Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Rat rund um die Immobilie

Erfurt: Verbandsmitglieder nutzen Angebot von Rechtsanwältin Angelika Zerche


Das Grundstücks- und das Baurecht gehören zu den Spezialgebieten von Rechtsanwältin Angelika Zerche. Bevor sie Ende der achtziger Jahre ein Jura-Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin absolvierte, war die Erfurterin schon als Diplombauingenieurin in Baubetrieben tätig gewesen.

Warum haben Sie noch zu DDR-Zeiten als studierte Bauingenieurin Jura draufgesattelt?
Als Bau- und Auftragsleiterin ging es für mich stets auch um Termin-, Kosten- und Vertragsprobleme. Bei letzterem hatte ich oft nicht die notwendige Unterstützung, bemühte mich deshalb um eine eigene Qualifikation speziell im Wirtschaftsrecht. Schließlich nahm ich ein Jura-Studium auf. Als ich meine Promotion über Städtebaurecht zu Ende bringen wollte, kam die Wende dazwischen und damit die Notwendigkeit ein eigenes Unternehmen zu gründen. Das hat geklappt. Ich habe das manchmal bereut, denn der Druck war zeitweise unerträglich. Andererseits, ich brauchte nur den Traditionen meiner Vorfahren zu folgen, die Bauunternehmer in Erfurt und Weimar waren. Sie haben ihre Lasten im Kapitalismus und Sozialismus getragen, sind dabei in Ehren alt geworden.

Frost, Glätte und Schneefälle trieben Hausbesitzern im Dezember 2010 Sorgenfalten auf die Stirn…
Es gab erhebliche Probleme mit der Schneeräumung. Die Bürger suchten nach Wegen der Entlastung von Rechtspflichten, die ihnen durch Satzungen der Kommunen auferlegt werden. Ein weiteres Problem waren fehlende Schneefanganlagen auf Hausdächern (Fanggitter, Hölzer), die den Absturz von Schneebrettern verhindern können. Unternehmer, die mit der Beräumung von Hallen-Flachdächern beauftragt waren, wollten die Verträge mit Kommunen und Privaten prüfen lassen, hinsichtlich des Arbeitsschutzes ihrer Mitarbeiter und der Verantwortlichkeit. Knisterte es im Gebälk, waren auch Statiker und Dach-Sachverständige gefragt, um möglichen Schäden rechtzeitig zu begegnen.

Die schlimmen Bilder der eingestürzten Eissporthalle von Bad Reichenhall drängen sich da auf. Was ist zu tun, damit so ein Unglück nicht wieder passiert?
Es ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen, die angezeigt sind, um eine solche Katastrophe zu verhindern. Hauptaufgabe für die Bauämter ist es, alle fragilen Konstruktionen (Eishallen, Schwimmhallen) periodisch zu untersuchen, auf Feuchteschäden, Korrosion, aber auch tierische und pflanzliche Schädlinge. Dafür müssen jedoch Mittel bereitgestellt werden. Gerade Schwimmhallen entwickeln sich derzeit immer häufiger zum Sorgenkind finanzschwacher Kommunen.

Seit Sie in Ihrer Kanzlei eine VDGN-Beratungsstelle eröffneten, erfreuen Sie sich regen Zulaufs von Verbandsmitgliedern. Auf welchen Gebieten wird Ihr Rat gesucht?
Hauptsächlich in Bau- und Immobiliensachen, insbesondere beim An- und Verkauf von Immobilien. Auch das Thema Ausbau-Beiträge erregt viele Gemüter. Pächter von Erholungsgrundstücken kommen zu mir in die Beratung, weil ihnen Behörden die Nutzung ihrer Datsche untersagen oder den Abriß von angeblichen Schwarzbauten verfügen.

Die VDGN-Mitglieder suchen Verständnis, wollen ohne Zeitdruck rundum gut betreut werden. Das halte ich für legitim.

Interview: Kerstin Große

 

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