Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Spannung wird umgestellt

Energieversorgung in Berliner Siedlungsgebieten stößt an Grenzen


In diesen Tagen hat die Umstellung des teilweise veralteten, noch vorhandenen Netzes der Bewag mit einer Spannung von 3 x 230 V im Berliner Stadtteil Mahlsdorf-Süd begonnen: Es wird schrittweise auf 230/400 V umgestellt, weitere Siedlungsgebiete werden folgen. Die Stromversorgung aus den veralteten Netzen ist noch in Stadtteilen der Berliner Stadtbezirke von Marzahn-Hellersdorf und Treptow Köpenick vorhanden. Versorgerseitig sind diese Netze in der Leistungsübertragung an ihren Grenzen angelangt, denn mit der geringeren Übertragungsspannung ist ein höherer Strom erforderlich, um eine konstante Leistung übertragen zu können.

Die vorhandenen Leitungsquerschnitte setzen dem Strom diese Grenzen. Verbraucherseitig entstehen immer mehr Anforderungen an die Elektroenergieversorgung, sowohl bezüglich der Leistungsbereitstellung als auch in der Versorgungssicherheit. Vattenfall ist also zur Netzertüchtigung angehalten. Der uns in unseren Haushalten zur Verfügung stehende Wechselstrom wird aus Drehstromnetzen gespeist.

Drehstromnetze können als 3 x 230 V in Dreieckschaltung oder als 230/400 V in Sternschaltung aufgebaut sein. Hier eine vereinfachte Darstellung:

Der Wechselstrom wird an den 2 Polen der Steckdose abgenommen. Er entsteht aus der Splittung des Drehstromes. Um an der Steckdose 230 V zu erhalten, müssen bei der Dreieckschaltung 2 spannungsführende Leitungen an die Steckdose geführt werden. Spannungsführende Leitungen sind abzusichern! Somit muß jede Steckdose bzw. müssen mehrere parallel geschaltete Steckdosen mit zwei Sicherungen abgesichert sein.

Dem heutigen Stand der Technik entsprechende Schutzkontaktsteckdosen werden aus einem Sternnetz gespeist. Sie verfügen über eine spannungsführende Phase, die mit einer Sicherung oder mit einem Sicherungsautomaten abgesichert ist. Der 2. Pol und die Schutzkontakte sind spannungsfrei. Eine derartige Steckdose gewährleistet optimale Sicherheit. Alle Schukosteckdosen müssen nunmehr über einen FI-Schutzschalter betrieben werden. Bereits nachgerüstete Altanlagen haben Bestandsschutz.

Des weiteren können alle gängigen Verbrauchsgeräte ohne zusätzlichen Anpassungsaufwand betrieben werden. Die Umstellung der veralteten Netze erfordert Änderungen bis in das Verbrauchernetz. Vattenfall realisiert alle bis zum Hausanschluß durchzuführenden Installationen. Alle dahinter notwendig werdenden Änderungen an der Abnehmeranlage sind durch den Abnehmer in Auftrag zu geben und zu finanzieren. In den Ankündigungen von Vattenfall heißt es, daß am Tag der Spannungsumstellung ein vom Nutzer beauftragter Elektroinstallateur anwesend sein muß. Durch den Elektroinstallateur müssen alle erforderlichen Anpassungsarbeiten in der Anlage zeitgleich mit der Spannungsumstellung des Vattenfall-Niederspannungsverteilernetzes vorgenommen werden.

Die Durchführung der Spannungsumstellung wird von Seiten Vattenfalls frühzeitig jedem Abnehmer schriftlich angekündigt. Im Unternehmenspool des VDGN sind zahlreiche Elektroinstallationsfirmen, die diese Leistungen erbringen können. Wenn notwendig, unterstützen wir Sie auch beim Ausfüllen der Vattenfall-Formblätter, die alle Betroffenen erhalten.

Zur Beantwortung weiterer Fragen stehen auch die Mitglieder der Fachgruppe Energieberatung im Beratungszentrum des VDGN zur Verfügung, um Voranmeldung wird gebeten. (030/65 66 11 720).

VDGN-Fachgruppe Energieberatung

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