Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Sternmarsch gegen Fluglärm

Berlin: Bündnis Südost mobilisierte 1000 Demonstranten, darunter viele VDGN-Mitglieder


Rund 1.000 Menschen aus Berlin und Brandenburg demonstrierten am 18. Juni mit einem Sternmarsch gegen die zu erwartende Verlärmung der Region durch den zukünftigen Flughafen BER in Berlin-Schönefeld. Darunter auch viele Mitglieder des VDGN. Zur Demonstration hatte das „Bündnis SÜDOST“ aufgerufen, das vom VDGN unterstützt wird. Von Müggelheim, Wilhelmshagen, Friedrichshagen und Rahnsdorf zogen die Flughafen-Gegner zum Strandbad Müggelsee. Dort bekräftigten sie ihre Forderungen nach einem striktem Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr, eine rechtsverbindliche, dauerhaft gültige Kapazitätsbegrenzung von 360.000 Flugbewegungen pro Jahr und die Südabkurvung von Nord- und Südbahn im abhängigen Betrieb.

Unter dem Beifall der 1.000 Teilnehmer forderte die Ärztin Dr. Stefanie Schulze den besonderen Schutz der Region um den Müggelsee. Der Müggelsee sei eines der bedeutendsten Trinkwasserreservoire Berlins. Zudem sei die gesamte Region mit ihrem Seen- und Waldreichtum eine nachhaltige, ökologische Klimaanlage, die vor allem in den heißer werdenden Sommermonaten die Stadt mit Frischluft versorge.

Beim Kulturprogramm begeisterten der international renommierte Cellist Professor Peter Bruns, die Singer-Songwriterin Jule Haeseler mit sehr einfühlsamen Songs, die quirlige Rock-Band „Fräulein Paula“, der Sänger Werther Lohse (Lift), DJ Lorenz Palowski, die großartige Berliner Band „subQ10x“ und der Autor, Regisseur und Kabarettist Peter Waschinsky die Teilnehmer.

Mit lautstarkem Beifall wurde der in Europa bekannte Star-Tenor Timothy Richards empfangen, der wie schon bei der letzten Großdemonstration vor dem Flughafen Schönefeld angesichts des befürchteten Fluglärms auch in den Nachtstunden sein viel umjubeltes „Nessun dorma“ („Keiner schlafe“) aus der Puccini-Oper „Turandot“ sang. Dies ist vor allem auch als Appell an die Politiker gedacht, solche Fehlentscheidung wie den Bau eines Flughafens in Schönefeld in der Nähe zu Wohngebieten, die dann zwangsläufig überflogen werden müssen und teilweise erheblich verlärmt werden, zu korrigieren.

Das „Bündnis SÜDOST“ ist ein Anfang Juni diese Jahres gegründeter Zusammenschluß von Bürgerinitiativen, u.a. aus Berlin-Hessenwinkel, Wilhelmshagen, Rahnsdorf, Friedrichshagen, Müggelheim, Bohnsdorf, den Brandenburgern in Schöneiche, Woltersdorf und Erkner, sowie dem VUV und VDGN. Viele Berliner und Brandenburger, die im Süden wohnen, fühlen sich von Politik und Flughafenverantwortlichen von Schönefeld BER seit Jahren hintergangen. Erst werden die abweichende Flugrouten über Jahre der Öffentlichkeit vorenthalten. Und dann werden Flugrouten entwickelt, die den Lärm über Wohngebieten nicht mindern sondern nur verschieben. Von der Fluglärmkommission und der Deutschen Flugsicherung wurde sogar jüngst eingeräumt, daß es keine Flugrouten gibt, nach denen verbindlich geflogen werden muß. Ab einer Flughöhe von 1500 Metern dürfen nach internationalem Recht Flugzeuge so abschwenken, daß sie ihr eigentliches Ziel direkt ansteuern können. Zu befürchten ist, daß es kaum Ortschaften im Umfeld des Flughafens gibt, die vom Lärm verschont sind. Der Lärmteppich über Berlin wird flächendeckend sein. Und mit nur einem Blick auf die Landkarte wird klar, daß bei der Lage der Startbahnen und Starts in Richtung Osten der Südosten in besonderer Weise vom Fluglärm bedroht ist.

Thomas Walther

• Ansprechpartner: Dr. Franziska Borkenhagen (030/65017040), Christine Dorn (030/ 6769891) und Dr. Philip Zeschmann (030/ 64169791

• Wer das „Bündnis SÜDOST“ unterstützen möchte, kann sich auch im Netz an den Bürgerverein Wilhelmshagen-Rahnsdorf e.V. wenden. Adresse: www.bvwr.de.vu. Spenden bitte auf Konto 0687505105 bei der Postbank Berlin (BLZ 10010010), Verwendungszweck: Spende BER-Aktion.

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