Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Garagen vom Abriß verschont

Rostocker Verein wehrte sich gegen Pläne der Stadt - ein Erfahrungsbericht des Rostocker Garagenvereins


Der Garagenverein in der Hansestadt Rostock verwaltet ca. 6.600 Garagen, die sich im Eigentum der Mitglieder befinden. Sie stehen auf Grundstücken, die der Verein von den verschiedensten Eigentümern gepachtet hat. Ein Verpächter ist zum Beispiel die Stadt. Von ihr haben wir drei Grundstücke mit gesamt 608 Garagen gepachtet.

Aus der Presse erfuhren wir Anfang des Jahres 2010, daß die Stadt eine Überplanung des Komplexes im Stadtteil Warnemünde mit 592 Garagen beabsichtigt und die Fläche einer kompletten anderen Nutzung zuführen möchte.

Nach dem intensiven Studium des Entwurfes des Bebauungsplanes und Informationen an die betroffenen Mitglieder, setzten wir uns gegen diese Pläne zur Wehr. Dabei wurden wir tatkräftig von einer Abordnung der Mitglieder des Standortes unterstützt.

Zum Anfang sendeten wir Schreiben mit Argumenten gegen den Abriß der Garagen an alle Fraktionen der Bürgerschaft, an den Oberbürgermeister und an das Amt für Stadtplanung. Die Antworten waren teilweise niederschmetternd. Vor allem mußten wir erkennen, daß die Mehrzahl der angesprochenen Bürgerschaftsmitglieder das Problem in seinen Details nicht erfaßt hatte. Daraufhin legte der Vorstand in enger Abstimmung mit Mitgliedern aus dem Standort Weidenweg in Rostock-Warnemünde die weitere Vorgehensweise fest. Es wurde ein Konzept erarbeitet. Wir gingen demnach planmäßig und systematisch vor. Es wurde z. B. festgelegt, mit welchem Abgeordneten bzw. mit welchen Fraktionsvorsitzenden zu sprechen ist.

Diese Vorgehensweise stützte sich auf die Erfahrungen, die wir beim VDGN aufnahmen. Bald zeigte sich in den zahlreichen Einzelgesprächen mit den Abgeordneten ein wesentlich größeres Verständnis bzw. uneingeschränkte Zustimmung zu unserer Auffassung zum Standorterhalt.

Wir konnten endlich Erfolge verzeichnen! Lediglich eine Fraktion, die CDU, wich uns aus.

Parallel zu diesen Gesprächen nutzten wir die vorhandenen Kontakte zum Ortsbeirat Warnemünde, um auch hier auf unsere Sorgen hinzuweisen. Auch von dort wurde uns bestätigt, daß sie einen Abriß der Garagen als nicht sinnvoll ansehen und eine andere Nutzung des Grundstückes ablehnen.

Auch an den öffentlichen Veranstaltungen, die das Amt für Stadtplanung zur Veröffentlichung ihrer Planungsunterlagen durchführte, waren wir mit zahlreichen Mitgliedern und Gleichgesinnten vertreten. Auch bei diesen Veranstaltungen legten wir überzeugend unsere Argumente für den Erhalt des Standortes dar.

Die Krönung war letztlich unser Gespräch mit dem Oberbürgermeister, Roland Methling. Er zeigte sich während des Gespräches sehr aufgeschlossen und konstruktiv. Seine Einstellungen bzw. seine Bemühungen sich mit der Problematik zu befassen, zeigten sich darin, daß auch der Leiter des Liegenschaftsamtes und der Leiter des Amtes für Stadtplanung an dieser Besprechung teilnahmen.

Dieses Treffen brachte endlich den Durchbruch. Die Stadt änderte ihre Ansichten. Sie sicherte uns zu, daß der Komplex einen Bestandsschutz bis zum Jahr 2020 erhält und sie bis dahin in Zusammenarbeit mit unserem Verein prüft, ob eine andere Nutzung des Grundstückes sinnvoll ist oder ob nur ein geringer Teil des Komplexes ausreicht, um die Absichten der Stadt zu realisieren.

Mit den Zusagen der Stadt und des Orts-amtes und der zu realisierenden Zusammenarbeit mit der Stadt sehen wir unser Ziel fast erreicht. Wir passen allerdings auf, daß entsprechende Beschlüsse durch die Bürgerschaft gefaßt werden.

Dr. Fritz Krage, Vorsitzender Garagenvreins der Hansestadt Rostosck

Birgit Arndt, Geschäftsführerin

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