Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Wild-Ost bei Windstrom

VDGN fordert: Bürger und Natur dürfen nicht länger das Nachsehen haben

Im Land Brandenburg schaltete man Windräder allein in der ersten Jahreshälfte 2012 an 55 Tagen ab. Das Netz konnte den erzeugten Strom nicht mehr aufnehmen. Uns allen kommt das teuer zu stehen, weil auch der nicht abgenommene Strom voll vergütet wird und Bestandteil unseres Strompreises ist. Trotz dieser Entwicklung hält Brandenburg daran fest, die Kapazitäten von Windrädern mehr als verdoppeln zu wollen. Dafür wurden Gesetze aufgeweicht, dürfen Windräder jetzt in Brandenburger Landschaftsschutzgebieten und Wäldern stehen. Mit der inzwischen marktüblichen Nabenhöhe von mindestens 125 Metern sind sie auch im Wald rentabel zu betreiben.

Das – schwer wiegende – öffentliche Interesse an der Erhaltung von Natur und Landschaft wurde den Interessen von Investoren geopfert. Sie können ihren Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Baugenehmigung für bis zu fünf Windräder im Außenbereich jetzt auch im Wald leichter durchsetzen. Erst bei sechs oder mehr Windrädern handelt es sich um einen Windpark; dessen Errichtung bleibt auf die in den Regionalplänen festgeschriebenen Windeignungsgebiete beschränkt.

Gegen Windkraftanlagen im Wald oder im Landschaftsschutzgebiet sprechen viele Argumente: Wald dient der Erholung, ist Lebensraum für Tiere, er hat einen hohen ökologischen Stellenwert. Windräder erhöhen die Waldbrandgefahr, gefährden Fledermäuse, greifen durch ihre Gründung in das Grundwasser des sensiblen Ökosystems ein. Pro Windrad wird ein halber Hektar Wald in Anspruch genommen. Viele Windräder verändern das Landschaftsbild nachhaltig.

 Landesweit laufen Bürgerinitiativen dagegen Sturm. Sie befürchten  eine ungezügelte Entwicklung, das Zerstören von Natur und Landschaft, Gefahren für die Gesundheit und Einbußen bei der Lebensqualität,  nicht zuletzt den Wertverlust von Grundstücken. Sie sehen sich zunehmend Investoren gegenüber, die durch Gewinnerwartungen von bis zu 10 Prozent beflügelt, jede sich bietende Gelegenheit ergreifen und Lücken im Gesetz ausnutzen.

Von der Wirksamkeit der Regionalplanung sind die Bürgerinitiativen nicht überzeugt und von der Landesregierung fühlen sie sich im Stich gelassen. Die Aufweichung des Naturschutzrechts hat die Planungssicherheit allein für Investoren erhöht. Der Windkraft-erlaß führt zu größerer Rechtsunsicherheit. Selbst Mindeststandards für die Abstände von Windrädern zu Wohn- oder Wochenendnutzungen existieren nicht. Solange Strom aus Windkraft nicht genutzt werden kann und Probleme der Speicherung und Weiterleitung des Stroms nicht geklärt sind, dürfen keine neuen Anlagen im Wald errichtet werden. Der VDGN fordert die Aussetzung und Überarbeitung des Windkrafterlasses und verbindliche Regelungen für den Schutz von Mensch und Natur.                   

Fred Fischer   

 

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