Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Ein streitbares Team


Chemnitz: Rechtsanwältinnen helfen VDGN-Mitgliedern mit juristischem Rat



1997 wagte die Juristin und Betriebswirtschaftlerin Dr. Karin Schiebler den Schritt in die Selbständigkeit. Sie gab den sicheren Job im öffentlichen Dienst, als Rechtsberaterin bei der Handwerkskammer, auf und eröffnete in Chemnitz eine eigene Rechtsanwaltskanzlei (der zwischenzeitlich Rechtsanwalt Schindler angehörte). Das Baurecht und Bauvertragsrecht gehörte von Anfang an zu ihren Spezialgebieten. Ihre Doktorarbeit schrieb sie zu Beginn der neunziger Jahre zu Problemen der Handwerkskammer.

Mittlerweile betreut sie Mandanten in Rechtsfragen rund um Haus, Grundstück und Wohnung sowie im Vertrags-, insbesondere Verbraucherrecht.

Ihre Tochter, Rechtsanwältin Susann Richter, verstärkt seit kurzem die Arbeit in der Kanzlei. Sie berät und vertritt Mandanten besonders bei arbeits- und sozialrechtlichen Problemen, hilft auch in der Telefonischen Rechtsauskunft des VDGN.

Frau Dr. Schiebler, seit 2006 sind Sie auch für Mitglieder des VDGN da. Wo liegen die Schwerpunkte in der Beratung und Vertretung?

Eindeutig auf dem weiten Feld des Grundstücksrechts. Regelmäßig kommen Anfragen aus ganz Sachsen, immer wieder erwachsen daraus auch Mandate. Vor einiger Zeit wurde ich zum Beispiel innerhalb eines Erholungsgrundstücks für mehrere Nutzer tätig, denen gekündigt worden war. Je nach Interessenlage konnten wir die eine Kündigung erfolgreich zurückweisen, im Falle der anderen Kündigung eine Entschädigung erreichen.

In einem weiteren Fall ging es um eine Kündigung aufgrund eines Bebauungsplanes. Hier war die zentrale Frage, wann die Siebenjahresfrist nach Paragraph 12, Absatz 2 des Schuldrechtsanpassungsgesetzes zu laufen beginnt. Diese Auseinandersetzung gewannen wir, und auch die von der Gegenpartei eingelegte Berufung wurde zu unseren Gunsten entschieden.

Zum Jahresende 2011 häuften sich, sicherlich auch bedingt durch verschiedene Veröffentlichungen zum Thema, bei uns die Anfragen von Pächtern zum Kauf ihrer Grundstücke nach Sachenrecht. In letzter Minute – kurz vor Eintritt der Verjährung – konnte ich noch zwei Klagen auf den Weg bringen.

Auseinandersetzungen um Kündigungen von Garagen beschäftigen uns seit langem und immer wieder. Hier geht es jetzt um Entschädigungen. Da bin ich froh, in Kürze ein gerichtliches Wertgutachten in die Hand zu bekommen, das – so hoffe ich – die Einschätzung realer Entschädigungssummen erleichtern wird.

Aber auch wenn eine Krankenkasse die Zuzahlung zum digitalen Hörgerät verweigert, die Rentenversicherung die Anerkennung einer Erwerbsminderung ablehnt oder Hartz-IV-Leistungen falsch berechnet werden, kann den Betroffenen im Widerspruchs- und Klageverfahren oft geholfen werden.

Auch bei der Telefonischen Rechtsauskunft für VDGN-Mitglieder sind Sie und Ihre Tochter gefragte Gesprächspartner.

In der Tat, die Anrufe kommen mitunter auch von weiter her, so aus Brandenburg, Thüringen. Arbeitsverhältnisse wurden gekündigt, Wohnungseigentümer stehen Mängeln in den Häusern gegenüber, rechtswidriges Verhalten hat Schäden verursacht. Die Palette ist breit gefächert.

Während eines Telefongesprächs lassen sich jedoch nicht Aktenberge wälzen. Kann den Anrufern trotzdem geholfen werden?

Wir sind geübt darin, im Gespräch mit den Anrufern schnell auf den Punkt zu kommen, die notwendigen Informationen zu erfragen. Bei der telefonischen Rechtsauskunft geht es ja darum, eine geschilderte Situation zu beurteilen, Wege und Chancen aufzuzeigen, wie die Anrufer selbst um ihr Recht kämpfen können. Mitunter müssen auch überzogene Erwartungen auf ein realistisches Maß gebracht werden. – Also, in jedem Fall gehört dazu viel Fingerspitzengefühl.

Interview: Kerstin Große

zurück