Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Optische Inspektion genügt

In Hessen gelten moderate Regeln für Dichteprüfung

Bis spätestens 2025 sollen Grundstückseigentümer in Hessen ihre Abwasserleitungen auf Dichtigkeit prüfen lassen. Eine optische Inspektion genügt in aller Regel dafür; ausgenommen davon sind Wasserschutzgebiete. Dies läßt sich aus der bereits am 23. Juli 2010 in Kraft getretenen, novellierten Abwassereigenkontrollverordnung (EKVO) des Landes Hessen entnehmen. Als eines der ersten Bundesländer hatte es eine solche Regelung verabschiedet und dabei deutlich moderatere Vorgaben festgehalten als ursprünglich zu befürchten war. Gegen die früher genannte Vorgabe, bis 2015 Abwasserleitungen mit Kamerainspektionen auf Dichtigkeit prüfen zu lassen, waren viele private Grundstückseigentümer Sturm gelaufen.

Der hessischen EKVO unterworfen sind neben dem öffentlichen Netz alle privaten, also auf dem Grundstück verlegten bzw. von ihm wegführenden Schmutzwasser-Leitungen.

Ab 2010 ist das Wiederholungsintervall für die Inspektion öffentlicher Kanalnetze auf 15 Jahre festgesetzt. Das bedeutet, daß der Altbestand an Zuleitungskanälen bis spätestens 2025 untersucht sein muß. Nach 30 Jahren soll die Kontrolle wiederholt werden – auch diese Vorgabe fällt deutlich moderater aus als erwartet. Die Kommunen sind zum Vollzug der EKVO auch in Bezug auf die Anschlußkanäle verpflichtet, wobei sie die Inspektionen selbst durchführen oder auf den Grundstückseigentümer übertragen können.

Ausnahmen gelten in Wasserschutzgebieten des Landes Hessen, wo eine Dichtheitsprüfung und zwei TV-Inspektionen in einem 15-Jahres-Turnus durchzuführen sind. Für zugehörige Anschlußkanäle gilt Entsprechendes.

 

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