Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Das Thema Pflege beschäftigt viele


Vor dem Abschluß: Vereinbarung über Zusatzversicherung mit Sonderkonditionen für VDGN-Mitglieder

Von Eckhart Beleites, Vizepräsident des VDGN



Auch mein zweiter Beitrag zur Absicherung im Pflegefall wurde von vielen Mitgliedern aufmerksam verfolgt. Uns erreichte wiederum eine große Zahl von Anrufen und Zuschriften. Häufig sind Verbandsmitglieder oder ihr unmittelbares Umfeld bereits von Pflegebedürftigkeit und unerwartet harten Konsequenzen betroffen, wie auch ein weiter unten genanntes Beispiel zeigt.

Mancher möchte sich lieber heute als morgen zusätzlich für den Pflegefall versichern. Viele Fragen erreichten uns dazu, z. B., welche Versicherung der VDGN denn empfehle, ob das Alter eine Rolle spiele und wie die Bedingungen im einzelnen aussehen. Die Ungeduld verstehe ich gut, auf einige Fragen werde ich im folgenden Beitrag eingehen. Manches kann jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt erörtert oder muß individuell geklärt werden. Dafür bitte ich Sie um Verständnis.

Die komplexe Problematik verlangt nach gründlicher Durchdringung. Denn letztlich geht es darum, Mitgliedern unseres Verbandes ein wirklich gutes, einmaliges Angebot machen zu können. Nicht umsonst räumen wir dem Thema im VDGN-Journal viel Platz ein – auch in Zukunft.

Daß ein Pflegefall auf einmal gewaltige finanzielle Löcher in die Haushaltskasse reißt und zudem das tägliche Leben völlig verändert, wollen wir uns am Beispiel  unseres Vereinsmitglieds Frau B. einmal näher anschauen, die uns entsprechende Unterlagen zur Verfügung stellte. (Selbstverständlich sind persönliche Daten in den Abbildungen unkenntlich gemacht.)

Beim Betrachten wird schnell klar: Der bürokratische Aufwand, vom Antrag bis zur Abrechnung von erbrachten Pflegeleistungen, ist enorm.  Die damit befaßten Familienmitglieder des Pflegebedürftigen stoßen dabei nicht selten an ihre Belastungsgrenzen. Einen kleinen Einblick in diese Papierflut erhalten Sie anhand der Abbildungen.

So zeigt der Tabellenauszug  (s. Abb.1 auf S. 36), wie auf die Minute genau registriert wird, welche Leistungen für den zu pflegenden Menschen erbracht wurden. Das reicht von der Körperpflege (klein oder groß) über die Hilfe beim Einnehmen von Mahlzeiten bis zur täglichen Darmentleerung. 

Dieser Formalienschlacht kann man sich leider nicht entziehen.

Damit nicht genug: Die in Abbildung 2 (auf S. 36) gezeigte Abrechnung macht deutlich, welche beträchtlichen finanziellen Belastungen auf Frau B. monatlich zukommen. Da die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichen, muß sie 1207,50 Euro aus eigener Tasche bezahlen. Und das jeden Monat und zwar für einen Pflegefall in Pflegestufe II!

Frau B. kann diesen Aufwand gegenwärtig noch mit eigenen Mitteln bestreiten.

Aber der Gedanke daran, was passiert, wenn sich der Zustand des Pflegebedürftigen verschlimmert, macht ihr Angst. Sie ist ratlos, was sie tun soll, wenn noch höhere Kosten entstehen.

Was muß die Versicherung bieten?

Es sind solche Beispiele, die mich bewogen haben, mich noch intensiver mit dieser Gesamtthematik zu beschäftigen und nach Lösungen für unsere Vereinsmitglieder zu suchen. Der mögliche Abschluß einer privaten Pflegezusatzversicherung rückt dabei unweigerlich ins Blickfeld. So nahm ich Kontakt zu verschiedenen Anbietern privater Pflegezusatzversicherungen auf, um entsprechende Angebote zu erhalten. Prämissen dabei waren:

- 1. ob diese Anbieter Demenzerkrankungen ausdrücklich in ihre Leistungen einbeziehen. Denn die gesetzliche Pflegeversicherung sieht bisher, trotz rasant steigender Zahl von Demenzerkrankungen in der Bevölkerung, nur völlig unzureichende „Leistungen“ für Menschen vor, die meist aufgrund beginnender Demenz Hilfe im Alltag benötigen, aber (noch) keine Pflegestufe erhalten. Umgangssprachlich ist in solchen Fällen oft von der „Pflegestufe 0“ die Rede (Näheres dazu –siehe Kasten auf S. 37 „Pflegestufe 0“).

- 2. ob eine Beitragsbefreiung bei Eintritt des Pflegefalls gewährleistet ist, ohne daß schon eine Pflegestufe I, II oder III bestätigt wurde (vgl. unter 1. beschriebene Fälle);

- 3. ob Flexibilität für eine individuelle Absicherung in den einzelnen Pflegestufen zugesichert wird.

- 4. Schließlich war es wichtig, daß bei Antragstellung klare und eindeutige Gesundheitsfragen durch die Gesellschaften gestellt werden. Deren ordnungsgemäße Beantwortung ermöglicht eine korrekte Risikobewertung und Prüfung der Anträge. Auf dieser Grundlage entstehen Verträge, aus denen die Versicherung bei auftretenden Pflegefällen schnell die vereinbarten Leistungen auszahlen kann und langwierige Nachprüfungen vermieden werden (Näheres dazu in der nächsten Ausgabe).

Und natürlich wollten wir über günstige Sonderkonditionen für unsere Verbandsmitglieder sprechen.

Die bereits geführten Gespräche waren überaus „interessant“. Von vier kontaktierten Gesellschaften erhielt ich überhaupt kein Angebot, nachdem ich mein Geburtsjahr benannt hatte. Ich habe meinen 65. Geburtstag schon vor einigen Jahren gefeiert.

Eine Gesellschaft wünschte eine Einmalzahlung von 50 000 Euro, mit der man dann eine Risikoabdeckung „rechnen“ könnte. Das sind sicher Reaktionen, die nicht gerade den Interessen unserer Mitglieder entsprechen.

Wendet man oben genannte Prämissen auf Leistungen einiger privater Pflegeversicherungen in Deutschland an, bleiben nur Allianz, AXA, Hallische Krankenversicherung sowie die R & V Versicherung übrig. Nicht zufällig zählen sie in diesem Bereich auch zu den Marktführern in unserem Land.

Alle vier leisten bereits bei Demenz (Pflegestufe 0), und die Absicherung in den einzelnen Pflegestufen kann entsprechend der individuellen Situation variiert werden.

Aber nur das Produkt der AXA Versicherung beinhaltet, daß bei eingetretenem Pflegefall keine Beiträge mehr zu zahlen sind. Eine wichtige materielle Entlastung, mit der sich im Jahr schnell einige hundert Euro sparen lassen.

Um auf das Beispiel von Frau B. am Anfang unseres Beitrags zurückzukommen, würde die Zusatzversicherung der AXA in einem vergleichbaren Fall folgende monatliche Zahlungen leisten, gestaffelt nach Pflegestufen:

 

Pflegestufe I    315 Euro

Pflegestufe II   630 Euro

Pflegestufe III  1050 Euro

 

Die Pflegeleistung kann sowohl von Fachkräften als auch Familienangehörigen erbracht werden. Sie erfolgt bei häuslicher oder stationärer Pflege.

 Welche Beiträge werden fällig?

Und nun ist natürlich interessant, auf welche Beiträge man sich eigentlich einstellen muß, wenn man eine solche Pflegezusatzversicherung abschließen will. In der folgenden Übersicht bekommen Sie ein Gefühl dafür, mit welcher Beitragshöhe Sie rechnen müssen, je nach Alter und Versicherung. Bei der Übersicht handelt es sich um unverbindliche Vergleichsberechnungen aus Internetportalen. H

Man kann die Höhe der Monatsbeiträge verändern, indem man die Absicherung in den jeweiligen Pflegeklassen verändert oder auch teilweise auf sie verzichtet. Wenn man über genügend Eigenkapital verfügt, kann man beispielsweise die notwendigen Mittel für die Pflegeklasse I selbst bestreiten.

Das offenkundige Interesse unserer Verbandsmitglieder hat den VDGN bewogen, mit dem AXA-Konzern Gespräche über eine mögliche Kooperation zu beginnen.

Wir glauben, die Tarife der AXA entsprechen unseren Anforderungen, und es wird uns gelingen, eine gut funktionierende Zusammenarbeit zu entwickeln.

Natürlich ist es unser Ziel, Sonderkonditionen und Rabatte für unsere Vereinsmitglieder mit der AXA zu vereinbaren.

Die Gespräche sind bereits weit vorangekommen, so daß wir damit rechnen, in den nächsten Wochen einen Rahmenvertrag mit Sonderkonditionen für unsere Mitglieder unterzeichnen zu können. Über die Ergebnisse werden wir Sie informieren.

Sollte bereits jetzt bei dem einen oder anderen von Ihnen Informationsbedarf bestehen, wenden Sie sich bitte an die spezielle Rufnummer des VDGN zum Thema: „Leben und Wohnen im Alter”: ab dem 9. Februar immer donnerstags von 11 bis 16 Uhr – Tel.  030 / 514 888 69.

Vereinsgründung erwogen

Ich habe mich den letzten Wochen sehr intensiv mit der Gesamtproblematik „Pflege in Deutschland“ beschäftigt und dabei die Vielfältigkeit des Themas erkannt. Neben den verschiedenen Aspekten der Pflege (Pflegeheime, Pflegedienste, Pflegeleistungen etc). gehören dazu vor allem die gesellschaftlichen Aspekte. Also beispielsweise die Wahrnehmung der Betroffenen und ihre Vertretung in unserer Gesellschaft.

Wer tritt für die Interessen pflegender Familienangehöriger ein und stellt sich gegen Leistungskürzungen? Die Antwort ist leider: Niemand!!!

Deshalb gibt es Überlegungen, einen Verein „Leben und Wohnen im Alter“ zu gründen, in dem eine Vielzahl von solchen Themen unter Mithilfe von Sachverständigen beraten und in die politische Entscheidungsfindung eingebracht werden können.

Dies sind erste Überlegungen; über Ihre geschätzten Hinweise und Meinungen würde ich mich freuen, noch mehr über Ihre Bereitschaft, tatkräftig mitzuhelfen (bitte in der VDGN-Hauptgeschäftsstelle melden unter Tel. 030 / 514 888 50).


zurück