Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Besonnen und verläßlich

Von Peter Ohm, Präsident des VDGN


Der Flügelschlag eines Schmetterlings in China, so sagt uns die Chaostheorie, kann letztlich auf der anderen Seite des Erdballs einen Sturm auslösen. Verhält es sich etwa ähnlich, wenn ein Tsunami in Japan im weit entfernten Deutschland ein politisches Erdbeben erzeugt?

Spaß beiseite: Die energiepolitische Kopflosigkeit, die sich hierzulande nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima zeigte, ist keine neue Erscheinung. Seit Jahren regiert auf diesem Gebiet der Aktionismus. Eine dramatisierende Diskussion um das Kohlendioxid hatte Anstrengungen zur Folge, den Hauseigentümern Energieeinsparung per Ukas zu verordnen bzw. auch die Nutzung von Erneuerbaren Energien – koste es, was es wolle. Tatsächliche Anreize zum Energieeinsparen aber blieben aus. Sinnvoll wäre zum Beispiel eine Abwrackprämie für energiefressende Haushaltsgeräte. Sinnvoll wären kräftige finanzielle Zuschüsse für die energetische Sanierung des Gebäudebestands und auch für Investitionen in die Nutzung von Sonne, Erdwärme und Biomasse, wo es möglich und sinnvoll ist. Dafür hätte ganz sicherlich ein Bruchteil der Abermilliarden gereicht, die den Bankrotteuren aus dem Bankensektor hinterhergeworfen worden sind.

Es hat sich bewährt, daß der VDGN auch auf diesem Gebiet besonnen und verläßlich agiert, was das Gegenteil von Kopflosigkeit ist. Der 12. VDGN-Verbandstag, der vor kurzem in Berlin stattfand, hat diesen Kurs bestätigt, indem er sich per Beschluß gegen klimapolitischen Aktionismus aussprach und die Sozialverträglichkeit energiepolitischer Maßnahmen einforderte. Was übrigens auch für den nun in einer Allparteienkoalition beschworenen Ausstieg aus der Kernenergie gelten muß. Das ist äußerst wichtig für Menschen, die Grundstücke und Wohnungen selber nutzen, die zu den tatsächlichen gesellschaftlichen Leistungsträgern gehören, aber nicht zu den sprichwörtlichen „oberen Zehntausend“.

Hier ordnet sich auch ein, daß sich der Verbandstag in einem weiteren Beschluß dafür aussprach, für die öffentliche Daseinsvorsorge als staatliche Aufgabe zu kämpfen und sie dem Profitstreben überall dort zu entreißen, wo sie diesem Diktat bereits unterworfen worden ist. Wie in Berlin beim erfolgreichen Volksentscheid für die Offenlegung der Verträge zur Teilprivatisierung der Wasserbetriebe zu erleben war, ist dies kein aussichtsloses Unterfangen, sondern entspricht dem Bevölkerungswillen.

Der VDGN, wie gesagt, handelt besonnen und verläßlich, aber auch kämpferisch, wenn es um die Interessen seiner Mitglieder geht. Und das hat sich herumgesprochen. Auf rund 120.000, organisiert in über 400 Vereinen, ist inzwischen die Zahl der Menschen gestiegen, die als Mitglieder in den VDGN ihr Vertrauen setzen.

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