Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Schallschutz - was steht mir zu?

Auch außerhalb der Schutzgebiete kann Anspruch gegenüber Flughafen bestehen

Nachdem das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Festlegungen des Planfeststellungsbeschlusses für den neuen Großflughafen Schönefeld bestätigt und damit der nachträglichen Umdeutung durch den Flughafen eine Absage erteilt hat, versucht dieser nun schon wieder, den Schallschutz zu reduzieren. Mit dem Abschluß einer Kostenerstattungsvereinbarung auf unklarer Grundlage laufen betroffene Grundstückseigentümer eventuell Gefahr den ihnen zustehenden Schallschutz selbst zu reduzieren. Vorsicht ist bei der Unterzeichnung einer Abgeltungsklausel geboten, die zukünftige Forderungen von vornherein aus-schließen soll.

Wissen sollte jeder potentiell Betroffene: Ein Anspruch auf Schallschutz besteht unabhängig von der Zugehörigkeit zu den ausgewiesenen Tag- und Nachtschutzgebieten. Innerhalb der ausgewiesenen Schutzgebiete bedarf es keines Nachweises über den Anspruch auf Einhaltung der jeweiligen Schutz-ziele. Außerhalb der Lärmschutzgebiete muß dagegen jeder einzelne Eigentümer, der vermutet, daß das Schutzziel am Tag oder in der Nacht nicht eingehalten wird, den Nachweis durch Messung erbringen.

Der VDGN geht davon aus, daß für bis zu fünfzigtausend Grundstücke außerhalb der Lärmschutzzonen ein Anspruch auf Schallschutz besteht. Aber: Der Nachweis eines Anspruches außerhalb der Schallschutzgebiete muß durch ein Gutachten erbracht werden, das vom Grundstückseigentümer zu finanzieren ist. Ein Erstattungsanspruch für Gutachterkosten besteht nur im Erfolgsfall. Bei der Abschätzung des Kostenrisikos hilft der VDGN seinen Mitgliedern, indem auf allgemeine und grundstückskonkrete Messungen und Begutachtungen in der räumlichen Umgebung zurückgegriffen wird.

 

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