Verband Deutscher Grundstücksnutzer

VDGN fordert Nachflugverbot

Offener Brief: Wirtschaftliche Interessen nicht höher als Gesundheit bewerten!

Mit einem Offenen Brief wandte sich VDGN-Präsident Peter Ohm kürzlich an die Bundeskanzlerin Angela Merkel, an den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg Matthias Platzeck sowie an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Im folgenden geben wir den Inhalt des Schreibens wieder:

„Ihnen gemeinsam obliegt die Wahrnehmung der Eigentümerverantwortung für die Flughafen Berlin Schönefeld GmbH und in dieser Verantwortung ersuche ich Sie, noch vor der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im September 2011 für den Flughafen Berlin Brandenburg vom Tag seiner Inbetriebnahme an ein absolutes tägliches Nachtflugverbot von 22.00-6.00 Uhr (einzige Ausnahme: Notsituationen) anzuordnen.

Begründung: Ein tägliches achtstündiges Nachtflugverbot ist die Mindestvoraussetzung für die Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg im Jahre 2012.

Ihnen sind die erwiesenen erheblichen Gesundheitsgefährdungen des nächtlichen Fluglärms bekannt.

Ihnen ist der stadtnahe, für Nachtflüge ungeeignete Standort bekannt.

Wie die sechsstündige öffentliche Anhörung am 7. April 2011 im Landtag Brandenburg zu diesem Thema eindeutig nachgewiesen hat, ist der Nachtflugbetrieb in Schönefeld zudem nicht wirtschaftlich und ausschließlich die Luftfahrtgesellschaft Air Berlin drängt auf einen möglichen Flugbetrieb auch zwischen 22.00 und 6.00 Uhr, um in Schönefeld mit dem Ziel einer deutlichen Gewinnerhöhung ein internationales Drehkreuz betreiben zu können.

Bewerten Sie diese wirtschaftliche Interesse nicht höher als die Gesundheit und das Wohlbefinden zehntausender Familien!

Sie sind qua Amt und mit Ihrem Amtseid dem Grundgesetz und dem Gemeinwohl verpflichtet.

In Ihrer Eigentümerverantwortung nach dem Grundgesetz steht die Gemeinwohlverpflichtung obenan. Entscheiden Sie sich kurzfristig für dieses Nachtflugverbot und nicht für eine Flughafenrendite zu Lasten der Menschen in Brandenburg und Berlin!

Zudem erlaube ich mir, Ihnen zu bedenken zu geben: Ihre Anordnung eines strikten Nachtflugverbotes für Schönefeld vor der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes würde Ihnen von den Betroffenen hoch angerechnet werden können.

Eine solche Anordnung nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts wäre entweder überflüssig oder müßte gegen eine anderslautende höchstrichterliche Entscheidung getroffen werden.

Und ein Zurückziehen der Flughafeneigner hinter eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts mit geringeren Nachtflugrestriktionen wäre die fatalste Lösung. Sie würde einen flächendeckenden, anschwellenden und langanhaltenden Zorn der Betroffenen gegen die Bundespolitik sowie gegen die Landespolitik in Berlin und Brandenburg auslösen und daran kann wirklich niemand interessiert sein.“

zurück