir eine Zweitwohnungsteuer und Kurabgabe zahlen. Ist das rechtens und können wir die Kosten absetzen?

Aufwendungen für die Zweitwohnung können nur abgesetzt werden, wenn berufliche Gründe vorliegen (Doppelte Haushaltsführung). Zweitwohnungsteuer und Kurabgabe sind Abgaben, welche die betreffenden Städte und Gemeinden selbständig erheben.

Die Grundlage ist in den jeweiligen Satzungen geregelt. Dort sollten Sie nachlesen, unter welchen Voraussetzungen diese Beträge gezahlt werden müssen. In den Satzungen steht auch, wer von den Abgaben befreit ist oder Ermäßigungen erhält. 

Ich habe als Rentner letztes Jahr eine Steuererklärung gemacht. Muß ich sie dieses Jahr wieder machen?

 Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, daß jeder, der einmal eine Steuererklärung gemacht hat, auch weiterhin zur Abgabe verpflichtet ist. Vielmehr ist jedes Jahr neu zu prüfen, ob Gründe für eine Steuererklärungspflicht vorliegen. Für viele Rentner ist das nicht der Fall. Sollte das Finanzamt dennoch dazu auffordern, kann man unter Angabe der Rentenhöhe mitteilen, daß zukünftig keine Steuererklärung mehr einzureichen ist.

Muß ich meine Zinsen in der Steuererklärung angeben, wenn die Bank mir bereits Steuern abgezogen hat?

 Grundsätzlich nicht. Seit 2009 gilt die sogenannte Abgeltungsteuer, die auch deshalb diesen Namen trägt, weil die Besteuerung damit abgegolten ist. Es gibt aber Ausnahmen, beispielsweise wenn die Zinsen aus einem Bausparvertrag stammen und ein damit zusammenhängendes Baudarlehen für eine vermietete Wohnung genutzt wird. Dann sind auch die Guthabenszinsen der Vermietung zuzurechnen. In anderen Fällen kann über die Anlage KAP aber auch die sogenannte Günsterprüfung beantragt werden. Das Finanzamt berechnet dann, ob es für den Steuerzahler zweckmäßiger ist, wenn die Zinsen wie früher zusammen mit dem übrigen Einkommen besteuert werden.

Abgeltungsteuer wird in diesem Fall bei Rentnern und Pensionären oft erstattet, auch weil es ab dem 65. Lebensjahr einen Altersentlastungsbetrag als zusätzlichen Freibetrag gibt.

Ich habe die letzten Jahre keine Steuererklärung mehr gemacht. Kann ich diese noch nachreichen?

 Das ist auf jeden Fall möglich. Wenn Sie freiwillig die Steuererklärung einreichen, ist dies vier Jahre rückwirkend möglich, bis Ende dieses Jahres also noch bis zum Jahr 2008 zurück. Die Frist bei einer Abgabepflicht beträgt sogar mindestens sieben Jahre.

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